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Montag, 12. April 2010

6/11 Happily Ever After (Ivan)

Alright(y) then, Brother!

Bevor ich zu dieser wohl speziellsten Lost Folge der sechsten Staffel, wenn nicht gar der ganzen Serie komme, muss ich noch einen Gedanken voranstellen, der mir im Verlaufe der letzten Woche gekommen ist, nicht zuletzt nach den Diskussionen im Forum und auch zu den Kommentaren zu meinem letzten Recap.

Dieser Gedanke betrifft gleich mehrere unklare Elemente, die mehr oder weniger seit längerer Zeit diskutiert werden. Da ist z.B. in der letzten Folge good old Desmondo als entscheidende Figur ins Spiel gebracht worden. Aber ein Mr. Hume ist bis anhin nicht als Candidate bekannt. Wie kann es also sein, dass jemand, der nicht von Jacob eingeplant war, die entscheidende Figur im WAR sein wird? Eine zweite Unklarheit dreht sich rund um die Erscheinung Christian: Eine andere Form von Samuel? Oder eine Erscheinungsform von Jacob? Da die Art und Weise des Erscheinens eher Jacob-like ist, und die meisten Taten (auf dem Frachter, beim Donkey Wheel, in der Mobisode mit Vincent etc.) auch nicht gerade Samuel-mässig sind, scheint mir Christian nicht eine andere Form von Samuel zu sein. Hingegen finde ich eine zweite Erscheinungsform von Jacob erstens nicht logisch (da er das sonst auch nie macht) und zweitens würde dies gegen Jacobs Credo verstossen, selber nicht den Anstoss zum Handeln zu tätigen (wie in Ab Aeterno ja erläutert wurde). Was also soll diese Christian-Erscheinung? Und zu guter Letzt zwei mir noch ganz ungeklärte Dinge: Warum kann Widmore für Ewigkeiten die Insel nicht finden und kaum kommt es drauf an, findet er sie? Ist hier Jacob am Werk, oder (und dazu tendiere ich) hat hier doch Eloise ihre Finger im Spiel? Diese Vermutung ist umso wahrscheinlicher, da sie ja zu Desmond sagte, dass die Insel noch nicht fertig mit ihm sei – und wie kommt er wieder auf die Insel? Natürlich mit/durch Widmore. Die zweite mir noch unklare Sache ist die Dharma Initiative. Immer noch wissen wir nicht, was genau sie auf der Insel wollte, weshalb sie von den Others bekämpft wurde. All diese Dinge, so schien es mir plötzlich, könnten aber auch in einen Zusammenhang gebracht werden: Was, wenn es tatsächlich noch eine dritte Partei gibt? Das Widmore also nicht unbedingt auf der Seite von Jacob ist (was Brams Aussage Miles gegenüber erklären würde), aber erst recht nicht auf der Seite Samuels. Widmore könnte, nachdem er von der Insel verbannt wurde, irgendwie in Kontakt mit der DI gekommen sein. Diesen Zusammenhang ist nicht undenkbar, da Eloise ja eine Station der Dharma benützt. Das geniale daran ist, dass man somit eine dritte Macht einbauen kann und gleichzeitig ein wichtiges Lost-Mysterium gelöst wird: Sinn und Zweck der DI.

Nun zur aktuellen Folge. Nach dem Schluss der letzten Folge war ja klar, dass es sich um Desmondo handeln würde. Eine ausgezeichnete Folge war also vorprogrammiert. Und obwohl die Folge überraschenderweise zu einem enorm grossen Teil aus Sideflashes bestand, konnte die Folge die Erwartungen erfüllen. Aber wie schon erwähnt, ist es nicht nur eine ausgezeichnete Folge, sondern auch eine sehr spezielle, was an den Sideflashes liegt. Da die Sideflashes hier einen zentralen Platz einnehmen, werde ich in diesem Recap ausnahmsweise genauer auf sie eingehen und daher auch zuerst mit der Insel-Action anfangen.

Insel-Action:
Es beginnt mit einer Desmondo-Nahaufnahme und man denkt: Yes, jetzt geht’s ab. Dann der Schock: Zoe taucht auf. Es scheint als ob sie meinen Recap gelesen hat, hat sie doch die Haare zusammengebunden; nichtsdestotrotz scheint auch das nicht zu helfen, aber ich sollte jetzt zu wichtigeren Punkten kommen. Widmore erklärt Desmondo, dass dieser wieder auf der Insel ist, worauf ihn Des mit dem Tropf vermöbelt. Herrlich. Diese Gewaltausbrüche sind immer wieder gut in die Tat umgesetzt. Widmore hat fortan eine üble Schramme überm linken Auge, im Gegensatz zu anderen (z.B. Jack) scheint das aber keine Auswirkungen auf die Siderealität zu haben. Ich frage mich hier, ob das bloss Zufall ist, oder ob nicht doch etwas Tiefgründigeres dahintersteckt. Ich werde im Gedanken/Theorien-Abschnitt darauf zurückkommen. Dann kommt wieder so eine unglaubwürdige Szene: Widmore bringt plötzlich selber den Zeitplan durcheinander, obwohl er erst in letzter Folge Zoe dafür kritisiert hatte. Naja, es kommt noch schlimmer: Dieser Magnetraum konnte noch nicht mal richtig getestet werden, trotzdem will Widmore seinen einzigen Trumpf bereits reinstecken? Warum nicht warten, bis Desmondo wieder bei Kräften ist, immerhin hat dieser ja drei Tage lang am Tropf gehangen. Ach ja, dazwischen war ja noch diese Szene, in der ein Redshirt gebraten wird. Was soll das? Das sind doch Leute, die die Welt retten wollen und dann passiert denen sowas Stümperhaftes? Auf jeden Fall weiss jetzt auch wirklich der Hinterletzte, dass dieser Magnetraum GEFÄHRLICH ist und das Desmondo aber SPECIAL ist und eine solche böse Maschine überlebt. Hier frage ich mich, woher Widmore weiss, dass Desmondo bereits eine solche Energiemenge abbekommen hat. Und irgendwoher muss er auch auf den Plan gekommen sein, Desmondo irgendwie als Waffe gegen Samuel einsetzen zu können. Oder als Waffe gegen die Insel. Und noch eine Frage beschäftigt mich: Woher zum Teufel haben die das ganze Equipment? Konnte dies alles mit dem U-Boot hergebracht werden? Und woher nehmen sie den Strom? Ich will ja nicht kleinlich sein, also lasse ich diese Fragerei mal sein. Nun ist also unser Schotte an der Reihe und enthält eine fiese Prise Magnetelektrowellen (oder was auch immer), worauf wir seinen ersten Sideflash sehen, der dann unerwartet laaaaang ist.
Kurz vor Ende der Folge wacht Des wieder in der Insel-Realität auf. So lange der Sideflash auch dauerte, so kurz soll seine Bewusstlosigkeit gewesen sein, nur einige Sekunden. Das verwirrt mich ein wenig, da Des in The Constant ja immer so lange bewusstlos war, wie sein Sprung andauerte. Und gerade bei Des wurde der Sideflash gleich dargestellt, wie damals, kann er ja durch die Erlebnisse in der Siderealität sein ganzes Verhalten auf der Insel ändern. Desmond scheint plötzlich zu wissen, wie wichtig er ist und dass Widmore auf der guten Seite ist, denn er wehrt alle Erklärungsversuche von Widmore mit „I understand“ ab und kann es kaum erwarten, mit der Mission zu beginnen, obwohl Widmore zu ihm sagte, dass er von ihm ein Opfer verlangen müsse. Es kommt dann aber doch alles anders, denn der nichts fühlende Folter-Iraki schiesst zwei Widmore-Leute nieder, lässt aus mir unbegreiflichen Gründen eine der wichtigsten Personen der Gegenseite laufen und möchte Des auf seine Seite bringen. Überraschenderweise scheint dieser nicht zu zögern und geht mit Sayid mit, worauf er dann wieder in die Siderealität flasht.

Sideflash:
Der unglaublich lange Sideflash beginnt im Flughafen. Somit ist also klar, dass der gute alte Desmondo nicht etwa mitten im Flug verschwunden ist, wie man das nach LA-X durchaus phantasieren konnte. Dann das Treffen mit Claire (warum gerade sie, denkt man vielleicht zu Beginn, im Verlauf des SFs wird das aber klar); mich irritierte dabei, dass sie zu Des zwar sagt, dass sie nun sämtliches Gepäck habe, aber dennoch mit einem strangen Blick zum Band schielt. Dann Abholung durch George – bis ich endlich wieder wusste, welcher Lost-Nebendarsteller das auf der Insel-Realität war – der ihn mit edler Limousine sofort zu seinem Boss fährt. Das ist niemand geringeres als Mr. Widmore und die beiden scheinen sich in dieser Realität ziemlich zu mögen. Hier habe ich eigentlich den Switch zur Insel-Realität erwartet, aber es geht munter weiter, denn Des erhält den Auftrag, Charlie abzuholen und zu beschützen, oder was auch immer. Für mich war nun klar, dass entweder etwas wirklich zentral Wichtiges in diesem SF kommen muss oder dass es eine echt miese Folge werden würde. Doch dann wird es wirklich echt interessant, denn das, was Charlie erzählt ist nicht etwa ein Drogenrausch, sondern ein Bewusstseinserlebnis der „echten“ Realität, er „fühlt“ Claire und will Des dazu bringen, ebenso etwas zu fühlen. Dann die Szene im Wasser. Zuerst dachte ich, dass es sich doch nicht um ein Erkennen der anderen Realität handelt, sondern der SF nur dazu gebraucht wird um zu zeigen, dass Charlie auf die gleiche Art und Weise stirbt, wie auf der Insel. Ok, das wäre nett gewesen, hätte aber einen solch langen SF niemals gerechtfertigt! Doch dann geht es wirklich ab, denn Desmondo erlebt ebenfalls eine Szene aus der anderen Realität. Ei n echter Mindfuck! Wow, ich war echt geplättet. Des will nun unbedingt wissen, was es mit „not Pennys Boat“ auf sich hat, oder vielmehr wer Penny sein soll. Das führt ihn zur Frau von Widmore, die natürlich nur Eloise sein konnte. Diese reagiert ziemlich befremdend auf die Frage, wer diese Penny ist, die auf der Gästeliste steht. Gerade die Begründung, dass er noch nicht so weit sei. Der SF wird nun immer vertrackter, da Daniel Farraday – in der Siderealität ein Musiker – Des anspricht und ihm dann sein Notizbuch zeigt. Mein Herz stand still denn ich dachte schon, darin stehe „Desmond will be your constant“. Das war es dann zwar nicht, aber Dan hat anscheinend im Schlaf oder ohne Bewusstsein dieses Buch voll mit Gleichungen der Quantenphysik gekritzelt, obwohl der Farraday der Siderealität keine Ahnung von der Sache hat. Farraday versucht Des zu erklären, dass es sich hier um eine neue Realität handeln könnte, die er durch eine Atombombe verschuldet habe. Des erfährt zudem, dass Penny Dans Halbschwester ist, und dass er sie im Stadion finden kann. Ausgezeichnet gemacht, denn nun ist es Penny, die sämtliche Stadionreihen durchjoggt. Des spricht sie an und dann kommt endlich der Switch zur Inselrealität.
Nachdem er beschliesst Sayid zu folgen, flasht er nochmals in die Siderealität. Hier erkennen wir, dass Desmondo also tatsächlich gleichzeitig in beiden Realitäten hin und her flasht, denn er war vor Penny bewusstlos geworden. Des vereinbart ein Treffen mit Penny und dann kommt nochmals ein Knaller: In der Limousine bittet Des den aufdringlichen George um die Passagierliste von 815, denn er möchte ihnen allen die andere Realität zeigen….

Gedanken/Ideen/Theorien:
-Dritte Partei: Diese Idee von einer dritten Macht neben Jacob und Samuel, konnte hier noch nicht wirklich bestätigt werden. Andererseits scheinen Widmore und besonders Eloise in der Siderealität mehr zu wissen, als unsere Losties. Was bedeutet das? Kann es sein, dass sich diese dritte Macht durchgesetzt hat? Ansonsten frage ich mich, woher bzw. weshalb die Widmores bereits wissen können, dass diese Realität eine veränderte ist. Auch frage ich mich in diesem Zusammenhang, weshalb gerade Widmore diese Schramme nicht auch in der Siderealität hat. Gerade bei Jack wurde das penetrant in Szene gesetzt und auch hier schien mir die Stirnverletzung von Widmore übertrieben deutlichgezeigt, weshalb ich davon ausgehe, dass das irgendeine Bedeutung haben muss.
-Siderealiät: Ein Produkt von Farraday? Diese Aussage passt immerhin mit Juliets Aussage „it worked“ zusammen. Wie kann aber eine A-Bombe eine ganz neue Realität schaffen? Und zwar nicht nur von dem Zeitpunkt an, an dem sie gezündet wurde, sondern rückwirkend mit einem ganz anderen Geschichtsverlauf? Und wie kann es dann zwei Parallelwelten geben? Oder aber Dan irrt sich und es ist gar nicht er, der diese neue Realität schafft, sondern Desmond, da dieser ja auch unglaubliche Energien aufnehmen und vielleicht auch entladen kann. Nur auch das erklärt eine zweite Realität nicht. Eine neue Realität ja, aber nicht zwei nebeneinander existierende (das beide gleichzeitig existieren zeigen ja Desmondos Sprünge). Ich steh also auf dem Schlauch und komm hier nicht wirklich weiter.
-Warum ist Des zuerst sofort bereit, Widmores Opfer zu sein und im nächsten Moment geht er mit Sayid mit? Eine Täuschung gegenüber Pennys Vater oder eine Täuschung gegenüber Sayid? Ich denke, dass Des schon weiter weiss, und deshalb mit Sayid geht. Dass er Widmore helfen möchte ist dadurch erklärbar, dass Des erkennt, dass er einerseits so Penny retten kann, andererseits sie für ihn nicht verloren ist, da er sie über Umwege auch in der Siderealität kennen lernen wird.

Fazit:
Eine geniale Folge. Mindfuck bzw. Lost at its best. Die Sideflashes bekommen endlich einen Sinn, nicht dass ich diesen jetzt besser verstehe, aber immerhin wird uns nicht eine neue Realität geboten, die ein Leben ohne Insel/Jacob darstellt. Desmonds Mission besteht darin, allen Losties ihre andere Realität aufzuzeigen, somit lebt die Insel auch nach dem Ende der Serie weiter, was ich wirklich schön finde. Dennoch bleibt abzuwarten, was es jetzt wirklich mit dieser Siderealität auf sich hat, aber zumindest werden mich diese SF nicht mehr so nerven.

Sonntag, 11. April 2010

6/11 Happily Ever After (Maike)

1. Für Desmond ist es ein böses Erwachen, als er die Augen öffnet und von Zoe begrüßt wird. Er ist noch benommen und nicht ganz fit, aber ganz langsam wird Des bewusst, dass er nicht im Krankenhaus ist. Widmore kommt hinzu und sagt die Wahrheit: Desmond ist auf der Insel, Penny und Charlie sind nicht dabei, sie sind in Sicherheit. Aus Wut darüber, gegen seinen Willen wieder zurück zur Insel geschleppt worden zu sein, schlägt Desmond auf Widmore ein. Seine Wut wird ihm nicht helfen können, genau wie Eloise in Staffel 5 ist auch Widmore überzeugt: "The island isn´t done with you yet!".
Jin versteht das alles nicht, sodass Widmore und Zoe es ihm anhand eines Tests zeigen müssen. Dieser soll sofort durchgeführt werden und nicht erst am nächsten Tag, wie eigentlich vorgesehen.
Auf dem Weg zum Kontrollraum führt Zoe Jin an dem gebauten elektromagnetischen Raum vorbei. Die Vorbereitungen sind noch nicht abgeschlossen, die 20 Jahre alten Generatoren laufen nicht einwandfrei. Widmores Leute arbeiten unter Hochdruck, damit ein elektromagnetisches Feld entstehen kann. Da stellt sich nur die Frage, welcher Idiot einen Schalter nach missglückten Versuch nicht wieder aus schaltet? Moron!!! Das ist, wie mit einem Messer im Toaster rumstochern, wenn der dazugehörige Stecker noch in der Steckdose ist! :(
Simmons muss deswegen sterben und bleibt der einzige Testlauf. Nachdem der Tote rausgebracht wird, ist Desmond an der Reihe. Er wird an einen Stuhl gefesselt und Widmore spricht die letzten Worte zu ihm: "But once this is over, I´m going to ask you to make a sacrifice.". Der ehemalige Leader der Others hofft, dass Des ihm helfen wird, denn sonst: "Penny, your son, everyone will be gone - forever!". All dieser Aufwand wegen Desmond, der einzige Mensch auf Erden, der ein elektromagnetisches Ereignis überlebt hat.
Nur wenn er es nochmal schafft, haben sie eine Chance "or we all die".
Der Test beginnt, Widmore selbst betätigt die Schalter, obwohl Desmond um sein Leben schreit. Es erfolgt der Flash in ein anderes Leben.

2. Wir befinden uns kurz nach der Landung von Flug 815 in L.A.. Hurley ist so nett und hilft Desmond dabei das Gepäckband zu finden, wo Desmond wiederrum Claire hilft. Nach kurzem Gespräch, sagt Des etwas interessantes: "That´s a boy. I bet it´s a boy.".
Außerhalb des Flughafens wird er schon von seinem Chauffeur George (Minkowski) erwartet. Desmond ist ein Businessman durch und durch, er will keine Restaurants besuchen und auch keinen Besuch von Frauen. Er ist in L. A. um zu arbeiten.
Beim Büro vom Chef stellt sich heraus, dass er die rechte Hand von Widmore ist, die beiden begrüßen sich herzlich. Ein ungewohntes Bild für jeden LOST-Fan. Da kommt auch gleich das erste Problem auf sie zu. Ein Mitglied von Drive Shaft sitzt im Gefängnis. Eigentlich keine besondere Sache, wenn nicht gerade dieser bei der Wohtätigkeitsveranstaltung von Mrs. Widmore zusammen mit deren gemeinsamen Sohn, auch Musiker, auftreten sollte. Es soll eine Mischung aus klassischer Musik und Rockmusik gespielt werden, wenn es nicht klappt, wird Eloise zur Furie. So soll Desmond Charlie dorthin bringen, damit alles seinen Gang geht.
Vorher zeigt Charles noch, wie glücklich er darüber ist, dass Desmond für ihn arbeitet und schenkt einen ein. Es ist nichts zu schade für seinen besten Mitarbeiter, ob 60 Jahre alter Scotch oder sonst was: "Nothing is to good for you.".

3. Der drogensüchtige Rockstar reagiert nicht wie gedacht, er scheint wahnsinnig und geht lebensmüde über die Straße ohne zu gucken, wobei er fast überfahren wird. Desmond folgt ihm in eine Kneipe, wo die beiden sich unterhalten. "Are you happy?" will Charlie wissen, eine entscheidene Frage, denn bisher scheint die Flashside-Realität die zu sein, die sich die Losties selbst gewünscht haben. Außerdem fragt er sein Gegenüber, ob er jemals unsterblich verliebt war, also die wahre Liebe empfunden hat, denn er selbst sah seine Liebe im Flug nach L.A.. Entscheidend in diesem Augenblick ist die Erkenntnis von Desmond, dass sie im selben Flugzeug waren. "Relight me!" fordert Desmond ihn auf und Charlie erzählt seine Geschichte, dass er wegen dem Marshal verunsichert war und sich beim Herunterschlucken des Heroins so verschluckte, dass seine Luftröhre blockiert war. Bei dieser Nahtoderfahrung sah er eine wunderhübsche, blonde Frau (=Claire) und er hat das Gefühl, er kennt sie und war immer mit ihr zusammen und wird es immer sein. Doch dann wurde er von einem "idiot" (=Jack) gerettet. Charlie ist überzeugt, dass er die Wahrheit gesehen hat, aber Desmond kann ihn vom Mitkommen überzeugen, indem er ihm eine Wahl lässt: "There´s always a choice, brotha!".

4. Sie fahren zum Hafen, wo das Hotel ist, in dem ein Zimmer für Charlie reserviert ist. Dort kommen sie aber nicht an, weil Charlie Desmond zeigen will, wovon er redet. So stürzt das schöne Auto in das Hafenbecken. Unter Wasser kann Desmond erst nur sich selbst befreien, er muss noch einmal nach unten zu Charlie tauchen. Dort passiert die erste große entscheidene Szene: Charlie hält seine Hand an das Autofenster und wie eine Erinnerung überkommt es Desmond: Er sieht eben jenen Charlie, der ihm durch so eine Bewegung zeigt, dass es nicht Pennys Frachter ist.
Desmond kann Charlie retten.
Bei der Untersuchung im Krankenhaus wird nach Halluzinationen gefragt, Desmond ist sich nicht sicher. Er soll ins MRT, weil sein Gehirn Schaden genommen haben könnte. Bevor er in die Röhre geschoben wird, bekommt Desmond einen Panikbutton, der ihn aus dem kleinen Raum befreien soll.
Wieder wird er erleuchtet, diesmal sieht er Penny und seinen Sohn sogar. Er unterbricht das MRT um Charlie zu finden. Dabei trifft er auf Jack, die beiden kennen sich aus dem Flugzeug. Dem Arzt kommt diese Begegnung komisch vor, dass sich insgesamt drei Passagiere gleichzeitig im selben Krankenhaus befinden, da rennt auch schon der flüchtige Charlie an ihnen vorbei. Desmond kann Charlie stoppen und will seine Hände sehen, sodass Charlie weiß, dass er etwas gesehen hat. Nichts von dieser Welt hat Bedeutung: "If I were you, I would stop wondering about me, I´d start looking for Penny!".

5. Beim Telefonat mit Widmore berichtet Des, dass Charlie abgehauen ist. Sein Auftraggeber ist erbost, Desmond soll nun selbst Mrs. Widmore erklären, warum Charlie nicht bei dem "bloody concert" auftreten wird.
So lässt er sich zu der Ortschaft der Feierlichkeiten bringen, wo Daniel gerade ein klassisches Stück spielt. Desmond trifft auf Eloise, die sich sicher ist, dass es "about time" war, dass die beiden sich endlich mal treffen. Er erklärt ihr entschuldigend, dass Drive Shaft nicht mit dem jungen Widmore auftreten werden und er dafür die volle Verantwortung übernimmt.
Entgegen aller Erwartungen reagiert Eloise überhaupt nicht wütend: "My son will understand.". Sie sagt, dass es zu unvorhersehbaren Dingen kommen kann, wenn man einen Rockstar anheuert. Auf der Insel war es jedenfalls für Desmond für eine gewisse Zeit vorhersehbar, als er nämlich Charlies Zukunft sehen konnte.
"What ever happened, happened."meint sie leichthin.
Beim Gehen hört Desmond dann Pennys Namen und das sie alleine zu der Veranstaltung kommen wird. Als er die Liste sehen will, erscheint erneut Eloise. Desmond soll mit ihr kommen, beobachtet von Daniel. Sie will, dass Desmond aufhört. Er weiß nicht, wovon sie redet, doch Eloise weiß, dass Des beeinflußt wurde und die Dinge jetzt anders sieht. Das ist nicht nur ein Problem, es ist sogar ein Verstoß: "Whatever it is you think you´re looking for, you need zu stop looking for it." - "Do you know for what I´m looking for, Mrs. Widmore?". Sie kann ihn nicht verstehen, er hat doch das perfekte Leben und braucht nichts suchen. Er hat sogar das bekommen, was er immer wollte: "my husbands approval". Desmond ist komplett verwirrt, er will wissen, woher sie wissen kann, was er will: "`Cause I bloody do!" *WTF???*
Nun will er erstmal entweder die Liste sehen oder wenigstens wissen, warum er es nicht darf. "Because you´re not ready YET, Desmond.".

6. Resigniert will Desmond in der Limo einen bechern, denn er weiß nicht, wohin er will. Da klopft es an der Scheibe, es ist Daniel: "My name is Daniel Widmore, we need to talk.". Auch Dan redet sofort von der Liebe. Er sah sie vor ein paar Wochen in dem Museum. Die Frau mit roten Haaren und blauen Augen (=Charlotte), es war als würde er sie bereits lieben. Damit begann auch für ihn die Visionen, nach einem Traum konnte er auf einmal physikalische Gleichungen aufstellen, die er als Musiker niemals hätte aufstellen dürfen. Er beschreibt es so: Etwas Schlimmes, gar furchtbares, soll passieren und der einzige Weg es zu stoppen, wäre eine Masse an Energie, zum Beispiel eine Atombombe. Der Haken ist, Dan WILL nicht eine Bombe zünden, er HAT es bereits getan.
All das sollte nicht ihr Leben sein, was wäre, wenn sie ein anderes Leben hatten, doch sie haben Dinge verändert: "I think, I already did.".
Desmond versteht (genau wie ich) nur Bahnhof, als Daniel seinen Joker zieht: "It happened to you too, didn´t it? You felt it, too.", also verrät er ihm, dass Penny seine Halbschwester ist und wo er sie finden kann.

7. Sie läuft die Treppen im Stadion auf und ab (nostalgisch: wie Jack und Des einst). Dort treffen sie sich zum ersten Mal. Als sie sich die Hand geben ist der Flash vorüber.
Desmond erwacht in dem Test-Raum, Widmore, Zoe und die anderen kommen hinzu. Er hat überlebt und es geht ihm sogar gut. Es waren nur ein paar Sekunden, die er "weg" war, für ihn waren es jedoch Stunden. Nun versteht Desmond Widmore scheinbar und will ihm sofort helfen, er weiß, wie wichtig er für Widmores Mission ist. Als Zoe ihn wegbringt, zeigt sie sich verwirrt über seinen Sinneswandel, erst verprügelte er Widmore und nun ist er auf seiner Seite. Sie denkt, dass der Test sein Gehirn gegrillt hat. -> Hoffentlich nicht!!!!
Da taucht wie aus dem Nichts Killer-Sayid auf und tötet zwei Männer. Zoe lässt er jedoch laufen (WARUM???), allerdings soll Desmond mit ihm gehen. Auch hier zeigt sich Des vollkommen ergeben. oO

8. Das typische Flashgeräusch ertönt, ab hier sehen wir wieder einen getrennten Flash zur Inselhandlung. Vorher sah Desmond, was in der alternativen Reälität geschah, ab hier nicht mehr.
Er wacht im Stadion bei Penny auf, die schon ganz besorgt ist. Übrigens eine schöne Geschichte für Kinder und Enkelkinder: "Opa schüttelte meine Hand und fiel sofort um.". :D
Auch Penny hat das Gefühl, dass sie sich schon mal begegnet sind und die beiden verabreden sich auf einen Kaffee.
Zurück in der Limo weiß Desmond, dass er gefunden hat, was er gesucht hatte. Er bittet George um einen Gefallen: Er soll ihm die Passagierliste vom 815-Flug besorgen, denn "I just need to show them something.".


Theorien

Treffen sind bei LOST immer nur eine Frage der Zeit

Meiner Meinung nach ist nach dieser Folge klar, dass Eloise diejenige ist, die in beiden Realitäten weiß, was eigentlich los ist und welche Zusammenhänge bestehen.
Ihr Gespräch mit Desmond zeigt auch, dass sie gerade im Bezug auf Desmond viel mehr weiß, als sie zugibt. Es kam mir sogar fast so vor, als hätte sie dieses Leben für ihn gewählt, bzw. ausgesucht. Sie zählt ihm auf, wie toll sein Leben doch ist und er alles hat, was er sich je gewünscht hat. Irgendwoher muss sie das ja wissen, sodass die Vermutung nahe liegt, dass sie entschlossen hat, wie sein Leben in dieser Realität aussehen wird.
Deswegen kann sie auch vorschreiben, dass Desmond jetzt NOCH NICHT bereit dafür ist, Penny zu treffen und seinen Plan zu verfolgen.
Die Fragen, die sich dabei stellen sind natürlich:
- Woher weiß Eloise das alles?
- Weiß sie auch, was als nächstes passieren wird?
- Hat sie die "neuen" Leben der Losties, vor allem von Desmond, bestimmt?

Dr. Daniel oder: Wie er lernte die Bombe zu lieben

Noch mehr als je zuvor bin ich verwirrt nach einer LOST-Folge. Daniel ist sich vollkommen sicher, dass er "schuld" an der Realität ist, in der er Musiker geworden ist und nicht Physiker. Er hat irgendwann eine Bombe gezündet/zünden lassen, wodurch sie alle eine Welt betreten haben, die nicht die ihre ist.
Heißt das für uns jetzt etwa: Es wurde geschafft die Bombe zu zünden, sodass die alternative Realität eintrat und nicht die Insel-Realität, oder gab es eine Spaltung? Die Bombe zündete = alternative Realität findet statt. Die Bombe zündet nicht = Insel-Realität findet statt.
Wenn es mit der Bombe zusammenhängt, wann wurde die Bombe gezündet? Bei dem Incident der gar davor?
Das Gesamtbild der beiden Realitäten und wie sie zusammengehören, verstehe ich beim besten Willen nicht, obwohl ich schon sehr viele Theorien gelesen habe.
Zumindest gehe ich nun davon aus, dass beide Realitäten ab jetzt immer weiter miteinander in Verbindung treten, bis zum Finale, in dem es dann vielleicht eine komplette Verschmelzung gibt.
Ich hoffe, das sich alles noch insoweit verständlich klären wird, dass auch ich es am Ende verstehen werde, sonst bin ich traurig! :(

verrückte Theorie

Da mir in dieser Folge ein Desmond-Satz gefehlt hat, kam mir die wahnwitzige Idee, dass es im Finale darum gehen wird, dass sich die Losties zwischen einer der Realitäten entscheiden müssen.
Durch diese Entscheidung fällt dann der letzte Satz im Finale von Desmond und er lautet: "See you in another life, brotha!".
Ich habe allerdings keine Ahnung, wie das vonstatten gehen soll, ich würde es als allerletzten Satz aber ziemlich genial finden. ;)

Team MiB oder Team Jacob? Nein, Team Desmond!!!

Sowohl auf der Insel als auch in der alternativen Realität hat Desmond nun einen eigenen Plan gefasst. Dabei scheint es ihm völlig egal zu sein, ob er bei Widmores Leuten ist oder sich Team MiB anschließt. Die Frage ist einfach: Was hat er vor? Macht er gute Miene zu bösem Spiel, oder hat er sich vor der Entführung eventuell doch noch mit Widmore beraten, was als nächstes zu tun ist?
Seine Art am Ende war aber in beiden Realitäten fast gruselig, wie er lächelnd Sayid folgen will oder George von seinem Plan erzählt.
Hoffentlich weiß er was er tut und zeigt am Ende, das weder Insel oder andere Realität ihn von seinem wichtigsten Ziel abhält: die Liebe zu Penny (und seinem Sohn).

Fazit:
Diese Staffel soll Antworten für die LOST-Fans liefern und alles zu einem Ende bringen. Mit dieser Folge haben die LOST-Macher aber mehr verwirrt als jemals zuvor. Man sieht das Ende der Folge und bleibt mit offenem Mund noch lange vor dem Fernseher sitzen. Ich liebe Desmond-Folgen, so auch diese hier, die vielen Auftritte anderer Charaktere sind wunderbar eingefügt und zumindest eines wird sehr klar: Desmond ist wichtig, wichtig und nochmal wichtig!

Samstag, 10. April 2010

6/11 – HAPPILY EVER AFTER (Samir)

I’m going to ask you to make a sacrifice
„You’re the only person who can help us because, Desmond... the rules... the rules don’t apply to you. You’re special. You’re uniquely and miraculously special.“ Daniel sprach diese Worte zu Beginn der 5. Staffel und allmählich zeichnet sich ab, inwieweit Desmond besonders ist.
Da mich kaum eine Folge jemals dermaßen verwirrt zurückgelassen hat wie diese, muss ich bei meinem Recap jetzt einmal etwas Neues ausprobieren. Anstatt die einzelnen Szenen der Folge durchzugehen, werde ich hier einige Theorien aufstellen, die mehr oder weniger plausibel die Existenz der Sideflash-Realität erklären könnten. Die einzelnen Theorien schließen einander nicht zwangsläufig aus und können sich ggf. sogar gegenseitig ergänzen. Die wenigen Punkte über diese Folge, die sich in keine dieser Theorien integrieren lassen, werde ich am Ende schnell abreißen. Und im Grundton der Folge ändere ich diesmal sogar meine Tagline: Let’s Go Sideways!


CHOSE YOUR OWN THEORY # 1: DIE LOOP-THEORIE
Diese Theorie ist unfassbarerweise eine der ältesten „Gesamt-Theorien“ von Lost. Natürlich wurde diese Theorie immer wieder erweitert, ausgebaut und remodelliert, aber in ihren Grundzügen bestand diese Theorie bereits in der 1. Staffel.

Die Theorie sagt im Grunde genommen aus, dass die Losties in mehreren Durchläufen immer und immer wieder dasselbe erleben. Bei jedem einzelnen Durchlauf wird jedoch die Zeit minimal verändert, so dass der nächste Reset mit minimal veränderten Bedingungen startet. Irgendwann ist dabei die Gesamtsumme der minimalen Veränderungen derart groß, dass es zu einer radikalen Veränderung kommt, die den Zeit-Loop endgültig durchbricht. Man kann sich das Ganze so vorstellen, als würde man immer und immer wieder gegen einen Tisch stoßen, auf dem sich eine Schale befindet. Mit jedem Stoß würde sich die Schale weiter zu einer Tischseite bewegen. Irgendwann schließlich wären genügend Stöße ausgeübt worden, so dass nur noch ein letzter Stoß genügt, um die Schale vom Tisch zu stoßen.

Eine Hauptsäule dieser Theorie ist die Tatsache, dass Lost ursprünglich „The Circle“ heißen sollte. Dass, was wir in den ersten 5 Staffeln bei Lost gesehen haben, war nach dieser Theorie also nicht das erste Mal, dass Oceanic 815 auf der Insel abgestürzt ist, sondern das x-te Mal, sagen wir der Einfachheit halber das 815. Mal. Die Geschichte der Losties wurde dabei immer geringfügig verändert – und das, was wir seit dem Pilotfilm bei Lost gesehen haben, ist der letzte, finale Durchlauf, der den Kreislauf endgültig ins Kippen bringt. Sprich: Staffel 1 bis 5, sowie die Inselzeit von Staffel 6 spielen im Durchlauf 815, die Sideflashes jedoch zeigen uns quasi den Durchlauf 816, der erste Durchlauf, der nach dem Durchbrechen des Kreises stattfindet und damit der erste Durchlauf, der nicht zu einem Reset führen wird.

Es gab unfassbar viele Anspielungen, die diese Theorie unterstützen bei Lost. Zu viele, um sie hier aufzuzählen. Den ersten dieser vielen Hints gab es bereits im Pilotfilm, nämlich die Funknachricht von Rousseau: ein im Kreis abgespielter Notruf, dessen Inhalt sich aber mysteriöserweise mit jedem Durchlauf geringfügig verändert hat. Die Hints gingen 5 Staffeln lang mehr oder weniger stark weiter und gipfelten schließlich im Gespräch zwischen Jacob und MIB in „The Incident“: „It always ends the same“ - „It only ends once. Anything that happens before that is just progress.“

Jetzt fragt ihr euch zurecht, wieso ich ausgerechnet in „Happily Ever After“ mit dieser Theorie ankomme. Der Grund waren die „Erfahrungen“, die die Losties in der Sideflash-Welt gehabt haben, die in dieser Folge erstmals bestätigt wurden. Diese „Erfahrungen“ waren kleine Einblicke in den 815. Durchlauf: Charlie erinnert sich an Claire, Desmond erinnert sich an Penny und die Geburt seines Sohnes, Daniel erinnert sich an Charlotte etc.

So weit, so gut. Der Punkt ist – wir haben das bereits bei Lost gesehen. Während den ersten Staffeln kam es immer wieder zu Situationen, in denen die Losties Dinge „wussten“, in denen sie Halluzinationen hatten, Trugbilder, Visionen, Träume – was, wenn all diese Dinge, die die Losties im 815. Durchlauf gesehen haben, nichts anderes waren als „Fenster“ in den davorliegenden Durchlauf – den 814. Durchlauf.

Ich demonstriere euch hier einige dieser „Fenster“, die wir in den ersten Staffeln gesehen haben:
- Claire „wusste“ nach dem Crash plötzlich, dass ihr Baby ein Junge wird. Nachdem Rousseau das Kind entführt hatte, „wusste“ Claire auf einmal den Namen vom Kind.
- Rose, die nach dem Absturz „wusste“, dass Bernard noch lebt
- Claire, die in ihr Tagebuch schreibt, dass sie sich auf der Black Rock befunden habe. Durchaus möglich, dass im 814. Durchlauf die Others Claire nicht in die medizinische Station, sondern tatsächlich in die Black Rock gebracht haben.
- Boone, der in einer Drogenvision gesehen hat, wie das Monster Shannon getötet hat – was in einem früheren Durchlauf tatsächlich passiert sein könnte.
- viele Träume, in denen Losties etwas „wussten“, was sie nicht wissen konnten – z.B. Eko, der von der ?-Station träumte
- Desmond, der im Stadion „wusste“, dass Jack Sarah geheilt hatte
- Und nochmal Desmond, der mehrere Tode von Charlie gesehen hat. Was, wenn jeder einzelne dieser Tode in einem der früheren Durchläufe tatsächlich passiert ist?

Jeder der früheren Durchläufe musste demnach durch einen Reset abgebrochen werden und unter minimal veränderten Startvoraussetzungen wieder von vorne begonnen werden. Wie dieser Reset getätigt wurde und von wem er initiiert wurde, ist (noch) unklar. Genauso unklar ist, wieso einige Leute nur Erinnerungsfetzen an frühere Durchläufe haben, während andere (v.a. Eloise und Widmore) anscheinend ziemlich genau wissen, was in vorigen Durchläufen passiert ist.
Ich sage auch ganz spezifisch – so plausibel viele Teile der Theorie auch sein mögen – dass das niemals eine von mir favorisierte Option für die Auflösung von Lost gewesen ist.



CHOSE YOUR OWN THEORY # 2: DIE TANGENTEN-THEORIE
Als Desmond zwischen den riesigen Magnet-Spulen (?) stand, ist mir eine Idee gekommen, die wahrscheinlich aber schon sehr oft diskutiert worden ist. Desmond, der zwischen den diesen zwei Polen steht, kann natürlich auch so interpretiert werden, dass er zwischen zwei Realitäten steht. Was, wenn (warum auch immer) beim Incident ein Tangenten-Universum (LAX-Sideline) entstanden ist, ohne, dass jedoch das „ursprüngliche“ Universum in sich zusammengebrochen ist? Was, wenn es also tatsächlich so ist, dass wir zwei unabhängig voneinander laufende Zeitlinien haben? Die Tatsache, dass Desmond am Schluss seiner „Reise“ in BEIDEN Realitäten eine Erleuchtung gekommen zu sein scheint, hat beinahe den Anschein, als wäre es möglich, dass es zu einer Art Bewusstseinsverschmelzung zwischen beiden Universen kommen könnte. Ich habe die Vermutung, dass Desmond so am Flug-Manifest interessiert ist, um alle Losties zusammenzuführen. Wenn das passiert, wäre es dann nicht möglich, dass alle Losties parallel eine „Erfahrung“ machen würden, und in diesem Moment das Insel-Bewusstsein mit dem LAX-Bewusstsein verschmilzt? Für diese Zusammenführung der Losties gäbe es keinen besseren Ort als die Lamppost-Station, die auf einer magnetischen Annomalie sitzt – denn auch Desmonds eigentliche Erinnerung kam im MRT, als er magnetischer Strahlung ausgesetzt war. Und wenn ihr einen Hint braucht: achtet mal darauf, dass in vielen Sideflashes die Rede davon ist, dass Dinge „mixed up“ seien. Und passt diese Verschmelzungs-Theorie nicht auch hervorragend zu dem Buch, was Jacob in „The Incident“ gelesen hat, als Locke aus dem Fenster stürzte: „Everything that rises must converge“

Klingt gut, oder? Jetzt kommt das große Aber: weshalb wäre Hawking so bestrebt, dass Desmond seine „Nachforschungen“ sein lasse? Woher weiß Hawking überhaupt von Dingen, die im „ursprünglichen“ Universum passiert sind? Und wie passt der MIB-Jacob-Konflikt in dieses Konstrukt? Und was ist das Opfer, dass Desmond erbringen solle? Wäre denn dann nicht alles, was auf der Insel passiert, völlig irrelevant und einzig die Handlungen in der LAX-Timeline wären von Bedeutung?



CHOSE YOUR OWN THEORY # 3: DIE BOMBIGE THEORIE
Diese Theorie ist so herrlich simpel, dass sie tatsächlich eintreffen könnte. Wieder einmal berufe ich mich hierbei auf die Theorie von Dirk Meyer als Grundlage, in der er erklärt hat, was passiert wäre, wenn die Losties nicht die Bombe abgeworfen hätten.

Um das zu verstehen, muss man erklären, dass die Bombe nicht den Incident ausgelöst hat, sondern ihn gestoppt hat. Jedoch gerade der gestoppte Incident hat die Hölle kreiert, die die Losties vorgefunden haben, mitsamt einer Station, bei der man alle 108 Minuten einen Knopf drücken musste und einer Betonversiegelung, die keineswegs die magnetische Energie, sondern die radioaktive Strahlung der Jughead eindämmen sollte. Das beste, was die Losties 1977 also hätten tun können, wäre es gewesen, nichts zu tun – etwas, das Miles wortwörtlich vorgeschlagen hat. Denn wäre der Incident nicht gestoppt worden, wäre die magnetische Kraft weiter ungehindert an die Oberfläche getreten, bis die „Magnetblase“ unter der Insel komplett leer gewesen wäre, und durch das Wegfallen der „Magnetblase“ unter der Insel wäre die Insel schließlich komplett abgesunken.

Wäre der Incident nicht gestoppt worden, hätte das jedoch einen Effekt auf die Zeitlinie, der weit vor 1977 beginnen würde, einzusetzen. Um genau zu sein würde der Effekt bis auf den frühesten Zeitflash der Losties einwirken. Warum? Ganz einfach. Wäre der Incident-Plan 1977 gestoppt worden, wäre die Insel untergegangen, Oceanic 815 wäre niemals abgestürzt und dementsprechend hätten die Losties auch niemals durch die Zeit flashen können. Der früheste uns bekannte Zeitflash wäre vor der Zeit des Jahres 1867, nämlich als die Statue noch komplett gestanden hat – und bis zu diesem Zeitpunkt würden sich die Veränderungen der Zeitlinie auswirken. Um ein konkretes Beispiel zu geben: Ben hätte niemals von Sayid angeschossen werden können, da Sayid niemals auf der Insel abgestürzt ist. Wäre Ben nicht angeschossen worden, wäre er zum Zeitpunkt des Incidents also mit seinem Vater im Dharma-Dorf gewesen und hätte mit den anderen Dorfbewohnern evakuiert werden können. Der Haken ist, dass die DI erst durch Daniel überhaupt die Evakuierung durchgeführt hat – und ebenso unklar ist, wie in diesem Gedankenspiel Charles und Eloise die Insel verlassen hätten; aber akzeptieren wir das jetzt einfach erstmal so.

Wir sehen jetzt 2008 wie Widmore davon spricht, wie wichtig es sei, dass Desmond ein Magnet-Pandemonium erneut überstehen würde und dass Desmond ein Opfer erbringen müsse. Was also, wenn Widmore Desmond irgendwie nach 1977 schicken würde, damit dieser Jack & Co. daran hindern würde, die Bombe abzuwerfen? Der Incident würde dann hereinbrechen, aber Desmond muss im Anschluss an den beginnenden Incident noch irgendetwas anderes wichtiges erledigen – denn es ist ja wichtig, dass Desmond den Magnet-Incident überlebt – zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Meine beste Vermutung: er soll 1977 MIB töten. Wie? Keine Ahnung... aber ich denke, ab einem gewissen Punkt nützt es Desmond nicht mehr viel, dass er „special“ ist – spätestens, wenn die Insel beginnt abzusinken. Und in diesem Moment käme dann das Opfer ins Spiel, dass Desmond erbringen soll: sich selbst! Sollte dies so eintreten, wäre es mehr als bloß ein stilistisches Mittel gewesen, dass Desmond in den Sideflashes gesehen hat, wie Charlie ertrinkt, um andere zu retten – denn in dem Fall wäre es wohl gleichzeitig eine versteckte „Erinnerung“ von Desmond, dass er in einer früheren Zeit das Gleiche getan hat. Und es wäre auch mehr als ein stilistisches Mittel, dass er sich mit Daniel über die Atombombe unterhält – denn in dem Fall wäre es paradoxerweise Desmond gewesen, der Daniels Jughead-Plan verhindert hätte.



CHOSE YOUR OWN THEORY #4: DIE GÖTTLICHE THEORIE
Diese Theorie basiert simpel gesagt auf den Äußerungen von MIB, dass er den Losties Wünsche erfüllen würde, sofern sich diese für seine Seite entscheiden. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass ein Serienende, dass durch die unbegrenzten Mächte einer gottgleichen Gestalt entstanden wäre, wohl den meisten Fans nicht schmecken dürfte, gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die gegen diese Theorie sprechen.
Zunächstmal haben wir keine Bestätigung, ob MIB tatsächlich dazu in der Lage wäre, Wünsche zu erfüllen. Wir haben zwar gesehen, dass er mit Gedankenkraft Fußfesseln öffnen kann – aber, das bedeutet ja nicht sofort, dass er imstande wäre, eine komplette Realität zu kreieren. Viel wichtiger ist aber die Tatsache, dass MIB die Losties nur als Mittel zum Zweck betrachtet. Jacob sagt er ins Gesicht, dass, wenn das der einzige Weg zur Flucht wäre, er die Kandidaten töten werde. Klingt nicht wie Jemand, der ohne Zweifel zu seinem Wort steht. Im Prinzip kann diese Theorie auf den großen Theorien-Friedhof – auch wenn die semi-perfekten Leben der Losties in der ALT-Realität tatsächlich den Charakter von einem Pakt mit dem Teufel haben, insbesondere, wenn man einkalkuliert, wie kurz die Liebe in der ALT-Realität kommt.

Nehmen wir aber mal die Theorie und veränderen einfach den Namen MIB in Jacob. Anders als von MIB haben wir bei Jacob durchaus gesehen, dass er Wünsche erfüllen kann. Jacob scheint also von Beiden der Prädestinierte zu sein, wenn es um die Wunscherfüllungs-Theorie geht. Winziger Haken: Jacob ist tot. Aber: sein Nachfolger ist es nicht. Was also, wenn sein Nachfolger (sagen wir, es sei Jack) einem anderen Lostie nur einen Wunsch erfüllen würde? Sagen wir, der Wunsch würde lauten: „Ich wünsche mir, dass unser Jughead-Incident-Plan funktioniert hätte und die beim Incident freigesetzte Energie die Insel komplett zerstört hätte“?
Auch mit „Jack-ob“ hätte die Theorie den Charakter des Betrugs, weil hier göttliche Kräfte benötigt werden würden, um ein zufriedenstellendes Ende zu schaffen, aber es wäre im Vergleich zur MIB-Option die wohl plausiblere Alternative. Alles in allem jedoch eine mehr als unzufriedenstellende Theorie.



CHOSE YOUR OWN THEORY #5: A TALE OF TWO REALITIES
Diese Theorie habe ich bereits im Recap zu „LA_X“ aufgeworfen, jedoch später aufgrund immer stärker gewordener Logikschwächen begraben habe, ich hier jedoch der Vollständigkeit halber wieder anführe.
Kurz gesagt geht es darum, dass die „originale Zeitlinie“ mit dem Incident de facto hätte zerstört werden müssen, aber durch die Kraft Jacobs künstlich am Leben gehalten wurde, solange die Kandidaten noch am Leben sind. In dem Moment des Todes springt das Bewusstsein der Losties dann in die alternative Zeit. Sobald der letzte Lostie stirbt, stirbt auch die „originale Zeitlinie“ komplett.
Diese Theorie hat leider auch einige Logikschwächen und Unklarheiten – allen Voran der Plan Widmores: ihm scheint es ja darum zu gehen, MIB aufzuhalten – wäre es dann nicht aber die beste Option, alle Kandidaten einfach abzumetzeln? Denn in dem Fall würde ja die 2008-Realität komplett zusammenbrechen und MIB wäre in der Sideflash-Realität unter Wasser gefangen.



CHOSE YOUR OWN THEORY #6: DIE KOMPASS-THEORIE
Möglicherweise zäumen wir das Pferd die ganze Zeit falsch auf. Wir denken schließlich alle, dass die LA_X-Realität das Produkt einer Aktion in der „originalen Zeitlinie“ war. Was jedoch, wenn die „originale Zeitlinie“ ein Produkt einer Aktion in der LA_X-Zeitlinie ist? In dem Fall wären die „Erinnerungen“ der Losties in der Sideflash-Welt erlebt haben, vielleicht keine Erinnerungen, sondern Zukunftsvisionen. Ich gebe zu: diese Überlegung hilft uns kein Stück weiter bei der Frage, wie die zweite Zeitlinie entstanden ist, aber es ist vielleicht ein interessanter Denkansatz. Insbesondere, wenn man die Überlegung noch einen Schritt weiter geht: was wäre, wenn die Schaffung der „originalen Zeit“ aus einer Aktion in der LA_X-Welt resultiert, die LA_X-Welt jedoch im Gegenzug ihren Ursprung in einer Aktion der „originalen Zeit“ hat. Anders gesagt: die LA_X-Welt bedingt die originale Zeit, die wiederum die LA_X-Welt bedingt, die wiederum die originale Zeit bedingt. Also ein großer, zwei Realitäten umspannender Kreis. Ähnlich des Kompasses, der in Staffel 5 seine Runde gedreht hat, der erst von Alpert an Locke gegeben wurde, dann von Locke an Alpert zurückgegeben wurde, nur damit er ihn wieder dem geflashten Locke geben konnte. Könnte sich so Hawkings energisches „You have to stop“ an Desmond erklären? Quasi, dass Desmond endlich diesen Kreislauf durchbrechen solle? Zugegeben, diese Theorie ist wohl eher ein kreativer Spielball, als eine ernstzunehmende Option, aber interessant ist sie nichtsdestotrotz.



CHOSE YOUR OWN THEORY #7: DIE RAUMZEIT-THEORIE
Von Vornherein: ich bin zu blöd, um mir ein Bild zu machen, wie man dieses physikalische Konstrukt auf die Sideflash-Welt anwenden kann. Eigentlich bin sogar zu blöd, um das Konzept überhaupt zu verstehen. Es wäre also sehr hilfreich, wenn irgendein physikalisch bewanderter Leser sich daran versuchen würde, eine Theorie über die Sideflash-Welt zu basteln unter Anwendung der Minkowski-Raumzeit. Denn genau DAS ist die Skizze, die Daniel Desmond in der ALT-Zeit zeigt (zusammen mit interessanten Bezeichnungen wie „imaginary time“). Die Tatsache, dass in der Folge gleichzeitig Minkowski, Hawking, Faraday, Angström (der Hase) und Gauß (an den Reglern in der Hydra) vorkommen, lässt erahnen, dass hier der eigentliche Schlüssel liegen könnte.



BITS & PIECES
Im Zeitraffer reiße ich jetzt die verbliebenen nennenswerten Punkte der Folge ab:

Es ist verblüffend, was alles in Widmores kleines U-Boot hineingepasst hat oder? Eine voll ausgestattete Crew an Wissenschaftlern (auch Seamus ist also Physiker!!!!!!!!!!!!!!!!), ein mobiler Sonarzaun und eine Kammer mit „Magnet-Spulen“ - wer immer beim U-Boot für das Einpacken verantwortlich war, es muss ein Genie gewesen sein.

Wie kann es sein, dass Jack im Krankenhaus ist, wo wir doch gesehen haben, dass er nach seiner Ankunft nach Hause gefahren ist, um dann seinen Sohn abzuholen. Sieht mir nach einem der massivsten Continuity Errors aller Zeiten bei Lost aus.

Im Recap zu „Ab Aeterno“ habe ich noch über die Parallelen zwischen „Lost“ und dem epischen Gedicht „Paradise Lost“ von John Milton schwadroniert – und wie heißt Penny in der alternativen Zeit mit Nachnamen? Milton! Zufall? No way in hell!

Wir sehen eine Parallele in beiden „Realitäten“ - nämlich, dass Desmond bewusstlos ist und im Anschluss an die Bewusstlosigkeit eine „Erleuchtung“ hat. In der „originalen“ Zeit ist er nach seiner Bewusstlosigkeit bereit, Widmore zu helfen – in der „alternativen“ Zeit hat er nach seiner Bewusstlosigkeit den ominösen Plan mit dem Oceanic-Flugmanifest. Irgendwelche Zweifel, dass Desmond auch in der „alternativen“ Zeit während seiner Bewusstlosigkeit eine Bewusstseinsreise gemacht hat?

Zweimal kamen Spiegel in Desmonds Bewusstseinsreise vor – der erste Spiegel steht unmittelbar am Beginn der Reise: nämlich Desmonds Spiegelbild in der Oceanic-Anzeige, kurz bevor er auf Hurley trifft. Das zweite Mal an der Eingangstür der Polizeistation, kurz bevor er auf Charlie trifft.



DID YOU NOTICE?
  • Andere ankommende Oceanic-Flieger kamen u.a. von Lost-relevanten Orten wie Seoul, Guam, Paris, London und Berlin
  • In Widmores Büro hängt ein Bild mit einer Waage, auf deren Schalen weiße bzw. schwarze Steine liegen
  • Die Bar, in der Charlie und Desmond trinken, heißt „Jax“, was man auch als „Jack’s“ lesen kann
  • Die Geräusche, die das MRT verursacht hat, waren nahezu identisch mit den Lockdown-Geräuschen in der Swan-Station
  • Die Anstecker von Eloise ähneln in gewisser Weise Juliets Brandzeichen aus „Stranger in a strange Land“


DEATH WATCH „EVERYBODY HATES HUGO“
Langsam frage ich mich, ob vor dem Serienfinale überhaupt noch jemand sterben wird... aber ich gebe nicht auf:
Stark gefährdet – Zoe, Seamus
Leicht gefährdet – Sayid, Ilana, Miles


FAZIT
What the bloody hell is going on???