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Sonntag, 4. April 2010

6/09 Ab Aeterno (Ivan)

Alright(y) then

Mit einem persönlichen Höhepunkt muss ich meinen Mini-Recap beginnen: Seit kurzem leite ich meine Gedanken/Nachfragen/Ideen/Theorien jeweils mit der Phrase „alrighty then“ ein – zugegeben, nicht gerade die intelligenteste Einführung, aber seit Ab Aeterno ist nun alles anders: „alright then“ sind Jacobs Worte, er sagt das zu Richard kurz bevor er ihm den Kopf wascht. Es scheint, Jacob hat auch zu mir gesprochen und mich dazu bewogen, meine Recaps mit dieser Phrase zu beginnen… ;)

Ab Aeterno
…heisst die neunte Folge. Verwirrend schien mir der Titel vor dem ersten Sehen, und da vermutete ich bereits, dass es entweder um Richard oder um Jacob gehen wird. Vielleicht war das auch Wunschdenken nach der letzten Folge, die mich ja überhaupt nicht überzeugen konnte. Und tatsächlich: Es ist eine Richard UND Jacob UND Samuel Folge!!! Das alleine schon reichte mir, um die Folge hoch zu bewerten. Nun, nachdem sich die ersten Eindrücke ein wenig gesetzt haben und ich auch einige Szenen nochmals geschaut habe, kommen doch einige Kritikpunkte auf, die hier natürlich erwähnt werden sollen, aber alles der Reihe nach.

Sideflash? No way: Flashback!
Anfangs der sechsten Staffel hatte ich die Befürchtung, dass die Sideflashes sämtliche Flashbacks oder Flashforwards ad acta legen würden und wir daher auf eine weniger spektakuläre Weise erfahren, wie es um Richard steht (und ich sah mich bei der Szene in der Black Rock mit Jack und Richard bestätigt). Doch glücklicherweise war das eine Fehleinschätzung meinerseits. Die Folge besteht eigentlich nur aus Flashbacks, wobei wir nicht mehrere Flashbacks sehen, sondern einen sehr langen. Dadurch scheint es beim Inselgeschehen kaum weitergehen, aber dazu später. Diese Darstellungsform zeigt uns wieder, dass die Lost-Macher die Geschichte(n) immer wieder auf andere Weise erzählen und das finde ich ganz gut so.

Richard, der aus dem 19. Jahrhundert kam
Nun ist es klar: Richard kommt aus dem 19. Jahrhundert, aus Teneriffa anno 1867. Für mich war das eine kleine Enttäuschung, denn ich habe mir Richard immer viel älter vorgestellt, gerade als er gesagt hat, das Jack nicht wisse, wie lange er schon auf dieser Insel sei… Ansonsten ist der Plot sehr gut gestaltet, ausser dass mir Richard dann doch zu stark in die christliche Ecke gestellt wird. Schauspielerisch einwandfrei und mit Richard werden gleichzeitig wichtige Fragen beantwortet: Wie er auf die Insel kam, wie alt er ist, wie die Black Rock auf die Insel kam, wie die Statue zerstört wurde, wie Richard unsterblich wurde etc.

Black Rock, härter als jeder Stein
Richard kommt also (es war ja schon klar) mit der Black Rock auf die Insel. Der Monster-Tsunami ist dabei soooooooo stark, dass er nicht nur die Black Rock dermassen beschleunigen kann, dass diese gleich die ganze Statue, die seit was weiss ich wie lange schon steht… naja, das hätten die Lost-Macher durchaus besser machen können.

Samuel says
Samuel ist schon perfid. Killt da mal alle Schiffsinsassen ausser Richard (weshalb eigentlich?) und nutzt dann seine Wahnvorstellungen (tote Isabelle) aus, um Richard dazu zu bringen, Jacob zu ermorden. Neben der ganzen Christentum-Thematik, die hier ziemlich penetrant behandelt wurde, ist vor allem Samuels Wortwahl interessant: Er schildert die mögliche Ermordung Jacobs eins-zu-eins wie Dogan die mögliche Ermordung Samuels schildert. Das gibt doch zu denken: Entweder hat Sayid etwas falsch gemacht, oder nur gewisse Personen können Samuel umbringen…

Jacob says
Gesagt getan? Nein, Richard scheitert, und zwar nicht weil er zulässt, dass Jacob spricht, sondern weil Jacob in guter alter 2. Staffel-wir-verhauen-und-oder-foltern-Ben-Manier auf Richard eindrischt, was das Zeugs hält. Ein ganz anderes Verhalten also im Gegensatz zur Situation mit Ben. Jacob scheint mir hier zunächst sehr fremd, kommt dann später in seine Rolle, die mir persönlich besser gefällt. Und noch besser: Er erklärt Richard (und somit uns), was genau es mit der Insel auf sich hat, ein Mysterium seit der ersten Staffel wird also teilweise gelüftet!!! Die Insel ist tatsächlich eine Art Gefängnis für evil incarnate. Also greift Lost scheinbar doch auch die Dialektik von Gut und Böse auf. Jacob verwendet für diese Erklärung eine Flaschen-Metapher, was ich sehr gelungen finde. Die Insel ist dabei die Flasche und der Inhalt das festgehaltene evil incarnate. Jacob hindert das Böse daran, die Insel zu verlassen. Da frage ich mich nun aber, weshalb den Samuel nun nach der Ermordung Jacobs nicht einfach gehen kann. Oder könnte er, aber er möchte zuerst noch gewisse Dinge erledigen (zum Beispiel die Insel zerstören, wie er die Flasche zerbricht)? Dazu am Schluss noch einige Gedanken. Nett war hingegen die Parallele der beiden Flaschen-Szenen: Richard bastelt ja an einem Schiff-in-der-Flasche-Ding…

Richard, why don’t you get a Job?
Ok, das ist vielleicht einer der wenigen doofen Sätze, die Jacob von sich gibt: „Do you want a Job?“ Aber immerhin wird so Richards Aufgabe geklärt. Dem nachdenkenden Lost-Schauer muss aber auch gleich aufgefallen sein, dass Richard – trotz aller Jugendlichkeit – seinen Job wohl nicht allzu gut erfüllt. Wo war er denn bitte, als Flug 815 abstürzte? Das ist doch genau seine Aufgabe. Hier braucht es also noch eine Aufklärung, denn das hat meiner Meinung nach mit dem aufstrebenden Ben zu tun. Und die Gabe ist endgültig geklärt: Richard hat sie sich selber ausgesucht. Wie steht es jetzt mit den anderen Losties? Haben diese auch Gaben? Weshalb konnten sie diese nicht selber aussuchen?

Insel-Action:
Auch hier ist Richard derjenige, der die Inselhandlung voran bringt, indem er nämlich abhaut und die Seiten wechseln will. Für mich ein grosser Schock, Richard auf Samuels Seite? Doch Rettung naht in der Person Hurleys, der immer wichtiger wird. Diese Szene bei der antiken Bank (auch diese wurde bisher in fünfeinhalb Staffeln nicht gefunden), in welcher Hurley via tote Isabelle den Guyliner dazu bringt, die Seiten doch nicht zu wechseln, ist einfach genial, besonders mit dem abschliessenden Cliffhanger-Bösewichts-Blick von Flocke!!!
Andererseits stellt sich eine ganz wichtige Frage: Weshalb weiss Richard nicht – obwohl von Jacob angekündigt – was er nun zu tun hat?


Fazit:
Eine grandiose Folge. Schade, dass Richard nicht schon früher stärker eingebunden wurde, andererseits wurde er ja gerade dadurch zum Mysterium. Wie geht es nun weiter? Oder was muss/soll/kann demnächst erklärt werden:
- Geschichte der Dharma
- Ben-Richard-Komplex
- Richard muss irgendwie darauf kommen, was jetzt zu tun ist.
- Richard spiesst Samuel mit einer Lanze auf dem schwarzen Pferd (aus Kates Vision) auf. ;)

Theorie:
Ich habe es vorhin angekündigt. Die Szene, in der Samuel die Weinflasche zerstört, hat mir eine neue Theorie eingebrockt. Es könnte doch sein, dass Lost tatsächlich den Dualismus von Gut und Böse thematisiert. Viele haben diese Diskussion bisher kritisiert, da dies als zu simpel für Lost betrachtet wird. Als Samuel jedoch die Flasche zerbrach, kam mir gleich die untergegangene Insel in den Sinn. Was also, wenn die Lost-Macher zwar auf die simple Gut/Böse-Thematik eingehen, am Schluss jedoch alle Erwartungen die diese Thematik mit sich bringt (am Ende gewinnt der Gute) nicht erfüllen, sondern das Böse obsiegen lassen?
Dies würde dann zwar meine bisherige These, dass Sawyer entscheidend doch noch zur guten Seite wechselt, verneinen. Ich glaube zwar immer noch eher an diese These, andererseits hat sich Sawyer in der letzten Folge selber ins Abseits gestellt, welcher entscheidende Charakter will schon mit Kate in einem U-Boot fliehen?

Samstag, 3. April 2010

6/09 – AB AETERNO (Samir)

You're gonna have to kill the devil
Noch nie ist mir ein Recap so schwer gefallen wie dieser. Und dass, obwohl das die Art einer Folge Lost war, auf die wir seit 6 Staffeln gewartet haben. Antworten!!! Klare unmissverständliche Antworten! Und wir wussten, dass – wenn eine Folge viel beantworten würde – dann würde es eine Richard-Folge sein. Aber mit einem 45minütigen „Bibel-Feuerwerk“ hätte wohl niemand gerechnet. Ich warne bereits vor, dass dieser Recap eine exakte Fortsetzung dieses Feuerwerks werden wird – sprich: mein religiösester Recap aller Zeiten zu einer wirklich biblischen Folge – Let's go back!

YOUR BEDSIDE MANNERS SUCK, JACOB
Ich weiß nicht so recht, was ich mit der Ilana-Szene am Anfang machen soll. Hat Jacob Ilana geheilt oder nicht? Immerhin muss man festhalten, dass man wohl nicht umsonst gezeigt hat, dass er Handschuhe trug. Wenn ich einen Tipp wagen soll, würde ich sagen, dass beide Szenen mit Ilana nicht unmittelbar aufeinander folgten – sprich, dass Jacob Ilana besucht hat, als sie gerade frisch mumifiziert worden ist und dann erneut zu einem späteren Zeitpunkt, als sie kurz davor stand, ihre Reise anzutreten. Vielleicht irre ich mich aber auch, und es ist überhaupt nicht Jacobs Berührung, die die Heilung verursacht, sondern seine pure Anwesenheit. Als Locke und Rose abgestürzt sind, kam Jacob immerhin auch nicht vorbei und hat sie berührt. Bei den beiden zumindest scheint die einfache Anwesenheit von Jacobs Aura gereicht zu haben, um geheilt zu werden. Ich lehne mich auch so weit aus dem Fenster, und sage, dass wir niemals erfahren werden, weshalb Ilana überhaupt in Bandagen gelegen hat, sondern dass das lediglich den Rahmen darstellt, der dazu dient, das Gewicht der Jacob-Besuche auf den Aspekt der Verletzbarkeit zu lenken. Und das ist auch einer der zwei wichtigen Dinge, an dieser Szene, die man unbedingt mitnehmen muss.
Jacob besucht Ilana (genau wie die Losties) in einem Moment der Schwäche und der Verwundbarkeit. So wie MIB es damals gesagt hat, klang Jacobs Masche ziemlich intrigant. Aber vergleicht man es mit Jacobs Satz in dieser Folge, dass die Menschen aus eigenem Antrieb den Unterschied zwischen richtig und falsch sehen sollen, ergibt das ganze einen etwas anderen Kontext. Denn es ist um ein vielfaches Leichter, das „Richtige“ zu tun, wenn es einem gut geht. Den eigentlichen Beweis kann man allerdings nur erbringen, ob die Menschen auch das „Richtige“ tun, wenn ihnen etwas genommen wurde. So wie Abraham am Berg Moriah.
Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass Jacob vor Ilana von sechs Kandidaten spricht. SECHS. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem Locke noch nicht vom Monster übernommen wurde. Die Zahl der Kandidaten hat sich zwischen Jacobs Besuch bei Ilana und dem Tod von Jacob also nicht verändert. Was bedeutet: entweder hat Jacob bereits an diesem Punkt Locke nicht mehr als Kandidaten angesehen, da er wusste, was aus ihm werden würde. Oder aber, der Besuch bei Ilana fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem Locke bereits tot war und dementsprechend disqualifiziert war als Kandidat. Ich persönlich tendiere zur ersten Option, denn Jacob MUSS gewusst haben, was passiert – immerhin holt er Ilana nicht umsonst auf die Insel um die Kandidaten zu beschützen.



UND ES WARD LICHT
Als alle Losties gemeinsam in einer gemütlichen Runde beim Lagerfeuer sitzen, ist es mehr als nur symbolisch, dass Richard außerhalb sitzt – im Dunkeln. Eine Ewigkeit hindurch wurde er im Dunkeln gelassen über die konkreten Zielsetzungen Jacobs. Er wusste zwar, worauf genau Jacob hinauswollte – viel mehr jedoch wusste er nicht. Er wusste noch nicht einmal davon, dass Jacob Kandidaten suchte, die ihn ersetzen sollten. Während die Losties 100 Tage lang im Dunkeln tappten, tat er es 150 Jahre lang.

Ich gebe zu, mir hat sich die Kehle zugeschnürt, als Richard Jack gesagt hat, dass sie alle tot seien und sich längst in der Hölle befänden. Ich hatte hier (wie die meisten wohl auch) finstere Befürchtungen, dass es bei Lost im Endeffekt tatsächlich um die Hölle oder das Fegefeuer geht. Bei weiterer Begutachtung dieser Szene erschließt sich hierbei aber möglicherweise ein Satz, den Alpert in Staffel 5 gesagt hat, als Sun ihn fragte, ob er sich an Jack, Hurley und Kate erinnere. Seine Antwort: „I remember meeting them very clearly. Because I watched them all die.“
Vielleicht hat Richard Alpert den Flugzeugabsturz von Oceanic 815 fehlinterpretiert durch die Augen eines tief-katholischen Mannes, der seit seiner Ankunft auf der Insel überzeugt davon ist, sich in der Hölle zu befinden, in der er aufgrund seiner Sünden bis in alle Ewigkeit verbleiben würde. Dann widerum: Richard konnte sich 1977 wohl kaum an einen Flugzeugabsturz von 2004 erinnern. Crap!



WE LET YOU LEAVE THE ISLAND AND YOU JUST GO TO ANOTHER ONE...
Ich kann sagen, dass sich das Warten auf Richards Backstory gelohnt hat. Anstatt uns Bits & Pieces aus Richards Leben hinzuwerfen (wie man es bei Ben in „The Man behind the Curtain“ gemacht hat), hat man uns den einen Teil von Richards Leben gezeigt, der für ihn wirklich relevant war. Jener verhängnisvolle Tag auf Teneriffa, der sein Leben verändert hat – und jener verhängnisvolle Tag auf der Insel, der den Grundstein für die nächsten 150 Jahre gelegt hat. Müssen wir mehr wissen aus Richards Vergangenheit? Müssen wir sehen, wie er in den 1920er Jahren einen Anführer gesucht hat? Müssen wir sehen, wie er noch einmal mit Horace Goodspeed redet? Nein, müssen wir nicht. Wir haben das einzig relevante aus Richards Leben gesehen: nämlich dass, was seinen Charakter geprägt hat. Und da Lost eine Serie ist, bei der es um die Charaktere geht, ist das das einzig relevante.

Richards Backstory war so gut und emotional und so fantastisch von Nestor Carbonell in Szene gesetzt (gebt dem Mann endlich einen Emmy, verdammt nochmal!), dass man Logikschwächen an Richards Backstory gerne übersieht (wie zum Beispiel die Frage, warum die Briten auf Teneriffa nach Sklaven suchen oder wieso Richard als Spanischsprachiger ausgerechnet in die englischsprachigen USA auswandern will).

Wir sehen in Richards Vergangenheit das große Element seines Lebens: Isolation. Er stammt von einer Insel, er landet auf einer Insel, im Schiff ist er der letzte Überlende, er sitzt alleine in seiner Zelle und er und Isabela leben abgeschieden auf einem Bauerngehöft weitab von der Zivilisation. Welch Ironie, dass ein Mensch, dessen Leben von Isolation geprägt war, später ausgerechnet dazu erkoren wird, Jacobs herbeigerufenen Leuten den Weg zu weisen.

Und BTW – netter Fun Fact: Teneriffa war im 15. Jahrhundert bekannt als Isla del Infierno (Insel der Hölle).



REDEMPTION SONG
Nach nahezu sechs Staffeln erhalten wir endlich eine Antwort darauf, wie die Black Rock in der Mitte des Dschungels geendet ist, nämlich durch einen Tsunami (lustigerweise war es genau das, was Arzt in Staffel 1 vermutet hat – gut zu wissen, dass er zumindest in einem Punkt Recht gehabt hat). Und eben jener Tsunami hat dann auch gleich unsere schöne Statue vernichtet.

Die Tatsache, dass Jacob und MIB in „The Incident“ bei strahlendem Sonnenschein ein Schiff am Horizont beobachtet haben, legt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um ein komplett anderes Schiff gehandelt haben muss. Gott allein weiß, wieviele Jahre (oder Jahrhunderte) vor der Black Rock das Gespräch aus „The Incident“ stattgefunden haben muss...

Kaum auf der Insel werden alle Überlebenden der Black Rock erstmal schön sauber dahin-dezimiert. Die einen durch die Klingen von Widmo... nein, Whitfield heißt der Mann, die anderen durch Smokey, der Whitfield und die anderen Offiziere wahrscheinlich deshalb tötet, weil sie reuelos ihre Sklaven hingemeuchelt haben. Denn – und das ist wichtig zu verstehen – so sehr MIB es auch hasst, auf der Insel zu sein, er fügt sich dem Regelwerk.
Wer nicht bereut, der muss sterben. So einfach sind die Regeln in diesem Punkt. Jacob sagt es auch nochmal ziemlich deutlich, dass das Leben VOR der Insel irrelevant ist – das einzige was zählt, sind die Handlungen auf der Insel. So wie zum Beispiel seine Sklaven hinzurichten. Er scheint aber nicht nur Leute „herauszufiltern“, die „corrupt“ sind, sondern er scheint gleichzeitig tatsächlich seiner Rolle als Sicherheitssystem nachzukommen (es wird sogar noch direkt gesagt: „The island is guarded by the devil“). Das französische Team wurde ermordet, in dem Moment, in dem sie sich dem Tempel genähert haben. Zugegeben ist Smokey manchmal wohl etwas launisch – anders kann ich mir zumindest den Tod an Seth Norris in „Pilot“ nicht erklären... was im Pilotfilm passiert ist, würde ich auf der anderen Seite jedoch auch nicht über-analysieren, da zu diesem Zeitpunkt die Serie wohl kaum fertig-konzipiert war. Das einzige, was überhaupt nicht ins Konzept passt, ist leider die Ermordung von Eko – denn dieser wurde anscheinend hingerichtet für Dinge, die er eben VOR der Insel begangen hat... hmmm...



LIFE IS EASY WHEN YOUR EYES ARE CLOSED
Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, dem aufgefallen ist, wie häufig in dieser Folge das Schließen der Augen so sehr in den Vordergrund gestellt worden ist. Isabela sagt ihm zweimal, er solle seine Augen schließen (einmal in ihrem Sterbebett und einmal bei ihrer Ghost-Vision am Schluss), Richards Augen wurden verbunden, als er zu Widmor... äh Whitfield geführt wurde. Er fragt später seinen Neben-Sklaven, ob er inmitten des Sturms etwas sehen könne. Dazu noch MIBs Ausspruch: „It's good to see you out of this chains.“ Und Hurley sagt ihm später noch deutlich über das Sehen von Toten: „Sometimes it takes people a while.“
Ich weiß nicht, was diese ganzen Andeutungen sollen – denn geschlossene Augen stehen symbolisch für einen Traumzustand. Und das wäre (noch hinter dem Fegefeuer) meine am wenigsten favorisierte Option für das Ende von Lost.



THEY'RE RECRUITING
Willkommen am Anfang von Jacobs Kandidaten-Suche. Es war Richards halbherzige Mord-Aktion, die Jacob zum radikalen Umdenken veranlasst hat. Jacob realisiert, dass MIB Ernst macht mit seiner Morddrohung. Diese hier war zwar mehr als nur ungeschickt und stümperhaft. Aber Jacob ist sich sicher, dass es MIB früher oder später gelingen wird, ihn zu töten. Was also ist die Lösung? Nachfolger suchen. Und ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass Jacob bereits im Jahr 1867 die Namen Shephard, Reyes, Jarrah etc. in die Listen der möglichen Kandidaten gesetzt hat. Dass Jacob zukünftige Ereignisse sehen kann, haben wir schon lange gesehen. Es wäre also nur zu Jacobs Vorteil, die Kandidatensuche von Anfang an, als ein 150jähriges Konzept anzusetzen. Nicht nur, dass es Jacob weitere 150 Jahre Zeit gibt (denn wie soll MIB Leute töten, die nicht mal geboren sind?), es gibt Jacob auch 150 weitere Jahre Zeit, um MIB zu beweisen, dass er Recht hat mit seiner Hoffnung in die Menschen. Denn, auch wenn Jacob die Zukunft sehen kann – und das ist wieder eine Parallele zu monotheistischen Religionen – es sind letztlich die Entscheidungen der Menschen selbst, die ihr Schicksal beeinflussen. Das bedeutet: Jacob mag wissen, wer in 150 Jahren auf die Insel geholt werden muss, aber er hat keine Ahnung, wie die Menschen sich auf der Insel entscheiden.

Bis zur Ankunft von Richard Alpert jedoch scheint Jacob nur wahllos irgendwelche x-beliebigen Schiffe zur Insel geführt zu haben – immerhin wusste er nicht Richards Namen. Erst mit der Ankunft Richards scheint Jacob seine Leute-zur-Insel-holen-Aktionen zu koordinieren und organisieren. Was auch sinnvoll ist, denn bis hierhin wollte er ja lediglich MIB beweisen, dass er Recht habe. Von nun an jedoch sucht er jedoch gleichzeitig einen Nachfolger, wofür ein unkoordiniertes Leute-herholen einfach nicht mehr ausreichend ist.



HELLO SAMUEL, I WANT TO PLAY A GAME
Zugegeben, vieles (seeeeeeeeehr vieles) über die Jacob-Samuel-Nummer liegt noch im Halbdunkeln. Deswegen kann man zwar Umrisse erkennen, nicht aber das Gesamtbild. Wir sollten einige Dinge hier rausarbeiten.

Zunächstmal scheint auch die Titus-Welliver-Form nicht der „Urzustand“ von MIB zu sein. Er sagte schließlich ganz spezifisch, dass ihm sein Körper geraubt wurde. Ergo, muss die Titus-Welliver-Form eine Hülle von MIB sein, ähnlich der Hülle von Locke, die er jetzt „bewohnt“.

Zweitens: Jacob ködert die Leute nicht mit Versprechungen, sondern erwartet blinden Glauben (Leap of Faith). Er sagt Richard, dass er ihm weder seine Sünden vergeben kann, noch, dass er ihm seine Frau wiederholen kann (und dass, obwohl wir sehr gut wissen, dass er dazu imstande sein dürfte... bei Dogens Sohn gings schließlich auch.)

Drittens: MIB sagt, Richard soll Jacob erdolchen, ohne, ihn ein Wort sagen zu lassen. Das spiegelt Dogens Anweisung an Sayid wider. Das scheint zu implizieren, dass man MIB möglicherweise doch töten kann.

Viertens: MIBs Aussage „He can be very persuasive“ über Jacob klingt für mich, als würde er aus persönlicher Erfahrung sprechen. Kann es also möglich sein, dass sich MIB freiwillig in seine jetzige Situation begeben hat, ohne zum damaligen Zeitpunkt die Konsequenzen absehen zu können?

Fünftens: es sieht so aus, als hätte MIB Richard mit seinem Touch wiederbelebt. Und MIB konnte Richard aufhelfen – Christian konnte es bei Locke damals nicht – das lässt die Vermutung stärker werden, dass Christian keine Form von MIB sein könnte

Sechstens: die Kandidaten sollten in den nächsten Folgen vor Locke aufpassen... they're gonna have a Locke problem...



SMOKEY CAN CAUSE SEVERE HEALTH DAMAGES
Es hat mich unfassbar verblüfft, zu sehen, dass MIB Richard ins Gesicht sagt, dass er der schwarze Rauch ist. Und ich verstehe es auch nicht. Denn hätte er es nicht gesagt, wäre Richard mit Sicherheit um Einiges entschlossener auf Jacob zugestürmt. So hat er selber Zweifel gesät, die seinen Plan letztendlich scheitern ließen. Ich habe keine Ahnung warum er das gemacht hat, aber möglicherweise gehört es ja zu diesem Regelwerk, dass, wenn jemand die wahre Identität erkannt hat, dass MIB dann diesen Fakt eingestehen muss. Dann widerum hat er Sawyer in der letzten Folge auch ziemlich bereitwillig erzählt, dass er das Monster sei.



GHOST – NACHRICHT VON ISABELA
Was Isabela angeht, hab ich eigentlich nur zwei Dinge zu sagen:
Erstens: ja, auch ich fand die Szene zum Schluss zwischen Richard und Ghost-Isabella herzerweichend
Zweitens: nein, Isabela auf dem Schiff hatte NICHT den gleichen Auslöser wie Isabela in der Schlussszene. Im Schiff war Richard in der Lage, sie zu sehen. Das Ziel dieser Vision war es, ihn zu verführen – indem er seine Sicherheit über ihre stellen würde. Doch der Teufel ist mit diesem Versuch gescheitert, denn Richard ist es wichtiger, dass Isabela in Sicherheit ist, als dass auch er gerettet wird. Die Vision am Schluss konnte Richard nicht sehen. Das war eine Jacob- und / oder Ghost-Vision. Das Ziel dieser Vision war es, sich gegen MIB zu positionieren und seinen Glauben wiederzufinden.



LET'S GET BIBLICAL
Nie zuvor war eine Folge von Lost so randvoll zugepackt mit Bibel-Symbolik wie diese. Wer jedoch glaubt, dass das Ganze bei einfachen Himmel- und Hölle-Anspielungen seinen Gipfel erreicht hat, der irrt sich gewaltig. Das ist lediglich die Spitze des Eisbergs. Es gibt noch tonnenweise weitere Symbolik in dieser Folge (von der ich leider wohl nur einen Bruchteil erkannt habe, da ich nicht wirklich bibelfest bin).

Die Black Rock ist natürlich eine Allegorie auf die Arche Noah – jenes Schiff, dass durch die Sintflut (etwas, was wir auch in dieser Folge gesehen haben) mitten im Inland auf dem Berg Ararat strandet. In der Szene, in der die Vision von Isabela durch das Schiff wandert, sehen wir sogar tatsächlich eine Szene, in der sich ein Mann und eine Frau an Bord des Schiffes befinden.

Mehr christliche Symbolik? Bitte schön. Als Jacob Richard versucht, zu „töten“, welche Art des „Todes“ wählt er? Ertrinken. Das ist eine nahezu perfekte Symbolik für die christliche Taufe. Passenderweise findet diese Taufe inmitten der Ruinen der Statue statt – sprich in den Trümmern der vorchristlichen Religionen.

Noch mehr? Was isst MIB? Als unrein erachtetes Schweinefleisch. Was hingegen isst Jacob in „The Incident“? Fisch, das Symbol der frühesten Christen und das Symbol für Jesus Christus.

Und wo steht Richard, als er MIB zuruft, dass er auf seinen Deal eingehen will? Vor einem großen Baum. Die Symbolik wäre nur dann noch deutlicher gewesen, wenn er gleichzeitig einen Apfel gegessen hätte.

Und noch einen: Was bietet MIB Richard zu trinken an? Wasser! Was bietet Jacob ihm an? Wein!

Auch jene Motten-Symbolik aus „The Moth“ kommt indirekt vor – nämlich anhand eines Schmetterlings, der durch das Innere der Black Rock fliegt.

Die offensichtlichste Symbolik jedoch geht von Isabelas Kreuz aus. Das Kreuz repräsentiert natürlich den Glauben per se. Achtet darauf, wie widerwillig Richard das Kreuz mitnimmt, um Isabela retten zu können. Und achtet darauf, dass sie gestorben ist, als das Kreuz nicht um ihren Hals hing (sprich: als sie ihren Glauben verloren hat). Ebenso wichtig ist der habgierige Arzt, der in dem Moment, als er das Kreuz auf den Boden wirft, seinen Glauben wegwirft. Als Richard ihm das Kreuz in die Hand drückt, sagt er auch deutlich: „Now you have everything“ - sogar seine Seele. Der Arzt, der der Wissenschaft hörig ist, wirft jedoch den Glauben auf den Boden mit den Worten „This is worthless.“
Und auf der Insel? Seltsamerweise war Richards Kreuz verschwunden – wann hat er das Kreuz wiederbekommen? Nachdem er sich gegen den Mord an Jacob entschieden hat, drückt ihm MIB das Kreuz in die Hand mit den Worten: „You must have dropped it.“ Achtet auch darauf, dass Richard das Kreuz ansieht und in eben diesem Moment ist MIB verschwunden.
Die Tatsache, dass Richard das Kreuz vergräbt, zeigt seine Unentschlossenheit, inwieweit er der ganzen Jacob-Nummer trauen kann. Es repräsentiert einen Status quo.
Isabela, die offensichtlich von Jacob geschickt wurde, will auch sofort wissen, wieso Richard das Kreuz/seinen Glauben vergraben hat. Und erst in dieser Szene, in der er und Isabela sich wieder so nahe sind – erst in diesem Moment findet er seinen Glauben wieder und hängt sich das Kreuz wieder um seinen Hals.

Und BTW – was ist die Hauptstadt von Teneriffa, der Insel des Teufels? Natürlich: Santa Cruz – das heilige Kreuz. Und an diesem Punkt kann man auch erwähnen, dass der Name Isabela von Elisabeth kommt, was in etwa bedeutet: Gott ist Vollkommenheit. Und zum Abschluss: Richard stammt aus einem Kaff namens El Socorro – Socorro bedeutet Hilfe oder Errettung.



WIR SIND NICHT AUF EINER INSEL. WIR SIND IN EINER ALLEGORIE.
Nach den Informationen dieser Folge wage ich mich zum Ersten Mal daran, eine Art „allumfassende“ Theorie aufzustellen, worum es sich bei der Insel handelt. Auf die Gefahr hin, dass ich bereits im nächsten Recap wieder zurückrudern muss. Achtung: schwere christliche Symbolik kommt auf euch zu.
Die Insel ist in meinen Augen nicht weniger als eine Allegorie auf die gesamte christliche Welt. Whoa... what? Um es vereinfacht zu sagen: die Insel ist sowohl Himmel, als auch Hölle, als auch reale Welt.

Gehen wir die Orte dabei mal einzeln durch. Die Hölle festzumachen, ist der leichteste Aspekt: es ist Smokeys Höhle unter dem Tempel. Dort, wo der Teufel (MIB) die Seelen der eingefangenen (= rekrutierten) Leute hin befördert, und sie hinter seinem Gitter-Mechanismus einsperrt. Überlegen wir dabei auch, dass bereits in Staffel 2 mit den Hieroglyphen in der Swan-Station das Wort „Unterwelt“ zu lesen war.

Die „reale Welt“ ist die gesamte Insel. Im Hinblick auf die christliche Symbolik ist natürlich der Garten Eden gemeint. Und wer liegt nochmal in der Höhle auf eben dieser Insel? Zwei Skelette, die Adam und Eva getauft wurden. Wir sollten auch rekapitulieren, wann es den Losties am Besten ging. Nämlich zu einer Zeit, als sie alle am Strand bzw. in den Höhlen gelebt haben, sich von Fisch und Früchten ernährt haben und mit der Insel (unfreiwillig) in Koexistenz standen. Radikal verschlechtert hat sich die Lage erst, als sie die Swan-Station betreten haben und plötzlich Nahrungsmittel, Waschmaschinen etc. erhalten haben.

Der Himmel ist das, was am schwierigsten festzumachen ist. Ich denke, es handelt sich dabei um das Innere von Jacobs Statue (beziehungsweise generell seinen Einrichtungen, also inklusive Leuchtturm). Jacob sagt Richard deutlich ins Gesicht: „Nobody gets in, unless I invite them in.“ Und auch den Leuchtturm hat passenderweise nie ein Lostie zu Gesicht bekommen, bis Jacob es „genehmigt“ hat. Und der Satz „Nobody gets in, unless I invite them in“ lässt sich auf den Leuchtturm ja mehr als perfekt übertragen, stehen dort doch schließlich explizit die Namen der Leute, die „eingeladen“ sind.

Genau wie in der christlichen Symbolik schleicht von Zeit zu Zeit der Teufel in den Garten Eden, um die Menschen zu verführen, wobei der Teufel zahlreiche Gestalten annehmen kann (wie auch in der Bibel). Wir haben es in dieser Folge gesehen, wie er Richard verführen wollte, doch genaugenommen haben wir es schon viel häufiger gesehen. Soll es wirklich Zufall sein, dass Charlie ein mit Heroin gefülltes Flugzeug findet, kurz nachdem er den Drogen abgeschworen hat? Soll es Zufall sein, dass Hurley ein neuer Lebensmittelvorrat vor die Füße fällt, nachdem er seinen Vorrat zerstört hat? Und wieviele Visionen von Lost könnten wir damit nicht plausibel erklären? Desmond, dem die Chance gegeben wurde, in die Zeit zurückzureisen und seine Beziehung mit Penny in eine andere Bahn zu lenken. Und gleich nochmal Desmond mit seinen Visionen vom Tod Charlies, bei denen er vielleicht verführt werden sollte, Charlie zu opfern, um seine Penny wiederzubekommen.

Das verblüffende: auch vieles andere ließe sich mit dieser Theorie plausibel erklären.
Richard würde als Mittelsmann in dieser Allegorie die Rolle eines Propheten gleichkommen, der den Willen Gottes an die Gläubigen verbreitet. Die Gläubigen sind niemand anderer als die Others. Der Anführer der Others wäre die höchste spirituelle Instanz auf Erden (nach katholischem Leitbild wäre er also der Papst), Dogen hätte die Rolle eines Hohepriesters, der die religiösen Zeremonielle vollführt. Und sogar Jacobs Listen könnte man plausibel erklären. Hierzu muss man kurz natürlich verstehen, dass die Listen der Kandidatensuche völlig andere Listen waren, als jene, die in Staffel 2 und 3 erwähnt wurden. Bei diesen Listen ging es nämlich lediglich darum, wer der Neuankömmlinge zu den Others aufgenommen werden sollte. Sprich: welche dieser Personen Teil des Auserwählten Volkes seien. Dementsprechend wäre es auch absolut plausibel, weshalb Pickett einst meinte, dass Jack nicht auf Jacobs Liste stünde. Pickett meinte die Liste von Leuten, die die Others aufnehmen sollten. Von der Liste der Kandidaten hatte er überhaupt keine Ahnung. Nicht einmal Richard wusste Details über diese Angelegenheit.

Die Theorie greift sogar noch weiter: die Spaltung der Others in eine Tempelgruppe und eine Baracken-Gruppe kann sinnbildlich für die Kirchenspaltung stehen. Eine Gruppe, die den elementaren Regeln der Religion folgt und eine Gruppe, die Reformen anstrebt und den Focus mehr und mehr auf den weltlichen Aspekt legt. DAS könnte auch der Grund sein, weshalb Ben Jacob nie sehen durfte: weil er sich zu weit von den religiösen Wurzeln entfernt hat, und sich somit sein Recht verspielt hat, die spirituell höchste Instanz sehen zu dürfen. Dies reflektiert die Verbannung aus dem Paradies nach dem Sündenfall, bei dem Gott zwar omnipräsent ist, jedoch nicht länger sicht- und greifbar. Richard Alpert sagt es sogar wortwörtlich, als er den verletzten Ben in den Tempel trägt: „He will no longer be innocent“

Sogar die Dharma Initiative und das US-Militär lassen sich in diesen „religiösen Kreis“ integrieren. Die Dharma Initiative, die die spirituellen Regeln der Insel komplett ignoriert hat (der Sonarzaun war auch eine sinnbildliche Grenze zur spirituellen Seite der Insel) und einzig in der Wissenschaft ihre religiöse Erfüllung gefunden hat, was unweigerlich zu ihrer Selbstzerstörung geführt hat. Das US-Militär, dass in einer ähnlich motivierten Art die Insel zu ihrem Versuchslabor machen wollte (hier war es kein Sonarzaun, sondern Tretminen, die die Trennungslinie darstellten).

Und in der Mitte des Ganzen stehen die Losties. Sie sind keiner Seite klar zuzuordnen – sie sind jene Schäfchen, um die sowohl Gott als auch der Teufel buhlen. Und ich sage bewusst Schäfchen, angesichts der Tatsache, dass wir einen Jack Shephard (= Hirte) auf der Insel haben. Dass die Gläubigen (Others) durch ihre Handlungen gegen den Willen Jacobs gehandelt haben, lässt sich sehr passend übertragen, auf die Tatsache, wieviel Blut durch die monotheistischen Religionen vergossen wurde, obwohl allen eine friedliche Botschaft zugrunde liegt.

Nur um Missverständnisse vorzubeugen: ich sage nicht, dass die Insel der „reale“ Garten Eden ist, ich denke vielmehr, dass die gesamte Insel nicht mehr ist, als ein Sinnbild. Eine Art Gleichnis, die uns in einer simplifizierten Art die Grundzüge der monotheistischen Religionen vermittelt.



BETTER TO REIGN IN HELL THAN SERVE IN HEAVEN
Es ist erschreckend, dass ich bis zu dieser Folge nie auf die Idee gekommen bin, Parallelen zum Buch „Das verlorene Paradies“ (Original: Paradise Lost) von John Milton zu ziehen. Ich habe es leider nie gelesen, deshalb musste Wiki herhalten. Aber urteilt selbst, wie viele Parallelen ihr seht:
Das Buch steigt direkt ins Geschehen ein, vorangegangene Handlungen werden im Stil von Rückblendungen und Erzählungen dargestellt. Das Buch dreht sich um den Versuch von Satan, die neu geschaffenen Menschen zu verführen. Satan hatte vorher im Himmel versucht, gegen Gott zu rebellieren, und ist als Strafe in die Hölle verbannt worden. Durch rhetorisches Geschick und Versprechungen schart der Teufel Anhänger um sich, um sich an Gott zu rächen. Da er auf direktem Weg gescheitert ist, wählt er ab jetzt den Weg des Betrugs. Sein Hass entspringt aus der Verbannung und seiner Unfähigkeit, diese zu akzeptieren. Der Teufel nimmt die Form einer Schlange an und verführt Eva dazu, in den Apfel zu beißen, was den Sündenfall auslöst. Gott verhindert diesen Sündenfall nicht, da es ihm darum geht, dass die Menschen ihre freie Entscheidung treffen. Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben, erhalten jedoch von Engel Michael mitgeteilt, dass sie nur aus dem physischen Paradies vertrieben wurden, sich ihnen jetzt jedoch eine neue Welt eröffnet, die sie zu einem ebenso guten, wenn nicht besseren, Ort machen können.
Puh... heavy, oder?



DID YOU NOTICE?
  • Das Messer, dass MIB Richard überreicht, hat eine Abbildung von einer Wölfin, die Romus und Remulus säugt → ein klarer Pluspunkt in Richtung der Theorie, dass MIB und Jacob Gebrüder sind
  • Der Kapitän der Black Rock ist Magnus Hanso, verwandt mit dem Financier der Dharma-Initiative, Alvar Hanso

DEATH WATCH „THE PACKAGE“
Auch, wenn in den letzten Folgen eigentlich niemand mehr gestorben ist, setze ich diese Kategorie munter fort... bis sie endlich alle sterben ;)
Stark gefährdet – Jin, Zoe, Seamus, Cindy
Leicht gefährdet – Kate, Sun

FAZIT
Die Größte Geschichte aller Zeiten... bei Lost ;)

6/09 Ab Aeterno (Maike)

1. Bevor wir in die Geschichte von Ricardo eintauchen, gibt es eine kleine Einleitung. Dabei erfahren wir, dass Jacob schon an Ilanas Krankenbett wusste, dass es 6 Kandidaten sein werden, die sie auf der Insel beschützen muss. Ilanas Genesung verläuft erstaunlich schnell, vielleicht durch die Hilfe von Jacob.
Diese sechs Kandidaten sind dann auch Gesprächsthema am Lagerfeuer nachdem Richard, Hurley und Jack auf Ilana und Co. getroffen sind. Sun berichtet davon, dass sie (woher sie das auch immer wissen will), Hurley und Jack zu diesem Kreis gehören. Erste Frage, die ich mir hier stelle: Was ist mit Frank?
Die Losties beschäftigt aber eine ganz andere Frage: Wie geht es jetzt weiter, was ist zu tun. Ilana gibt, wie von Jacob im Krankenhaus aufgetragen("Ask Ricardus, he knows what to do next.") das Wort an Richard, der herrlich histerisch lachend darauf reagiert. Er hat all seinen Glauben verloren und keine Ahnung, was zu tun ist. Sein gesamtes Inselleben ist zusammengebrochen, er wollte sich sogar umbringen und glaubt kein Wort mehr, das von Jacob kommt oder jemals gekommen ist: "You wanna know a secret Jack? Something I know for a long, long time? You´re dead! We´re all dead!".
Nach allem, was geschehen ist, ist er überzeugt, dass sie in der Hölle sind und es besser wäre ab jetzt nicht mehr auf Jacob zu hören, sondern auf jemand anderen. Zu diesem jemanden macht er sich auch gleich auf den Weg.
Erst will Ilana ihn verfolgen, schließlich sagte Jacob ihr, dass Richard wissen wird, wie es weiter geht. Unterstützung erhält sie dabei von Jack, der wieder alles klären will. Dann erfährt er aber von Sun, dass Richard auf dem Weg zu (F-)Locke ist und Ben wird noch genauer: "It´s not exactly Locke.". Darauf kann Jack aber gar nicht weiter eingehen, denn er sieht Hurley sprechen und denkt Jacob wäre der Gesprächspartner. Interessant, wie Hurley Jack vollkommen abblitzen lässt: "It´s not Jacob, man!", er verschwindet mit den Worten, dass es nichts mit Jack zu tun habe.
Unterdessen behauptet Ben, dass Richard wirklich nichts wissen kann, weil er ihn schon kennt, seit er 12 Jahre alt ist. Eine lange Zeit, in der Richard nicht gealtert ist und wie es genau dazu kam, wird uns auf wunderbare Weise in dieser Folge geschildert.

2. Es ist das Jahr 1867, Standartgemäß bewegt sich Ricardo zu Pferd auf der Insel Teneriffa fort und reitet nach Hause. Dort angekommen ist er sofort besorgt um den schlechten Gesundheitszustand seiner Frau Isabella, die schon Blut hustet. Er verspricht ihr, dass er sie retten wird, indem er den Doktor holt, doch sie haben nicht genug Geld. Deswegen gibt Isabelle ihm ihre Kette mit dem Kruzifixanhänger mit.
Der Doktor gehört zum gehobenen Volk und will Ricardo nicht helfen, bzw. nicht mit ihm gehen. Es gebe Medizin, die seiner Frau helfen könnte (was ich übrigens stark bezweifel, dass es mit dieser Medizin getan wäre...). Wie es kommen muss, reicht das Geld und selbst die Kette, die laut Doktor wertlos ist, nicht. Beim Gerangel um die Medizin stirbt der Doktor, als er hart mit dem Kopf auf dem Tisch prallt. Ricardo hat nur eine Möglichkeit, er nimmt die Medizin und die Kette und flieht nach Hause.
Es ist zu spät. Isabella ist tot, Ricardo hat es nicht rechtzeitig geschafft. :(
Und es bleibt keine Zeit zu trauern, er wird sofort festgenommen wegen dem Mord an dem Doktor.
In einer winzigen Zelle eingesperrt bleibt ihm nur noch die Bibel. Genau für diese interessiert sich der Pastor gleich bei seinem Besuch. Es ist eine besondere Bibel, weil sie in englisch geschrieben ist und Ricardo mit ihrer Hilfe die englische Sprache erlernt. Er wollte mit Isabella in die neue Welt aufbrechen und dort eine Familie gründen. Sofort wittert der Pastor die Chance ein bisschen Geld zu machen und verneint deswegen Ricardo die Absolution. Durch den Mord kann Gott ihm nicht vergeben, selbst wenn er seine Tat wieder gut machen wollte, ihm fehlt die Zeit, weil er am nächsten Tag sterben wird.
Dieser Tag kommt schneller als gedacht und Ricardo kommt vom Regen in die Traufe. Er wird abgeführt, aber nicht um zu sterben, viel mehr soll er an Mr. Withfield verkauft werden, weil er Englisch spricht. Er bekommt die Chance in die Neue Welt zu kommen, aber das geht nur als Sklave auf der Black Rock unter Kapitän Hanso.

3. In einem furchtbaren Sturm, bei dem man an Bord nicht mehr weiß, wo oben und unten ist, versuchen sich die angeketteten Gefangenen unter Deck einen Überblick zu verschaffen, ob auf hoher See irgendetwas in der Nähe ist. Als der andere Sklave die Insel und die noch vollständige Statue erblickt, ist er sicher, dass sie in der Hölle landen: "I see the devil!". Dieser Teufel wird alsbald zerstört, sowohl durch die Black Rock, als auch durch die Monsterwelle, die die Statue trifft. In Anbetracht der Tatsache, dass die Statue dort wohl schon einige Jahrhunderte am Strand stand keine ungewöhnliche Zerstörung (ja, ich glaube wirklich, dass es möglich ist!).
So landet die Black Rock auf der Insel, es ist wieder ruhiger und helliger Tag, als Ricardo zusammen mit weiteren Sklaven erwachen. Sie haben diesen schrecklichen Sturm überlebt, zumindest bis sich Kapitän Hanso ihnen widmet, dem für sein eigenes Leben alles recht ist. Er tötet eiskalt einen Sklaven nach dem anderen, denn er weiß, wenn er sie am leben lässt, wird er von ihnen früher oder später getötet werden. Wie war das noch letzte Folge: "Töten oder getötet werden"? MiB und Hanso hätten dicke Freunde werden können...
Bevor er aber Ricardo ein Haar krümmen kann, kommt Smokey und bringt die anderen vier Überlebenden oben an Deck um und schnappt sich dann auch den rumschreienden Hanso. Bei dem letzten Überlebenden, Ricardo, passiert etwas interessantes. Smokey scannt ihn UND verschwindet. Er bringt ihn nicht um, obwohl dieser ein leichtes, wehrloses Ziel darstellt. Das ist aus einem ganz einfachen Grund so: Ricardo bereut den Mord an dem Doktor absolut und gibt dadurch Smokey keine Chance ihn zu richten und zu töten. Finde ich klasse gelöst von den Autoren, warum gerade Ricardo überlebt.

4. Ein Leidensweg für Ricardo beginnt. Immer noch gefesselt, ist er der einzige Überlebende. Er kann sich nicht selbst losmachen und sitzt fest. Ein Stück Metall ist seine einzige Hilfe, doch auch nicht die Beste. Die Kräfte schwinden langsam.
Da taucht zu allem Überfluss auch noch ein Wildschwein auf, das ihn sogar attackiert, sodass er auch das Metallstück verliert (hätte er es übrigens versucht mit seinen Füßen wieder zu ihm zu schieben, hätte er es schnell wiedergehabt. Nur durch den Versuch es mit den Armen/Händen zu greifen, kann es nicht klappen...).
Nach einer langen Zeit bekommt Ricardo Besuch. Es ist seine Isabella, Ricardos Freude ist unglaublich. Sogleich teilt Isabella ihm mit, dass sie in der Hölle sind und fliehen müssen, bevor "er" kommt. Ricardos Fesseln hindern ihn jedoch daran, Isabella soll alleine gehen und wird bei der Flucht von Smokey "getötet". Das ganze Auftreten hier von Isabella und das sie sofort von Hölle spricht und behauptet, der Teufel wäre da sowie das gleichzeitige Auftreten von Smokey, um sie zu holen, lässt für mich keinen anderen Schluss zu, als Isabella=Smokey. Wenn es MiB schafft mit Gedanken Fussfesseln zu öffnen, dann schafft er es auch mit Leichtigkeit draußen Smokeygeräusche zu machen und drinnen Isabella darzustellen. Auch das vorherige scannen durch Smokey passt sehr dazu.
Das zweite Mal verliert Ricardo Isabella und das innerhalb von drei Tagen. :(
Die ganze Zeit innerhalb der Black Rock hat mich sehr an die erste Staffel erinnert, als die Losties kein Wasser, kein Essen, Probleme mit Wildschweinen und auch desöfteren Halluzinationen (bzw. Besuche von MiB) hatten.

Um seinen Plan dingfest zu machen, taucht MiB "persönlich" auf und hilft Ricardo. Er gibt ihm Wasser. "Who are you?" lautet die erste Frage an den Fremden, alle hoffen auf seinen Namen, doch die Antwort lautet "a friend".
Ricardo durchschaut MiB schnell, er war nicht mit an Bord und ist schon sehr viel länger an diesem Ort, als das Schiff. Als Ricardo danach sofort nach Isabella fragt, die fortlief, aber nicht wieder kam, kann MiB´s Manipulation beginnen: "That probably means he has her.". MiB redet Ricardo gut zu, dass er ihm helfen will, schließlich hat er zufälligerweise die Schlüssel gefunden. Bevor er ihn befreit, muss er aber wissen, ob Ricardo ihm hilft, egal was er verlangt: "I wanna be free, too.".
Ricardo bejaht, schon allein, weil er überleben möchte und denkt, er könne so Isabella retten. MiB befreit ihn und hilft ihm schnell auf die Beine: "It´s good to see you out of these chains.".
Beim Wildschweinessen (wohl das, welches Ricardo erst belästigte) kommt MiB schnell zum Punkt: "There´s only one way to get out from hell. You have to kill the devil!". Ricardo soll also zu den Überresten der Statue am Strand laufen und dort den Teufel töten. Das muss er sofort tun, wenn er ihn erblickt, der Teufel darf ihn nicht durch Worte um den kleinen Finger wickeln, denn er kann sehr überzeugend sein. MiB übergibt Ricardo den Dolch (der später von Dogen an Sayid gegeben wird, um Flocke zu töten).
Kurz bevor Ricardo los eilt, stellt sich MiB auch als Rauchmonster vor, er konnte aber den Teufel nicht davon abhalten sich Isabella zu nehmen (wer es glaubt...). MiB wird an diesem Ort festgehalten, ihm wurde sein Körper genommen. Doch Ricardo muss sich keine Sorgen darum machen, was MiB macht oder nicht. Viel mehr muss er den Teufel töten um seine Isabella wiederzusehen. Ricardo könnte noch Stunden oder Tage darüber nachdenken, was Gut und Schlecht ist, er wird aber immer bei einer Frage landen: "Do you ever want to see your wife again?". Das will Ricardo, so bleibt ihm nur noch der Dolch.

5. Am Strand angekommen, ist das Ausmaß vom Sturm mehr als zu erahnen. Ricardo geht direkt zum Fuss der Statue, mit dem Dolch in der Hand. Doch er wird überwältigt, Jacob schafft es ihm die Waffe bei dem Kampf abzunehmen.
Der Angreifer will wissen, wo Jacob Isabella gelassen hat und erzählt, dass sie nicht an Bord der Black Rock war. Daher fragt Jacob, woher er das wissen soll, da durchschaut er MiB´s Plan: "Did you meet a man in the jungle, just in black?". Ricardo bejaht und berichtet, dass Jacob der Teufel sein soll und die Insel die Hölle ist. Der geht darauf gar nicht ein, als Ricardo jedoch behauptet tot zu sein, zeigt er ihm das Gegenteil auf sehr harte Weise.
Er taucht Ricardo immer wieder ins Meer, bis dieser sagt, dass er leben will.
Jetzt will Jacob mit ihm sprechen und bietet ihm Wein an. Gleich zu Anfang des Gesprächs mindert Jacob Ricardos Interesse an dem Fuss, da keiner hinein kommt, wenn er nicht vorher von ihm eingeladen wurde.
"Are you the devil?" ist erstmal die wichtigste Frage von Ricardo, die Jacob verneint. Er nennt seinen Namen und war derjenige, der das Schiff zur Insel holte. Er tat es, symbolisiert an der Flasche Wein, um das Böse (=Wein) nicht herauszulassen, weil es sich sonst verbreitet. Nur der Korken (=Insel) kann es dort lassen, wo es hingehört. MiB glaubt, dass jeder Mensch korrupt ist und Jacob will ihn davon überzeugen, dass er falsch liegt und holt deswegen Leute zur Insel. Vor Ricardo und der Black Rock kamen schon sehr viele, doch alle starben.
Das liegt auch daran, dass Jacob ihnen nicht half und sie gewähren ließ, sie mussten selbst entscheiden. Er kann sich nicht einmischen. Ricardo meint daraufhin, dass MiB es tun würde, was Jacob auf die Idee bringt seinem Gegenüber einen Job anzubieten. Er soll sein Repräsentant werden und kann somit den Menschen, die zur Insel kommen, helfen, da Jacob es nicht kann.
Im Gegenzug möchte Ricardo Isabella wieder haben, doch das geht nicht. Dann möchte Ricardo seine Sünden abgenommen haben, damit er nach seinem Tod nicht in die Hölle kommt, doch das geht auch nicht.
Da wünscht sich Ricardo das ewige Leben und DAS kann Jacob ihm geben.

6. Zurück im Dschungel, weiß MiB sofort, dass Ricardo nun auf Jacobs Seite steht. Ricardo übergibt ihm den weißen Stein und erfährt von MiB, dass er Isabella nie wieder sehen wird. Doch MiB kann ihn auch etwas verstehen: "He can be very convincing.". Zuletzt gibt er dem ehemaligen Sklaven noch den Hinweis, dass er sich immer umentscheiden kann. Egal wann, MiB´s Angebot steht dann immer noch. So erhält Ricardo die Kette von Isabella zurück und MiB verschwindet. Er vergräbt die Kette bei der Bank aus Stein.

7. 140 Jahre später geht Richard genau zu dieser Stelle und holt sich die Kette wieder. Er hat seine Meinung geändert und will auf MiB´s Seite wechseln.
Seine Frage "is the offer still standing?" wird jedoch nicht von MiB beantwortet, sondern Hurley kommt zu ihm, der von Isabella geschickt wurde. Sie sagte ihm, wo er ihn finden kann und ist genau neben Richard. Er kann sie aber nicht sehen, Hurley "übersetzt" sozusagen für sie. Richard soll die Augen schließen, wie früher. Es war nicht seine Schuld, dass Isabella starb. Die beiden Liebenden waren immer zusammen. So können die beiden sich endlich voneinander verabschieden, Isabella geht.
Hurley sieht aber nicht glücklich aus. "Something wrong?" will deswegen Richard wissen. Isabella wollte noch etwas von Richard, etwas sehr wichtiges: "She told me, you have to stop the man in black. You have to stop him from leaving the island. If you don´t: We all go to hell!" WTF?!
Genau diese Begegnung mit der toten Isabella und noch der Hilfe von Hurley passen Flocke gar nicht, der heftige Blick sagt alles!

8. Jacob gesellt sich zu MiB mit dem Wein. Er zeigt sich leicht irritiert, warum MiB ihn töten wollte. "´Cause I wanna leave. Just let me leave, Jacob.". Solange Jacob lebt, wird das MiB nicht möglich sein. Deswegen sollte Ricardo das für MiB tun: "And I will kill you!". Selbst wenn Jacob einen Nachfolger hat, wird MiB auch diesen töten. Zum Abschluß gibt Jacob MiB den Wein: "Something to pass your time.", doch Mib zeigt sich undankbar und zerschlägt die Flasche. Er will seine Rache.

Theorien


Who´s Bad?

Nach dieser Folge ist es fast noch schwieriger zu entscheiden, welche Seite nun eigentlich die bessere ist. Ob einer der beiden böse bzw. gut ist, kann man nun wirklich nicht zuordnen, zumal es wohl im Endeffekt nicht darum geht. Viel mehr ist interessant, was passiert, wenn MiB zum Beispiel sein Versprechen wahr macht und die Insel verlässt. Was bedeutet das für die Insel, die Losties und für die Welt?
Jacob versucht ihn zumindest vollstens davon abzuhalten und mittlerweile bin ich soweit, dass ich ihm die Daumen dafür drücke. ;)
Sowohl MiB (durch die Nachbildung von Isabella und dem Versuch, Richard davon zu überzeugen, dass er in der Hölle gelandet ist), als auch Jacob (der die Menschen zur Insel holt) versuchen die Menschen zu manipulieren.
Dieses "I´m a friend" von MiB und die verständnisvollen Worte (Sawyer will er helfen von der Insel zu kommen. Kate kann er verstehen, dass sie Aaron schützen will. Richard will er wieder mit Isabella vereinen) kommen mir zu unglaubwürdig rüber. Als Smokey hat er die Möglichkeit gehabt die Losties zu scannen (hat er bei Kate auch in Staffel 1, wenn ich mich richtig zurück erinnere), so kann er ihr natürlich leicht eine Geschichte auftischen, die sie mit ihm verbindet.
Wie hat Frank gesagt: Die Leute, die behaupten die Guten zu sein, sind meist die Bösen^^

Highway to hell... no it´s just an island

Ich finde es wirklich brillant von den Autoren, wie sie das ganze Höllen-Thema in diese Folge gebracht haben und es (zum Glück^^) am Ende aus den Angeln genommen haben.
Für MiB war es durch den Scan sehr einfach, Richard mit dem wohl Schlimmsten zu konfrontieren: Der Hölle. In dieser Zeit gab es nur Sünden, Himmel und Hölle. Ohne Absolution gab es für Ricardo nur die Hölle.
Das die Insel aber nicht die Hölle ist und am Ende sein wird, wird unter anderem durch Jacobs Verhalten klar, der erst einmal verneint, dass er der Teufel ist und Richard zeigt, dass er nicht tot ist.
Später wird es noch verdeutlicht, als Hurley zu Richard sagt, dass wenn sie Flocke nicht aufhalten, sie dann erst in die Hölle kommen werden.

MiB = Flocke = Smokey = Tote = Jacob

Einige haben durch die Ereignisse dieser Folge vermutet, dass MiB und Jacob im Endeffekt ein und dieselbe Person sind und deswegen MiB nie seinen Namen bekannt gibt. Dem schenke ich keinen Glauben, allein wie eiskalt MiB Jacobs Körper in die Flammen gestoßen hat in "the Incident" lässt andere Schlüsse zu. Außerdem sagt er in dem Gespräch mit Jacob am Ende der Folge nur, dass er gehen will und nichts davon, dass er seinen Körper wieder haben möchte.
Jedoch könnte ich mir (wie viele LOST-Fans) auch gut vorstellen, dass MiB einer der Losties ist.

Dschinns sind doch alle gleich

MiB will manchen Leuten ihren Wunsch erfüllen (zum Beispiel Sawyer, indem sie die Insel verlassen, Sayid, der Nadia zurück haben möchte oder Richard, indem er Isabella wiedersehen kann), Jacob erfüllt sie sobald sie ausgesprochen sind.
Bei beiden Wünscheerfüllern bin ich aber ziemlich sicher, dass es immer einen Haken gibt. Richard war nach 140 Jahren nicht mehr sehr glücklich mit seinem ewigen Leben und wenn die alternative Realität wirklich zeigt, wie die Wünsche von MiB erfüllt wurden, sind auch dort nicht alle gleich glücklich mit ihrem Leben (siehe Sayid).

Fazit:
Auch nach dem dritten Mal schauen der Folge bin ich immer noch begeistert und geflashed. Klasse, endlich die Geschichte von Richard zu erfahren und dabei noch mehr über MiB und Jacob. Die Szenen in der Vergangenheit sind wundervoll umgesetzt worden und das letzte Aufeinandertreffen zwischen Isabella und Richard (mit Hurleys Hilfe) rührt mich jedes Mal zu Tränen. Nestor Carbonell hat überragend geschauspielert!