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Samstag, 3. April 2010

5/06 – 316 (Samir)

We’re all convinced sooner or later
Wir sind ja von Lost schon einiges gewöhnt: Rauchmonster, Tote als Visionen, Leute, die nicht altern, Frozen Donkey Wheel, Zeitreisen und Flüstergeräusche – aber in dieser Folge strapazieren die Autoren echt unser Verständnis. Eine sich permanent bewegende Insel; ein Pendel, was die Insel wiederfinden soll; das „Nachstellen“ von 815; und letztlich der Flash aus dem Flugzeug. Miss Hawking sagt es perfekt, als sie das ganze als „Leap of faith“ bezeichnet – es IST eine Frage des Vertrauens für uns Zuschauer, dass die Lost-Autoren wissen, was sie hier tun. Wenn diese Folge nicht auch durchaus gute Aspekte gehabt hätte, hätte es wohl danach einen lautstarken Aufschrei gegeben.

I HAVE THE STRANGEST FEELING WE’VE BEEN THROUGH THIS EXACT SAME THING BEFORE
Die Folge beginnt mit einem Spiegelbild der allerersten Szene von Lost (was in meinen Augen die perfekte Eröffnungsszene der Staffel gewesen wäre). Viele von uns haben ja spekuliert, dass die Serie mit der Eröffnungsszene enden wird – ist diese Möglichkeit hiermit also vom Tisch? Kommt darauf an, ob man Anhänger von „Whatever Happened Happened“ oder „Alternativer Zeitlinie“ ist. Bei „WHH“ könnte man sagen, dass Jack, der im Dschungel aufwacht, gleichzeitig Anfang und Ende eines Kreislaufes sein könnte – sprich, dass Lost dort endet, wo es begonnen hat, nämlich mit „Pilot“. Dass in „316“ diese Szene gezeigt wurde, kann nichts weiteres bedeuten, als dass der eigentliche Kreislauf chronologisch bereits hier beginnt – in der Dharma-Zeit, da die Losties nunmal schon immer Teil der DI gewesen sind. Bei „ALT“ könnte man sagen, dass, da wir jetzt diese Szene erneut gesehen haben, das bedeuten kann, dass wir einen Tabula Rasa-Effekt haben – sprich: alles bis zu „316“ ist nichtig, und mit „316“ beginnt nun eine komplett neue Geschichte der Losties.
Jack hält in der Hand, als er aufwacht, noch einen Teil von Lockes Abschiedsbrief („I wish you had believed me“). Wieso dieser Zettel durch den Flash zerteilt wurde, ergibt keinen Sinn, denn ansonsten wurden alle Gegenstände unversehrt mitgeflasht (wobei technisch gesehen dann auch das Flugzeug mitgeflasht hätte sein müssen). Es war wohl reine Symbolik – denn folgendes ist hochinteressant: wenn man in die Bibel schaut unter John 3:16 heißt es „For God so loved the world that he gave his one and only son, that whoever believes in him shall not perish, but have eternal life.“ Sprich: wer glaubt, der lebt ewig. Und glauben nicht alle der Oceanic Six (äh: Five) in irgendeiner Art und Weise an Locke? Leben diese jetzt also ewig? Lockes Abschiedsbrief ist wahrscheinlich nur zerrissen, um symbolisch darzustellen, dass an diesem Punkt Jack vollständig zum Man of Faith geworden ist, und Locke vollkommen glaubt. Damn it – Jack springt wenig später sogar noch in einen Teich, womit eine Taufe symbolisiert werden dürfte... it’s a leap of faith.
Zurück zum Crash: kaum angekommen, wird Jack wieder mal als Held verlangt, da Hurley wohl lieber eine Viertelstunde nach Hilfe ruft, anstatt einfach ans Ufer vom winzigen Teich zu schwimmen. Wir sehen, dass er mysteriöserweise einen Charlie-Gedächtnis-Koffer mit sich trägt. Was darin ist, ist völlig unbekannt (ich hab dazu nicht mal eine Theorie parat), doch, was immer es ist – es muss wichtig sein für Jacob. Dann sehen wir Kate. Vom Rest der Oceanic Six (äh: Five) keine Spur, geschweigedenn vom Flugzeug. Die Szene wird völlig unnötigerweise am Ende der Folge erneut gezeigt, wo die Szene jedoch damit endet, wie Jin aus einem nagelneuen Dharma-Bully aussteigt.

WE’RE NOT IN THE PAST ANYMORE, THIS... IS THE FUTURE
Willkommen in St Jacob’s Church, in der das mit Pazifikwasser geweihte Pendel über einer Magnetkammer hin und her schwebt um eine dahintreibende Insel zu finden. Diese Szene und die nächste sind der Inbegriff dessen, was an dieser Folge nicht stimmt. Wir alle haben geduldig 4 ½ Staffeln abgewartet, um gewisse Antworten zu bekommen – beim Vortrag von Eloise Hawking jedoch, was es mit der Insel auf sich hat, hätte mein Interesse nicht geringer sein können. Und wenn man sich die Gesichter von Jack und Sun anschaut, kämpfen auch diese beiden mit dem Schlaf. Auf diese Art und Weise wollte niemand von uns Fragen beantwortet haben.
Das Pendel gehört jedenfalls zur Dharma-Station Lamppost, der wohl einzigen Off-Island-Station. Dass es zwischen DI und US Army eine Verbindung gibt, bestätigt das Armee-Foto in der Station. In „Mysteries of the Universe“ haben wir erfahren, dass der DI-Finanzier Alvar Hanso Waffenlieferant war – gut möglich also, dass er über Armeekontakte von der Insel erfahren hat.
Wir erfahren, dass die Insel sich permanent bewegt (Come on!?!). Dass der Frachter – obwohl die Maschinen tot waren – immer in der Nähe der Insel blieb, könnte bedeuten, dass sich der gesamte Frachter bereits im Umfeld der Insel befunden hat. Es ist jedoch höchst seltsam, dass die Insel niemals eine der stark befahrenen Schifffahrtsrouten im Pazifik gekreuzt haben soll. Die Insel scheint jedoch nur „getrieben“ zu sein, und nicht sprunghaft „gehüpft“ zu sein, wie das beim FDW der Fall war.
Und ach ja – es muss Ajira 316 genommen werden, da wohl nur dieser Flug innerhalb der nächsten Stunden die Insel kreuzen wird (alle anderen Flüge auf der Seite im Ordner zeigen andere Koordinaten an).
Wenn in dieser Szene eine Sache gut war, dann war das Desmond. Sein angepisster Blick ist Gold wert. Sein Ausraster, in der er Hawking endlich mal die Meinung geigt, ist eine meiner liebsten Desmond-Szenen. Und ziemlich nah an der Wahrheit ist er auch noch: „They're playing some kind of game, and we are just the pieces“ - zwar sind nicht Eloise und Ben die Spielenden, aber die Aussage scheint so zu stimmen. Wutentbrannt stürmt Desmond aus der Kirche, um einige Einkäufe zu erledigen und dann von Ben angeschossen zu werden.

CAN YOU FACE SOME UNPLEASANT FACTS?
„This is ridiculous“ - danke Jack. Du sprichst uns allen aus der Seele.
Es IST lächerlich, dass die Gegebenheiten von Oceanic 815 nachgestellt werden müssen, um die Oceanic Six (äh: Five) zurückzubringen. Und wenn nicht? Das Resultat wäre unvorhersehbar... verdammt noch mal, wieso sagt dann die Hawking wenig später, dass sie seit langer Zeit nicht mehr wisse, was als nächstes passieren würde. Heißt das, die Umstände wurden nicht gut genug nachgestellt? Fehlt einer an Bord? Wenn ja, kann das nur Walt sein. Oder Aaron – aber um Oceanic 815 nachzustellen, müsste man erst mal ein 3jähriges Kind in Kates Uterus hineinpressen... Vielleicht fehlt aber auch keiner an Bord, sondern es war einer zuviel dabei... Ben? Vielleicht jedoch wurden die Umstände auch optimal nachgestellt, und Miss Hawking denkt einfach nur, dass lediglich Ben, Jack und Sun im Flieger sitzen – womit das Resultat also keineswegs unvorhersehbar gewesen wäre... Miss Hawking ist kacke.
Die Schuh-Aktion als Proxy für Christian Shephard ist so dümmlich, dass ich noch nichtmal den Hauch einer Idee habe, wie sich das Ganze erklären könnte. Ich befürchte jedoch, die Antwort darauf wird genauso schlecht sein, wie die ganze Aktion an sich.
Am Ende bin ich so genervt und gelangweilt von der miserablen Qualität dieser Hawking-Story, dass ich mich nichtmal mehr frage, woher Miss Hawking denn so genau weiß, wie so eine Rückkehr vonstatten gehen muss.
Abschließend gibt sie dann Jack noch Lockes Abschiedsbrief – wieder so eine Ungereimtheit, dass sie im Besitz von diesem Brief ist. Hat Ben ihr den vorher gegeben? Wenn ja, warum? Weil Jack sich eher von Miss Hawking weichkochen lässt, als von Ben?... This whole scene is ridiculous!

IRONY CAN BE PRETTY IRONIC SOMETIMES
Bens Monolog über Thomas den Apostel ist eine der ersten wirklich guten Szenen der Folge. Monumental spricht er hier über Vertrauen an die Wiedergeburt Jesu – da er jedoch überhaupt nicht die Wiedergeburt Lockes als Möglichkeit in Betracht gezogen hat (oder vielleicht doch?), wird dieser brilliante Vortrag auch noch herrlich ironisch. Hier Bens Vortrag:
„Thomas the Apostle. When Jesus wanted to return to Judea, knowing that he would probably be murdered there, Thomas said to the others, ‚Let us also go, that we might die with him’. But Thomas wasn’t remembered for this bravery. His claim to fame came later – when he refused to acknowledge the resurrection. He just couldn’t wrap his mind around it. The story goes, that he needed to touch Jesus’ wounds to be convinced.“
Brechen wir das ganze Mal auf Lost übertragen auf:
Jesus = ganz klar Locke – nicht sehr subtil zeigen sie ihn uns in der nächsten Folge sogar in Erlöser-Pose.
Thomas = Jack. Er war es, der die anderen Oceanic Six (äh: Five) nach anfänglicher Skepsis zur Rückkehr überredet hat. Seine Skepsis über Lockes Wiedergeburt hat er indirekt geäußert, als er nicht verstanden hat, wieso sie eine Leiche zurückbringen müssen. Aber wie sagt Ben so schön: „We’re all convinced sooner or later“
Judäa = die Insel. Nach Ägypten, Atlantis, Hints auf das antike Rom, Babylon und Karthago – was brauchen wir am dringendsten? Eine weitere antike Region, die mit der Insel in Verbindung steht. Dude, allmählich glaube ich wirklich, dass an meiner Theorie was dran sein könnte, dass der Tempel auf der Insel die Schnittstelle zwischen allen Zeiten repräsentiert (und vielleicht auch allen räumlichen Ebenen).
The Others = die restlichen Oceanic Six (äh, Five).
Und nachdem Ben wie ein Chorknabe friedlich mit gefalteten Händen in der Kirche saß, eine Kerze anzündete und Bibel-Stories zum Besten gab, macht er sich auf, um in christlich-nächstenliebender Art, Penny zu töten.

LOOKS LIKE I PICKED THE WRONG WEEK TO QUIT DRINKING
Armer Jack – will die ganze Zeit nur einen Drink nehmen, und wird permanent davon abgehalten. Später von Kate, zunächst von einem Anruf vom Altersheim. Die Szene mit Jacks Großvater sticht wohl für alle von uns als seltsam nichtssagend raus. Ich kann mir nur denken, dass Jacks Opa an einem späteren Punkt nochmal relevant werden wird, ansonsten ist diese Szene nicht nur nichtssagend, sondern kompletter Dreck. Auch wenn Jack nicht der größte Fan von seinem Vater war, IRGENDETWAS von ihm wird er ja wohl noch haben, was er Locke geben könnte. Diese ganze Schuh-Szene wirkt so gestellt, und so un-lost-ig, vor allem die Art, wie Jack die Schuhe ansieht, und dann seinen Opa fragt, ob das denn seine Schuhe seien. Ganz schnell weiter zur nächsten Szene.

I CAN’T TELL YOU THAT – IT’S CLASSIFIED
Die nächste Szene ist leider fast genauso schlecht. Minutenlang sehen wir Jack durch seine Wohnung streifen (wann hatte er eigentlich die Zeit, diese aufzuräumen?), bis Kate sich reinschleicht, um noch ein letztes Mal den kleinen Jack zu begrüßen. Aber nur, wenn Jack nicht fragt, was mit Aaron passiert ist – und zu unserer aller Überraschung hat er auch nicht noch mal gefragt. Jack hat endlich aus seinen Fehlern gelernt, und seine größte Schwäche überwunden – nämlich seine Unfähigkeit „to let go“.
Am Morgen danach fragt er eine überhaupt nicht befriedigt aussehende Kate, wie sie ihren Kaffe mag. Wir alle wissen, wie sie ihn mag. Mit Sawyer. Hehe.
Dann wird nochmal ausführlich über Schuhe geredet – Kates Kommentar, dass Jack lieber Wanderschuhe mitnehmen solle, war aber eine wirklich nette Parallele zum Pilotfilm. Passend dazu erfahren wir etwas, was schon niemanden mehr interessiert hat, nämlich, wieso Christian immer weiße Schuhe anhatte. Und vermeintlich immer noch über die Schuhe sagt Kate „Why hold on to something that makes you feel sad?“ Captain Subtext meint hier aber nicht die Schuhe, sondern die Beziehung zwischen den beiden.
Nachdem ein von Desmond zu Brei geschlagener Ben Jack zur Metzgerei schickt, sehen wir dann ausführlich, wie Locke die Schuhe angezogen werden. Im Ernst: wenn mir in Staffel 6 nicht die Bedeutung dieser beschissenen Drecksschuhe erklärt wird, werd ich echt wütend.

YOU MUST GET EVERYBODY INTO THE LOUNGE
Und bevor ich schon Angst hatte, wieviel Airtime diese dummen Schuhe noch bekommen werden, sind wir – endlich – am Flughafen. Caesar und Ilana haben einen ersten (unspektakulären) Auftritt, wodurch wir sehen, dass auch Sayid mit von der Partie ist. Und auch Hurley ist, dank Jacob, am Flughafen. Dieser liest übrigens ein Comic-Heft, das gleich in zweierlei Hinsicht ein Hint sein könnte. Das Comic-Heft heißt „Y: El último hombre“ / „Y: der letzte Mann“. Hint 1: Hurley ist womöglich tatsächlich am Schluss der letzte Überlebende auf der Insel, womöglich derjenige, der Adam und Eve in der Höhle beisetzen wird. Hint 2: „Y“ heißt auf spanisch „und“ - es könnte also genausogut heißen „Hurley und der letzte Mann.“ Der letzte Mann könnte dann sein, wer immer aus dem Jacob-Samuel- Konflikt als Sieger hervorgehen wird. Wo wir gerade die Namen Hurley und Jacob beisammen haben: woher weiß Hurley, um welchen Flug es sich handelt und wann dieser abfliegt? Jacob hat es ihm nicht gesagt... hatte er vielleicht nochmal Besuch von einem toten Kumpel?

EXCUSE ME DOC, I GOT A PLANE TO LAND
Hier sind wir nun in Ajira 316. Da ich es nie so empfunden habe, als würden alle 316er eine andere Rolle eines 815ers übernehmen, werd ich jetzt nicht anfangen, aufzulisten, welche Parallelen es bei wem mit wem von 815 gegeben hat. Denn diese Rechnung würde nämlich nirgendwohin führen. Wer wäre denn der Ersatz für Mr. Eko? Wer wäre der Ersatz für Rose und Bernard? Ich denke, es gibt nur einen einzigen wirklichen Ersatz auf 316: der tote Locke, der das exakte Gegenstück bildet zum toten Christian.
Als nacheinanderweg Jack und Ben an Sayid vorbeiziehen, ist es immer wieder herrlich amüsant, Sayids Reaktionen zu sehen, und seine schleichende Befürchtung, wo dieser Flug hingehen wird. Im Übrigen ist mir auch aufgefallen, dass auch Ilana Jack angekuckt hat, als dieser eingestiegen ist. Muss nichts zu bedeuten haben, kann aber. Hurley ist dann am energischsten dagegen, dass Ben mitkommt, was interessant ist, da Jacob Hurley persönlich angeheuert hat, und Ben derjenige ist, der Jacob letztendlich töten wird.
Es ist schon ziemlich schmerzhaft, zu sehen, wie alle der Oceanic Six (äh: Five) voneinander getrennt sitzen und wie weit sie sich entfremdet haben seit ihrer Rückkehr. Kate sagt es sogar noch explizit: „We’re on the same plane, that doesn’t make us ‚together.’“
Kaum in der Luft stellen wir dann fest, dass noch ein alter Bekannter an Bord ist – mit dem ich nicht gerechnet habe, ihn überhaupt nochmal bei Lost zu sehen: Frank Lapidus. Er ahnt, dass der Flieger nicht nach Guam geht. Und wir ahnen, dass, wenn es jemanden gibt, der sicher auf der Insel landen kann, dann ist es Wank LaPenis.

I SAY, LET ’EM CRASH
Indirekt erhalten wir in dieser Folge eine Antwort auf die Bedeutung der Redshirts bei Lost, als Jack fragt „And the other people on this plane, what’s gonna happen to them?“ und Ben darauf antwortet: „Who cares?“
Ben liest inzwischen Ulysses, was ich ziemlich sarkastisch finde, basiert das Buch doch auf Homers Odyssee und die Wartezeit seiner Penelope, die wiederum Vorbild war für die Odyssee Desmonds und die Wartezeit von Penelope Widmore – welche Ben ja kurz vor seinem Abflug töten wollte. Bin ich eigentlich der einzige, der es komisch findet, dass Ben ein Buch liest, das er offensichtlich niemals beenden wird? Könnte sich in dieser Unvollendetheit schon wieder ein Hint verstecken? Mein Gott, allmählich werde ich paranoid... Und BTW – nein, ich habe keine Idee, warum Ben gesagt hat, dass seine Mutter ihm das Lesen beigebracht hat. Aber ich empfand den Satz als zu prägnant, als dass er völlig bedeutungslos sein sollte.
Auch Jack kriegt jetzt eine Fluglektüre, nämlich Lockes Abschiedsbrief, den er nach einem sarkastischen Gespräch mit Ben liest, als Jack Ben fragt, ob er wisse, dass Locke sich selbst umgebracht habe und Ben das verneint – naja, wenn jemand die wahren Umstände von Lockes Tod weiß, dann ist es Ben.
Es kommt zu Turbulenzen, als das Flugzeug die Insel betritt. Das Flugzeug betritt die Insel unter Garantie in der richtigen Peilung – etwas, was Miss Hawking mit Sicherheit in ihrer Berechnung miteinkalkuliert hat. Da diese Peilung sich ja immer ändert (325 bei Michael, 305 bei Daniel), würde ich sogar darauf wetten, dass diese Peilung inzwischen bei 316 liegt. Insider-Joke: „What’s our vector, Victor?“ ;)
Die Tatsache, dass die Oceanic Six (äh: Five... äh: Four) aus dem Flugzeug geflasht sind, habe ich anfangs für hochgradig unlogisch gehalten, mittlerweile jedoch ergibt dieser Punkt für mich sogar richtig Sinn. Hier meine Theorie dazu: die Oceanic Six waren wirklich NIEMALS dazu bestimmt, die Insel zu verlassen – ihr eigentlicher Platz wäre es gewesen, zusammen mit Sawyer & Co. durch die Zeit zu flashen und im Endeffekt in der Dharma-Zeit zu landen. Da diese jetzt nicht in Rekordzeit durch die Zeitepochen gejagt werden sollen, bekommen diese nunmal einfach nur das Resultat der Flashes mit – nämlich die Dharma-Zeit. Wahrscheinlich wurde durch das Fehlen von Jack & Co. in den verschiedenen Zeiten die Vergangenheit geringfügig verändert – jedoch wohl kaum so stark, als dass die Course Correction das nicht mühelos wieder ausbügeln könnte. Die Frage, wieso Sun nicht in die Dharma-Zeit geflasht ist, könnte bedeuten, dass ihre ursprüngliche Vorsehung war, bei den Zeitflashes zu sterben. Demnach hätte sie das Resultat der Flashes nie erreichen können. Ben natürlich sowieso nicht, da dieser ja wahrscheinlich sowieso nicht mehr hätte wieder kommen dürfen. Zugegebenerweise hat diese Theorie jedoch einen Haken – nämlich Frank...

OFFENE FRAGEN
- Wieso müssen die Umstände von 815 nachgestellt werden?
- Inwiefern ist die Insel noch nicht fertig mit Desmond?
- Wieso benötigt Locke einen Gegenstand von Christian?

FAZIT
Durchschnittliche Mittelmäßigkeit – die Folge hat sehr schlechte Seiten (Miss Hawking, die Schuhe, 1001 dumme Jackfaces) und sehr gute Seiten (der Flug, die Wiedervereinigung der Losties, das Ende der Oceanic Six-Story), so dass am Ende eine sehr mittelmäßige Folge übrigbleibt, die zeitweilig wirkte wie eine Parodie auf Lost (deswegen auch meine Kapitel-Überschriften, die alle Zitate aus „Airplane!“ sind).

5/06 316 (Maike)

1. Der Anfang zeigt das Ende. Jack wacht im Dschungel auf, wie im Piloten mit einem Anzug gekleidet, und ist verwirrt darüber, was geschehen ist. Dann hört er aus einiger Entfernung Hilferufe und eilt los. Der Hilfesuchende stellt sich als Hurley heraus, der einige Meter unter Jack in einem kleinen See herumpaddelt. Mit einem Kopfsprung ins Wasser kann Jack ihn erreichen und ihn an den Rand des Sees bringen. Sie sind zurück auf der Insel: "Yeah. We´re back."
Ob dieser ganze Folgenanfang nun ein Hint auf das Serienende ist oder nicht, kann man wohl erst mit Ende des sechsten Staffelfinales wirklich erkennen. Ich hoffe erstmal einfach für Staffel 6 auf WHH und das es keine alternative Timeline gibt, doch könnte ich mir einen im Dschungel aufwachenden Jack sehr gut als Ende der Serie vorstellen (aber dann zur 2004 Zeit^^), sollte die Serie nicht ursprünglich sogar "the Circle" heißen?

2. Um den Anfang, bzw. das Ende zu verstehen müssen wir zunächst 46 Stunden zurück zur Lamppost und Eloise Hawking.
Diese führt Jack, Ben, Sun und Desmond in die unter der Kirche versteckte Dharma-Station, die sich als erste aller Stationen herausstellt. "This is how they found the island." erklärt Mrs. Hawking, nicht ganz ohne wie eine Grundschullehrerin bei einem Klassenausflug zu klingen. Nebenbei lässt sie durchscheinen, dass sie nicht sehr viel von Benjamin Linus hält und bestimmt niemals schwören würde, dass er die Wahrheit sagt (zum Beispiel darüber, ob er diese Station kennt). Liegt wahrscheinlich damit zusammen, dass er schon, während sie noch Teil der Others war, integriert hat, um der Anführer zu werden. Weiterhin erfahren die Anwesenden dann noch einige interessante Fakten über die Insel, zum Beispiel, dass sie sich ständig bewegt und man um sie zu finden nicht wissen muss, wo sie sich momentan befindet, sondern wann sie sich wohin bewegen wird. Die Zeitfenster zum Betreten der Insel sind jedoch nur für kurze Zeit geöffnet, sodass sie sich jetzt beeilen müssen. Die Dharma Initiative hat diese Tatsachen irgendwann herausgefunden und daraufhin die Lamppost an diesem Ort errichtet, da sie sich über eineem magnetischen Feld befindet, wodurch sie die Insel stets lokalisieren konnten.

Mrs. Hawking merkt jedoch, dass sie scheinbar nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit erlangt hat und fragt Desmond nach dem Grund für sein Auftauchen. Er übermittelt ihr daraufhin die Nachricht von Daniel, dass die Zurückgebliebenden in Gefahr sind und nur sie ihnen helfen kann, kein anderer. Ihre stumpfe Antwort, dass sie ja helfen würde, ist mehr als lächerlich, doch der nächste Satz eventuell ein sehr wichtiger: "The island isn´t done with you yet.". Das ist allerdings das Letzte, was Desmond hören möchte und so sagt er den Umstehenden mal ordentlich die Meinung, dass er schon genug Zeit auf der Insel verschwendet hat, nur weil er auf Eloise gehört hat und sie alle nur ein kleiner Teil von einem Spiel sind. wie recht er doch damit hat. Zuletzt gibt er Jack noch den Rat, alles zu ignorieren, was ihm erzählt wird und einfach wegzugehen, denn zumindest er ist "done with the island!". Du siehst das momentan vielleicht noch so, Desmond, aber wenn selbst "I-can-fix-it-Jack, der 4 1/2 Staffeln der "man of science" gewesen ist, seine Meinung innerhalb von ein paar Tagen ändert, wird es dir eventuell ähnlich ergehen für Staffel 6.

Nun gut, wieder zum Rückkehr-Plan. Um alles glatt laufen zu lassen, müssen die Oceanic 6 und Ben den Flug 316 nehmen und so gut, wie es geht den Oceanic-Flug nachstellen, mit dem sie erstmals auf die Insel gelangt sind. Warum, wieso, weshalb? Keine Ahnung, füllt aber den Rest der Folge, also muss es gemacht werden.
Auf die Frage, ob das schon alles sei, wird Jack zu einem anderen Raum geleitet (irgendwas ist ja immer, was?^^) und erhält nun den Abschiedsbrief von Locke. Er ist immer noch schockiert über seinen Selbsmord und kann ihn sich nicht erklären. Schon hier ist die Schuldzuweisung an sich selbst zu sehen. Außerdem soll er etwas von seinem Vater mitgeben, damit der 815-Flug so gut es geht nachgestellt ist.

Zurück in der Kirche heckt Ben schon seinen nächsten Schritt aus, damit er aber nicht gestört wird, tut er mal eben so, als würde er eine Runde beten. Sun ist schon verschwunden und nach einer kleinen Passage aus der Bibel, die Jack noch mehr in die Glauben ist besser als Wissen Richtung bringt, geht auch Ben, weil er noch etwas erledigen muss (und aufs Maul kriegen muss^^).

3. Tja und was macht man, wenn man für den Moment nicht weiter weiß und man Jack Shephard heißt? Richtig, man sucht die nächstbeste Bar und genehmigt sich erstmal einen Drink. Dabei wird er von dem Altenheim angerufen, in dem sein Großvater lebt. Dort angekommen, stellt sich heraus, dass sein Opa mal wieder abhauen wollte. Wohin? Keine Ahnung, vielleicht zur Insel?! (das wäre echt dämlich...) Bei ihrem Gespräch erzählt Jack ihm, dass er für einige Zeit fortgehen wird und findet just in diesem Moment die Schuhe von seinem Vater. Also nimmt er dem armen Ray auch noch die Schuhe weg und geht nach Hause. Dort angekommen, erstmal ´nen Drink (wozu eigentlich Locke für Christian tauschen, wenn Jack doch bestimmt auf dem Flug genauso ein Säufer ist, wie es Christian mal war, das hätte doch bestimmt gereicht^^). Doch auch dieser wird wieder unterbrochen, weil Jack nach dem Auslöser für seltsame Geräusche in seiner Wohnung suchen muss. Kate ist es, die völlig fertig (aber extrem willig) auf seinem Bett liegt und nun doch mit Jack zurück zur Insel will. Aaron ist an einem sicheren Ort und sie will nie wieder von Jack nach ihm gefragt werden. Der geht erstaunlich schnell darauf ein, dass sein Neffe irgendwo hin ist und er ihn wahrscheinlich nie wieder sehen wird, aber Kate ist ja auch extrem willig, also ist alles andere egal.
Am nächsten Morgen überrascht Jack Kate mit Kaffee und Orangensaft und so wie sie guckt, gabs in ihrer Verlobungszeit wohl nur Wasser und Brot. Beim Kaffee kommt dann das Gespräch auf die Schuhe und wir erfahren, dass Christian eigentlich diese Schuhe tragen sollte, er sie aber nicht mit in Australien hatte, sodass Jack ihm nur Tennischuhe anziehen lassen konnte.

Die beiden werden von einem Anruf gestört, das Kate gleich als Vorwand nimmt zu verschwinden. Es ist Ben, der sich gar nicht gut anhört und am Hafen auch nicht sehr gut aussieht, er wurde ziemlich vermöbelt. Jack soll deswegen Locke beim Schlachter abholen und zum Flughafen bringen, sie treffen sich dann dort.

Also fährt Jack zu Jill und lässt sich von ihr zu Locke bringen, sie will alles vorbereiten für den Transport und lässt die beiden alleine. Wie aufgetragen und wie er auch sagt, völlig verrückt, zieht Jack dem toten Locke nun die Schuhe von Christian an und gibt ihm bei der Gelegenheit auch noch seinen Abschiedsbrief zurück.

4. Endlich am Flughafen hat Jack zwar erst auch ein paar Probleme Locke in das Flugzeug zu bekommen, doch ist er ja im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und es klappt doch noch. Kurz taucht Cesear auf und teilt sein Beileid mit, als er gerade eincheckt. Was an dem so besonderes sein soll, habe ich bisher nicht begriffen.
Während die beiden ihre zwei Sätze austauschen, sieht Jack wie Sayid, der Handschellen trägt, durch eine Frau auch zu dem gleichen Gate geführt wird.
Dann jedoch die größte Überraschung mit Hurley, der auch an Bord will und einen omniösen Gitarrenkoffer bei sich trägt. Jack freut sich wirklich ihn zu sehen, doch warum er auch dort ist, will Hurley nicht beantworten. Schön, dass Hurley ansonsten noch der alte ist, der sich auch Sorgen um andere macht, weshalb er alle noch freien Plätze im Flugzeug gekauft hat und sie auch nicht wieder hergeben will.

An Bord sitzen schon Sun und Kate, es hat also so geklappt wie Ben es wollte, der aber fast zu spät zum Abflug kommt und ziemlich lediert aussieht. Als das Flugzeug schon gestartet ist, bekommt Jack den Abschiedsbrief von Locke wieder zurück, er muss ihn anscheinend doch unbedingt lesen.
Das Beste an der ganzen Folge ist Frank Lapidus als Kapitän des Fluges. Klasse, dass er noch wieder auftritt und uns noch eine ganze Zeit erhalten bleibt. Jack kontaktiert ihn und als Frank dann die anderen Oceanic 6 sieht, merkt er, dass es kein normaler Flug werden wird.
Zwischen Ben und Jack gibt es dann kurz vor den Turbulenzen noch ein nettes Gespräch, in dem Ben erstmal darüber lügt, dass seine Mutter ihm lesen beigebracht hätte und danach sagt, dass er nicht wusste, dass John Selbstmord begangen hat. Kann er ja auch nicht wissen, schließlich wurde Locke ja ermordet. ;)
Zumindest macht Jack sich mittlerweile immense Vorwürfe wegen Locke und dem Verlassen der Insel und nun ist er soweit, den Abschiedsbrief zu lesen: "Jack, I wished you had believed me. J.L.". Ein Satz, den Jack bestimmt auch schon das ein oder andere Mal zu sich selbst gesagt hat.
Genau nachdem er ihn gelesen hat, beginnt der Eintritt zur Insel und Sayid, Jack, Hurley und Kate flashen aus dem Flugzeug, , Sun, Frank und Ben bleiben dort und stürzen mit allen anderen Passagieren ab.

5. Das einzig interessante am Ende der Folge ist das Auftauchen des Dharma Busses, den niemand anderer als Jin fährt.

Fazit:
Durchwachsen. Endlich ist die O6-Story beendet und wir erfahren ein paar interssante Fakten über die Insel. Doch andererseits war es einfach zu viel Jack und Off-Island für eine Folge. Es gibt zu viele verwirrende Parts: kommt Desmond noch wieder zur Insel? Ist Jacks Opa nun noch ein wichtiger Charakter oder nur Mittel zum Zweck, damit Jack die Schuhe erhält? Warm musste der Oceanic-Flug nachgeahmt werden? Wirklich schade!