Sonntag, 16. Mai 2010

6/15 Across the Sea (Ivan)

Alright(y) then, Brother!

Die 15. Folge der letzten Staffel soll uns also die Antworten über die ganze Jacob-Samuel-Spiel-Krieg-Schwarz-Weiss-Hell-Dunkel-Sache bringen. Aufklärung ist Ausgang der Losties aus ihrer selbstverschuldeten Lost-Unmündigkeit. Nach dem Ende dieser Folge jedoch ist man alles andere als aufgeklärt, im Gegenteil: Die Folge wirft nicht nur viele neue Unklarheiten und leider auch wieder (mittlerweile Usus in der sechsten Staffel) Ungereimtheiten auf. Ich werde daher keinen üblichen Recap schreiben, sondern gewisse Punkte aufnehmen sowie einzelne Gedanken oder Fragen einschieben.

-Jacob und Samuel sind Brüder:
Über diese beiden Über-Protagonisten wurde schon viel geredet und geschrieben. Körpertausch, Schizophrenie, Fight-Club-Theorie etc. Ob eine Verwandtschaft auch schon diskutiert wurde, weiss ich nicht mehr, ist aber sehr wahrscheinlich. Auf jeden Fall geben die Lost-Macher gleich zu Beginn der Folge zwei wichtige Antworten: Jacob und Samuel sind Brüder und sie sind auf der Insel geboren. Das ist so unbedeutend nicht, wie viele mutmassen. Denn dadurch lassen sich göttliche Ableitungen verneinen. Wir haben also keine Gott vs. Teufel Geschichte, wie man das im Verlaufe der 6. Staffel ja durchaus vermuten durfte/musste. Schön und gut, aber das impliziert ja, dass die beiden anderweitig zu ihren Kräften gekommen sein mussten. Diese neu aufgeworfene Frage sollte aber sicher noch in dieser Folge beantwortet werden – zumindest dachte ich das noch zu Beginn der Folge.
By the way: Die Geburtszene (besonders die Szene, in der die beiden Neugeborenen in den ihnen spezifischen Farbtüchern liegen) ist echt gut gemacht. Auch das Verhalten der zukünftigen Ziehmutter scheint mir ziemlich plausibel, sie ist nicht nur einsam, sondern braucht auch einen Nachfolger, wobei sie ähnlich skrupellos wie später dann Jacob vorgeht.

-Der junge Samuel:
Nicht nur der junge Jacob, auch der junge Samuel ist hervorragend gecasted. Im Vergleich zu den anderen neu eingeführten Figuren in Staffel 6 eine grosse Freude. Doch aus irgendeinem Grund finden es die Lost-Mach doch tatsächlich witzig, uns auch in dieser Folge den Namen von Samuel nicht zu sagen, weshalb ich ihn weiterhin mit Samuel benennen werde. Aber warum nicht in dieser Folge? Das macht doch keinen Sinn. Oder soll die Serie etwa damit Enden, dass wir ganz am Ende erfahren, dass Samuel Samuel heisst (klein-Jacob-Erscheinung trifft auf klein-Samuel-Erscheinung und beide umarmen sich und dann LOST)? Der junge Samuel findet ein Backgammon-artiges Spiel und kennt anscheinend bereits die Regeln. Mehrmals erfahren wir in dieser Folge, dass Samuel etwas „Besonderes“ ist. Deshalb ist er Ziehmutters-Liebling, deshalb soll er der Nachfolger werden. Doch was genau ist es, dass ihn „special“ macht? Irgendwelche Kräfte, Fähigkeiten? Und wie kommt er zu diesen Kräften? Anscheinend scheint er Dinge erkennen zu können, wie etwas abläuft etc. Deshalb weiss er, dass er mittels FDW mitten in Tunesien landen wird (wtf!). Interessant auch sein Wunsch, die Insel zu verlassen: Es ist ein psychologischer Trieb, die „Welt hinter dem Ozean“ zu erforschen. Bisher galt ja: Wenn evil incarnate die Insel verlässt ist das das Ende der Welt. Also haben also Jacob-Anhänger bisher angenommen, dass Samuel das verkörperte Böse ist, eingesperrt auf der Insel, nun haben wir auch einen menschlichen Aspekt, weshalb Samuel diese Insel unbedingt verlassen möchte. Das gefällt eigentlich, wobei nun nicht klar ist, worin genau die Gefahr besteht, wenn Samuel die Insel verlässt, dazu gleich im nächsten Punkt mehr…

-Das Licht:
Die mordende Ziehmutter zeigt den beiden Sprösslingen eine Lichtquelle, die irgendwie in allem und jedem stecke. Das Licht als Metapher für Gott? Zumindest scheint die Lebensessenz daraus begründet zu sein. Die Ziehmutter ist die Hüterin des Lichts und muss es davor bewahren, entdeckt zu werden. Interessanterweise lässt sich diese Lichtquelle nicht finden, auch wenn man jahrelang danach sucht. Obwohl Samuel „special“ ist, gelingt es ihm nicht, diese zu finden. Das erinnerte mich an die Leuchtturm-Folge. Kann es sein, dass man das Licht – wie auch der Leuchtturm – nur dann entdecken kann, wenn der Hüter das so will? Soweit eigentlich keine Probleme, es wird aber noch vertrackter: Samuel gelingt es mit seinen Leuten (weshalb kann er diese als fremder Junge plötzlich anführen?), die Lichtquelle von unten her zu erschliessen. Das macht nun gleich mehrfach keinen Sinn: Wenn das Licht von oben her nicht entdeckt werden kann, weil man nicht dafür bestimmt ist, dann kann es ja wohl auch nicht sein, dass man es von unten her entdeckt. Es kommt aber noch schlimmer: Die Lost-Macher missbrauchen die (meiner Ansicht nach gut gelungene) Idee des Lichts und verwenden es gleich noch für eine weitere Erklärung, diejenige des Frozen-Donkey-Wheel. Ein riesen Bock. Denn wie sollen „Lebenselixier“ und Raumverschiebung zusammenhangen? Und was hat Magnetismus mit Licht zu tun? Aaaargh! Und wenn das Licht wirklich so bedeutungsvoll ist, weshalb haben es die Dharma-Leute nicht missbraucht, nachdem sie das FDW wieder aufgebaut haben? Haben es wirklich die Dharma-Leute aufgebaut? Immer noch fehlt eine Erklärung für die Hieroglyphen und immer noch fehlt eine genau Erläuterung der DI, for Lost’s-sake!

Hüter des Lichtes:
Die Ziehmutter ist die Hüterin des Lichtes. Wie kommt sie dazu? Ist sie deswegen unsterblich? Und weshalb klärt sie Jacob nicht richtig auf, wenn er der nächste Hüter werden soll? Es kann ja nicht sein, dass der Hüter nicht einmal weiss, was er da behütet. Und dann dieser Wein: Ist er es, der unsterblich macht, oder diese göttlichen Kräfte vermittelt? Hat die Ziehmutter sonst noch welche Kräfte, oder wie soll es ihr sonst möglich gewesen sein, das ganze Dorf zu verbrennen?

Smokey:
Ein weiteres Mysterium wurde gelüftet. Und im Vergleich zu vielen Auflösung ist diese endlich einmal gelungen. Nur was genau passiert jetzt also in diesem Licht? Samuels Körper stirbt und er wird zu Smokey? Was genau ist Smokey? Das ist immer noch nicht erklärt und ich frage mich, ob das noch geklärt wird.

Adam und Eva:
Nun ja, diese Erklärung war meiner Meinung nach nicht gerade der Burner. Zudem stellt sich nun die Frage, weshalb Christians Leiche verschwinden musste, während Lockes und Samuels Körper am Orte verweilen.

Gedanken/Theorie n:
Nach dieser Folge möchte ich keine Theorien aufstellen. Es wird schlussendlich irgendwie eine Art Erlösung von Samuel geben, da dieser ja – wie wir nach dieser Folge wissen – im Kern gut ist und alles andere als evil incarnate. Womöglich ist Smokey ja irgendwie an Jacob gebunden, weshalb man den jungen Jacob noch mehrere Male gesehen hat. Aber jetzt bin ich doch wieder am Theorien aufstellen und ich lasse das jetzt.

Fazit:
Die Folge an sich wäre an jeder anderer Stelle mit Bestnoten bestückt worden. Klar gibt es einige suspekte Punkte (Zusammenhang von Licht und FDW etc.), die hat es aber leider bereits in beinahe jeder Folge der 6. Staffel. Dennoch ist und bleibt es ein Makel der Folge, dass diese es unterlässt, klare Antworten zu liefern, die in dieser Folge problemlos und mit Bravour hätten eingegliedert werden können. Denn nun, so kurz vor Schluss ist die Chance wohl vertan, wir werden nichts über die Hieroglyphen erfahren, nichts über das Urvolk, welches Tempel und/oder Statue bauen liess, wir erfahren eigentlich gar nichts über die Geschichte der Insel. Auch die DI wird aussen vor gelassen, das habe ich ja schon im letzten Recap kritisiert. Wie kann es sein, dass die DI nicht vollständig ausgeleuchtet wird? Auch die Others sind meiner Ansicht nach nicht zur Genüge erläutert. Klar kann man sich vieles selber zusammenflicken, man nehme Jacob, dann eine Prise Richard, der dann gewisse Leute auf seine Seite bringt bevor Samuel sie killt etc. Aber das ist mir irgendwie zu wenig. Auch wenn die letzten Folgen von Lost wohl von der Action her wieder mehr abgehen werden, zweifle ich doch sehr daran, inwiefern wir noch zu einem befriedigenden Abschluss erhalten werden.

6/15 Across The Sea (Maike)

1. Wie viele andere nach ihr erreicht Claudia die Insel als Schiffbrüchige. Und genau wie Rousseau und Claire ist sie schwanger bei ihrer Ankunft auf der Insel. Als sie einen Bach im Inneren der Insel findet und dort erschöpft etwas trinken möchte, taucht plötzlich eine Frau auf, die ihr helfen möchte.
Sie versorgt Claudia mit Essen, kümmert sich um sie (genau wie MiB sich später um Richard kümmern wird). Die Frau teilt ihr mit, dass sie die einzige Person auf der Insel ist und genau wie sie durch einen Unfall dorthin gelang.
Schon jetzt zeigt sich die Abneigung der Frau gegenüber anderer Personen: "If there were people on the island, I´ll find them.".
Dafür bleibt vorerst aber keine Zeit, das Baby kommt.
Es ist ein Junge, sein Name soll Jacob sein, doch bei ihm bleibt es nicht, Claudia gebährt noch einen Jungen, für den sie keinen Namen hat.
Sie möchte ihre beiden Jungen ansehen, die Frau lässt es nicht zu, sie tötet Claudia. Sie hat geeignete Kandidaten gefunden.

2. 13 Jahre später findet BiB ein Spiel am Strand. Jacob gesellt sich zu seinem Bruder, muss aber versprechen ihrer (Zieh-)Mutter nichts zu verraten, dafür können sie zusammen damit (nach BiB´s Regeln) spielen.
Alleine bei seiner Mutter kann Jacob sein Versprechen nicht halten und erzählt der (Zieh-)Mutter von dem Spiel, weswegen sie sich kurz darauf mit BiB unterhält. Sie sagt, dass Jacob nicht lügen kann: "He´s not like you. You´re special.". Schon von Kindesalter an zeigt sie, dass BiB etwas besonderes ist, angeblich hat sie deswegen das Spiel am Strand deponiert, sodass BiB es findet. Sie will dem Jungen weis machen, dass es wirklich nichts gibt außer der Insel und dem Meer. "The island ist all there is." behauptet sie, auch wenn sie selbst eine Mutter hatte, die aber gestorben ist. Als BiB fragt, was der Tod ist, beruhigt seine (Zieh-)Mutter ihn, dass er sich nie um den Tod sorgen braucht.

3. Bei der Wildschweinjagd geschieht etwas Unvorhersehbares. Jemand anderes ist auf der Insel und tötet das Wildschwein.
Jacob und BiB berichten sofort ihrer (Zieh-)Mutter davon, sie reagiert sofort: "They´re not like us. They don´t belong here. We are here for a reason." Natürlich möchte BiB wissen, um welchen Grund es sich hierbei handelt und auch wenn die Frau es den Jungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht erzählen wollte, es muss jetzt geschehen. "What reason?" hakt BiB nach.

Sie führt die Jungen, deren Augen verbunden sind, zu dem Grund, warum keine anderen Menschen auf der Insel sein sollten. Auch wenn sie schon länger von den Leuten wusste, konnte sie nichts sagen, weil diese Menschen zu gefährlich sind: "They come, they fight, they destroy, they corrupt and it always ends the same.".
Diese Leute würden den Jungen leid zufügen, deswegen sollten sie nicht zu ihnen gehen. Gegenseitig könnten sich Jacob und sein Bruder jedoch nicht verletzen: "I made it so you can not hurt each other.".
Sie erreichen die Höhle gefüllt mit Licht, ihrem Grund um auf der Insel zu sein. "The warmest, brightest Light" was sie je gesehen oder gefühlt haben.
Niemand darf es jemals finden, die Menschen werden es versuchen dieses Licht, was in jedem Mann (=Menschen) enthalten ist, zu finden: "But they always want more.".
Auch wenn sie es nicht an sich nehmen könnten, sie würden es versuchen und dabei werden sie es zerstören, sodass das Licht überall erlöscht (wohl auch in jedem Menschen).
Da die (Zieh-)Mutter es nicht immer beschützen wird, muss einer der beiden Brüder es irgendwann für sie übernehmen.

4. Beim erneuten Spiel zeigt BiB Jacob die Grenzen, er kann die Regeln des Spiels nicht einfach brechen: "One day you can make your own game and everyone has to follow your rules.", verspricht BiB seinem Bruder. Gerade als er über Regeln und deren Befolgung spricht, erscheint Claudia ihm, doch nur er kann sie sehen, Jacob nicht. So verlässt BiB Jacob und folgt Claudia an den Bach, wo er erfährt, dass Claudia tot ist und deswegen nicht von Jacob gesehen wird. Sie will BiB zeigen, wo er herkommt und führt ihn zu dem Camp der anderen Menschen von ihrem Schiff, das das Meer durchfuhr bis zum Tag vor seiner Geburt. "There´s nothing across the sea." meint BiB, weil er es nicht besser weiß, doch Claudia sagt ihm die Wahrheit, dass es eine Menge außerhalb der Insel gibt: "You come from across the sea, too.", auch wenn es seine Mutter nie erzählte: "She is not your mother. I am."

5. BiB kann nicht länger bei dieser Frau bleiben. Er weckt Jacob und will mit ihm zusammen zu den anderen Leuten fliehen. Auf dem Weg erzählt er Jacob die Wahrheit, dass die (Zieh-)Mutter immer gelogen hat und nicht ihre Mutter ist. Jacob ist das alles zu viel, er schlägt auf seinen Bruder ein, bis die Frau ihn wegziehen kann.
Es kommt zur Konfrontation. BiB wirft der (Zieh-)Mutter all die Lügen vor, denn er kennt jetzt die Wahrheit: "I´m gonna go home!", "We don´t belong here, wo don´t belong to her. come with me." fleht BiB seinen Bruder an.
Doch auch wenn seine (Zieh-)Mutter log, Jacob bleibt bei ihr. Sie versucht einen letzten Appell an BiB, wer immer es ihm sagte, er wird die Insel nie verlassen können. "That´s not true and one day I can proof it!", sind BiBs letzte Worte, bevor er Jacob und die (Zieh-)Mutter verlässt.

6. Am Strand sind Jacob und die Frau alleine. Nun will Jacob die Wahrheit hören und fragt direkt, ob es stimmt, dass die (Zieh-)Mutter seine Mutter getötet hat. Sie bejaht, sie konnte es nicht zulassen, dass Claudia die Jungen zu den anderen Menschen bringt, weil diese böse sind: "I couldn´t let you become one of them.", sie mussten zur guten Seite gehören.
Hier zeigt sich der wahre Grund für Jacobs bleiben, er hat mother issues und fühlt sich weniger geliebt: "Why you love him more than me?", sie versucht es zu erklären: "I love you in different ways." Ganz schlecht, Ziehmommy, ganz, ganz schlecht.
Letztendlich bleibt Jacob bei ihr, wohl um sie nicht zu enttäuschen.

7. Jahre vergehen. Jacob ist mittlerweile ein erwachsener Mann und kann nun selbst die Teppiche weben.
MiB lebt derweil immer noch im Camp der anderen Menschen, wird aber ab und zu noch von Jacob besucht. Außerdem beobachtet Jacob das Camp um herauszufinden, ob die (Zieh-)Mutter recht behält, was die Menschen angeht. Mib bestätigt die Aussagen, er lebt schließlich schon 30 Jahre mit ihnen zusammen. Die Menschen sind schlecht und manipulativ, man kann ihnen nicht trauen und sie sind egoistisch. Er will es aber zu Ende bringen: "I´m leaving, Jacob.".
Nach all der Zeit hat er einen Weg gefunden und das zeigt er eindrucksvoll mit seinem Messer und der magnetischen Anziehung. Durch die anderen Menschen konnte er meherer Quellen finden und bei einer von ihnen gruben sie, bis sie etwas fanden. Jacob soll nun mit ihm die Insel verlassen, auch wenn er die Mutter zurücklassen muss: "What if she dies?" - "She never gonna die." - "Everything dies!".
Jacob will nicht gehen: "It´s my home.".

8. Es kommt wie es kommen muss und Jacob erzählt der (Zieh-)Mutter, dass MiB einen Weg gefunden hat die Insel zu verlassen.
Sie macht sich auf zum MiB, will ihn aufhalten. Im Brunnen erzählt er ihr, dass er lange suchte und mit den Leuten zusammen das Licht unterhalb der Insel gefunden hat. Sie überlegen schon, was sie damit machen. Da schrillen sofort die Alarmglocken bei der (Zieh-)Mutter, MiB will das Licht mit Hilfe des Rades benutzen und ein System bauen, das das Licht und Wasser verbindet/bündelt. "And when I do, I´m finally able to leave the island.". Er weiß, dass er es kann, weil er "special" ist und nicht an diesen Ort gehört.
Auch bei ihrem geliebten MiB entschuldigt sich die Frau, bevor sie das tut, was sie scheinbar wirklich gut kann und ihn niederschlägt.

9. Nachts weckt sie Jacob, alles muss jetzt sehr schnell gehen. Sie musste sich von seinem Bruder verabschieden und bringt Jacob zur Höhle des Lichts: "You´re going to protect it now." weist sie ihn an.
"Life, death, rebirth. It´s the source, the heart of the island" gibt es noch schnell als Erklärung, Jacob darf aber niemals hineingehen. Bevor er jemals stirbt muss er einen geeigneten Nachfolger finden.
Durch einen Becher Wein mit einer gesprochenen Formel macht sie die Sache klar. Wenn Jacob trinkt, übernimmt er die Verantwortung den Ort zu beschützen. Doch Jacob will eigentlich nicht, denn er sollte es nie werden, sein Bruder war die erste Wahl und jetzt ist er der einzige, der noch übrig ist. "It was always suppost to be you, Jacob." weiß die (Zieh-)Mutter jetzt und Jacob hat eh keine Wahl, er muss trinken.
So trinkt er und ist der neue Beschützer der Insel.

10. MiB wacht auf und muss erkennen, dass all seine Träume über Nacht zerstört wurden. Der Brunnen ist zugeschüttet, die Menschen wurden alle getötet. Sein Spiel kann er noch retten, doch seine Trauer und Wut ist unbändig.

Jacob und die Frau trennen sich derweil, er soll Feuerholz holen und sie scheint ihr Schicksal schon zu ahnen.
Die Höhle wurde verwüstet, das Spiel liegt als Indiz auf dem Boden, doch nur noch ein schwarzer und ein weißer Stein sind enthalten. Ganz im Sinne "the island is done with you" tötet MiB die (Zieh-)Mutter mit dem Dolch feige mit einem Stich in den Rücken. Im Sterben bedankt sich beim MiB, er befreite sie von ihrer Aufgabe, die ab jetzt Jacob zu Teil ist.
Dieser erreicht die Höhle, sieht die tote Mutter und seinen Bruder und drischt vor Wut auf MiB ein. Er schleppt ihn mit, auch wenn MiB fleht, dass Jacob ihm nichts tun soll, ihre Mutter hat schließlich alle Leute getötet und alles verbrannt. Er kann ihn doch sowieso nicht töten, doch das will Jacob auch gar nicht.
Er schubst seinen Bruder in die Höhle des Lichts, wo MiB hineingesogen wird und dadurch Smokey aus ihm entsteht.

Etwas weiter entfernt von der Höhle findet Jacob danach seinen toten Bruder. Er trägt ihn zu seiner Höhle, wo er seine (Zieh-)Mutter und MiB nebeneinander aufbahrt.

Theorien

Eifersucht hat schon in der Bibel zu Mord geführt

Jacob wirft seiner Ziehmutter als Junge vor, dass sie seinen Bruder mehr liebe als ihn. Im Endeffekt bestätigt sie das auch, indem sie behauptet, dass sie die beiden auf unterschiedliche Weise liebt.
Ein Grund warum sie den Boy in Black mehr liebte oder ihre Liebe mehr zeigte könnte sein menschlicheres Auftreten sein. Er lügt zum Beispiel und versucht Dinge vor ihr zu verheimlichen, was Jacob aber nie tat und auch von seiner Art her gar nicht konnte. BiB ist eher wie die Menschen, die zur Insel kommen und will diese Insel sogar verlassen. Auch die Ziehmutter kam schließlich durch einen Unfall auf die Insel und wurde eventuell in die Rolle der Beschützerin gedrängt. In dem BiB kann sie sich so besser wiedererkennen, als in dem unfehlbaren Jacob, der nicht Lügen kann und loyal ist, auch wenn es ihm mehr als schwerfällt.

Adam und Eva: besser diese Namen, als gar keine

Erst war ich von der Lösung mit Mutti und MiB als Adam und Eva überhaupt nicht angetan. Fast wütend hat es mich gemacht, dass es die beiden wurden und nicht etwa zwei Losties, zum Beispiel Bernard und Rose. Auch für mich ist dadurch in keinster Weise bestätigt, dass die Prods von der ersten Staffel an schon die Auflösung der gesamten Serie parat hatten.
Andererseits finde ich es sehr passend, dass gerade die beiden Adam und Eva wurden, die keinen Namen haben (zumindest für die Zuschauer). Weder der Name der Ziehmutter noch den von MiB haben wir in dieser Folge erfahren und selbst bei MiB bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir den jemals erfahren.

Smokey = Flocke = MiB

Smokey entstand aus MiB, deswegen ist er auch am meisten mit ihm verknüpft. MiB hat jedoch nicht mehr seinen Körper, da er als Smokey diesen nur nachbilden kann. Deswegen sagte er auch zu Richard in "Ab Aeterno" das er seines Körpers beraubt wurde.
Durch die Übernahme von Lockes Körper blitzt ab und zu auch etwas von Locke in Flocke auf (finde ich zunmindest).

"Ich sehe tote Menschen." - "Ach du auch?"

Nicht nur Hurley kann also tote Menschen sehen und mit ihnen kommunizieren. Auch MiB hat diese Gabe, sodass er durch seine tote Mutter die Wahrheit erfuhr.
Außerdem kam ihm der kleine Jacob mittlerweile auch schon dreimal besuchen und nervte MiB ein bisschen mit seiner Gegenwart und der Tatsache, dass er sich doch bitte schön an die von Jacob aufgestellten Regeln zu halten habe.
Viel interessanter als das Hurley oder MiB tote Menschen sehen können, ist die Tatsache, dass genau das auch Sawyer und unser lieber Desmond schon zur Schau gestellt haben. Ein sicheres Indiz dafür, dass auch Desmond noch mehr als wichtig im Kampf gegen MiB sein wird.

Höhle des Lichts macht sich gut als Brunnen im Tempel

Wurde der Tempel vielleicht genau bei, bzw. um die Höhle des Lichts gebaut, damit Jacob das Licht und das dazugehörige Wasser besser beschützen (lassen) kann?
Wobei es dann nicht ganz passt, dass das Wasser beschmutzt wurde. Oder hängt die Vollkommenheit des Lichts und des Wassers mit der Gesundheit des Beschützers zusammen? Sobald Jacob starb wurde auch das Wasser verschmutzt, sodass es nicht mehr zur Heilung beitragen konnte.

Fazit:
Schwierig. Mehr als schwierig. Ich versuche die Folge von der positiven Seite zu sehen und freue mich darüber, viel über die Geschichte von Jacob und seinem Bruder erfahren zu haben. Leider werden dabei zu wenig Antworten geliefert, man hätte noch einige andere Dinge erklären können (Statue, Leuchtturm, Tempel, etc.). Die großartige Schauspielkunst von Titus Welliver und Mark Pellegrino sowie Young Jacob und BiB haben die Folge dann noch etwas versüßt. Ich hoffe auf ein wunderbares, WTFiges Serienfinale, das diese Folge etwas entschädigt.

Samstag, 15. Mai 2010

6/15 – ACROSS THE SEA (Samir)

We are here for a reason ;)
Da ich, genausowenig lügen kann, wie Jacob, sage ich es deutlich heraus: ich hasse diese Folge. Zu viele Chancen hat diese Folge ausgelassen, zu unglaubwürdig und emotionslos erscheint die Geschichte hinter Jacob und MIB, zu stark steht diese Folge im Widerspruch zu bisher Gesehenem und vor allem jedoch ist diese Folge katastrophal falsch platziert. Wir wollen die letzten Wochen der Serie nicht mit irgendwelchen x-beliebigen Figuren verbringen, sondern mit den Charakteren, die uns 6 Jahre lang ans Herz gewachsen sind. Da diese Folge so gut wie nichts beantwortet hat, musste ich einen der längsten Recaps überhaupt schreiben, um zumindest halbwegs plausibel die ganzen offenen Fäden zusammenzubringen, die diese, in meinen Augen, schlechteste Lost-Folge aller Zeiten hinterlassen hat – Let’s Go Back!

SAME PROCEDURE AS EVERY MILLENIUM
Wir sehen in dieser Folge, dass das Spiel aus Beschützer der Insel und dem Herholen von Nachfolgern bereits seit Ewigkeiten vonstatten ging. Es ist natürlich kein Unfall, der Claudia an die Ufer der Insel treibt. Vielmehr hat „Mother“ sie zur Insel geführt, da diese ihren Nachfolger gebären würde. Und auch „Mother“ ist nur die Nachfolgerin von ihrem Vorgänger. Wir sehen aber auch, dass es durchaus so war, dass auch „Unbeteiligte“ zur Insel gekommen sind, die quasi dazu ungewollt zusammen mit den Leuten, die bewusst zur Insel geholt wurden, dort angekommen sind. Was auch die Redshirts von Oceanic und Ajira erklärt – sie waren lediglich Beiwerk, die nicht gebraucht wurden und nicht gewollt waren. Um genau zu sein, beginnt diese Folge sogar mit einem solchen Redshirt. Claudias Tod in dem Geburtsvorgang war mehr als nur vorbestimmt – denn auch vor Jahrtausenden galt die Regel: trage NIE etwas Rotes bei Lost, wenn du leben willst. Wie genau „Mother“ (die ich der Einfachheit halber ab hier nur noch als „M“ bezeichne) Claudia zur Insel geholt hat, wieso ausgerechnet Claudia ausgewählt worden ist, ob „M“ auch, wie Jacob, in der Real World gewesen ist und Claudia dort berührt hat – all das sind Fragen, die diese Folge offengelassen hat. Und um ehrlich zu sein: ich denke, die Autoren haben diese Fragen bewusst offengelassen, da sie unmöglich zu beantworten sind. Willkommen in der Episode, die uns das Konstrukt zwischen Jacob und MIB ein für alle Mal erklären sollte...
Um hier noch einen allgemeinen Kritikpunkt meinerseits über diese Folge abzulassen: die Gesamtheit dieser Folge wirkt so billig produziert, wie kaum eine andere bei Lost. Die schlechten Kostüme, die offensichtlichen Pappmaché-Kulissen und eine penetrant-kitschige Musik. Sorry, aber wir haben fast 6 Jahre lang gesehen, dass Lost diese Dinge um ein Vielfaches besser hinkriegen kann, als in dieser Folge.



THE ARTIST FORMERLY AND CURRENTLY KNOWN AS MAN IN BLACK
Oooops. I’ve only picked one name. Tja, Pech gehabt, Boy in Black. Jetzt wirst du wohl Jahrtausende lang namenlos bleiben. Mal ganz ehrlich, was soll diese Scheiße? Die Lost-Autoren haben es offensichtlich verlernt, wie man auf eine interessante Weise ein Mysterium aufbaut. Die Tatsache, dass wir jetzt aber seit „The Incident“ über den Namen von MIB rätseln, ist kein Mysterium – es ist einfach nur dumm und beweist, dass die Autoren nach 6 Jahren Lost einfach am Ende sind.
Aus einem religiös-philosophischen Standpunkt heraus betrachtet, war es u.U. sogar sinnvoll, MIB bis zu dieser Folge keinen Namen zu geben – quasi als das Namenlose Böse, das Unaussprechliche. Aber in dieser Folge, in der wir den Menschen hinter dem Rauch kennengelernt haben, ist es einfach nur noch albern. Erfahren wir den Namen von MIB überhaupt noch? Möglich, aber die Chancen sind gering. Nicht nur, dass es völlig „out of place“ wirken würde, wenn er plötzlich im Finale irgendjemandem sagen würde: „Hey, Freunde nennen mich blabla“. Vor allem jedoch würde uns in dem Moment, in dem er seinen Namen sagen würde, uns klar werden, wie lächerlich diese Aktion des Namen-Verschweigens gewesen ist. Denn offensichtlich ist MIB niemand, den wir bereits namentlich kennen. Wenn jetzt also im Finale rauskommen würde, dass er z.B. Samuel heißen würde, würden wir uns alle zurecht fragen: was war jetzt der Zweck davon, dass wir den Namen bis jetzt nicht erfahren haben?
Ganz ehrlich, diese Namen-Nummer ist für mich ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie sehr die Serie es verlernt hat, Mysterien aufzubauen und – vor allem – uns dazu zu bringen, uns für diese Mysterien zu interessieren.



ONE PLAYER, TWO SIDES
Viele argumentieren, dass auch „M“ die Eigenschaften von Smokey in sich vereinen könnte. Zugegeben, es gibt nicht viele andere Erklärungsansätze, wie eine Frau (so verrückt sie auch sein mag) im Alleingang einen Brunnen zuschütten, mehrere mit Speeren bewaffnete Leute umbringen und deren Dorf abfackeln kann.
Es gibt jedoch noch einige weitere Indizien, die dafür sprechen, dass „M“ eine dunkle, rauchige Seite hat. Der Moment, indem Claudia die Reflektion von „M“ im Bach sieht, ist nahezu 1:1 eine Kopie der Szene, in der Mr Eko die Reflektion vom Rauchmonster im Bach sieht. „M“ streckt Claudia die Hand aus, so wie wir es die ganze Staffel über von Flocke gesehen haben. Und es ist sicherlich auch kein Zufall, dass die „they come, they fight, they destroy, they corrupt“-Einstellung von „M“ dieselbe Einstellung ist, wie später die von MIB.
Am deutlichsten jedoch dafür spricht die Tatsache, dass sie Jacob genau sagen kann, was sich unten im Pissoir der Insel befindet: „Life, death, rebirth“. Sie kann ihm sogar sagen, was die Konsequenzen davon wären, wenn er selber dort hinabsteigen sollte. „Would I die?“ - „It’d be worse than dying, Jacob. Far worse.“ Wenn das mal nicht nach persönlicher Erfahrung klingt. Und letztlich muss es auch so sein, dass es bereits vor MIB-Smokey einen Smokey auf der Insel gegeben haben muss, denn anders könnte man die Hieroglyphen-Tafel unterhalb des Tempels nicht erklären, auf der man Anubis und Smokey sieht (irgendwann in der Inselgeschichte müssen diese Ägypter dann jedoch verschwunden sein).

Was geben uns also all diese Hints her? In meinen Augen ist es so, dass „M“ beide Seiten in sich vereint – die von Jacobs Beschützerfunktion und die von Smokey. Irgendwann in den Jahrtausenden, in denen sie wahrscheinlich auf ihre Ablösung gewartet hat, hat sie wohl die menschliche Neugier ergriffen und sie ist zum Licht hinabgestiegen – etwas, wovor sie Jacob eindringlich gewarnt hat, es nicht selber zu tun („Just promise me: No matter what you do, you won’t ever go down there“). In diesem Moment wurde sie zu Smokey, allerdings nur teilweise.
Zu dem Zeitpunkt, an dem sie an die Quelle des Lichts vorgestoßen ist, musste sie bereits als auserkorene Beschützerin vom Yellow Cake festgestanden haben, weshalb ihre „Verwandlung“ nur teilweise vonstatten ging und nicht komplett wie bei MIB. Das Ganze versuche ich noch etwas weiter zu verdeutlichen, wenn ich versuche, zu erklären, was mit Jemandem wohl passiert, wenn er zur Quelle gelangt (Absatz „Heart of Brightness“).
Halten wir jedoch hier erstmal Folgendes fest: ein Teil von „M“s Seele repräsentierte fortan die dunkle Seite, der andere Teil jedoch war weiterhin auf der hellen Seite. Man vergleiche dazu auch die Hints in dieser Folge zu dieser Thematik – die Tatsache, dass „M“s Kleidung eine Kombination aus dunklen und hellen Elementen war; ihr Zitat über MIB und Jacob: „I love you in different ways“; und die Tatsache, dass sie dankbar dafür war, dass MIB sie getötet hat. Denn, was sie unten an der Quelle des Lichts gefunden hat, war „far worse than dying“.



YOU ARE HERE FOR A REASON, JACOB IS JUST HERE
Es ist interessant, dass, als das Senet-Spiel am Strand angespült wird, MIB bereits weiß, wie man dieses Spiel spielt. Und auch, wenn in der Folge angedeutet wird, dass er die Regeln in Wirklichkeit erfunden hat – ich denke, er weiß tatsächlich intuitiv, wie man das Spiel spielt. Sein „I just know“ erinnert mich nämlich auch stark an Richard Alperts Test, bei dem Locke gefragt wurde, welches der Dinge ihm bereits gehören würden. Es ist zwar nicht mit Alperts Test zu vergleichen, da Alpert ja „nur“ den neuen Anführer der Others gesucht hat, aber die Parallele ist offensichtlich. Genauso offensichtlich wie die Tatsache, dass Jacob eben nicht weiß, wie man dieses Spiel spielt.
Das ist nur einer von vielen Hints in dieser Episode, dass es tatsächlich MIB war, der als Nachfolger von „M“ vorgesehen war und nicht Jacob. Denn es war auch MIB, der seine tote Mutter gesehen hat. Es war MIB, dem „M“ gesagt hat, dass er sich nicht um den Tod zu sorgen brauche und dass er special sei. Und auch wenn „M“ im Moment der Fackelübergabe Jacob erklärt „It was always supposed to be you. I see that now“ - es ist ziemlich deutlich, dass Jacob richtig liegt mit seiner Vermutung: „Now I’m all you have.“ Denn „M“ legt ihre Hoffnung in lediglich zwei Kandidaten und nicht in Heerscharen von Leuten, wie es Jacob später tun wird. Und Jacob hat es nunmal auf den Punkt gebracht – ihr favorisierter potentieller Nachfolger entscheidet sich mit Inbrunst gegen die Insel. Dementsprechend muss „M“ nunmal auf die Nummer 2 zurückgreifen: Jacob.

Auf den ersten Blick macht das womöglich wenig Sinn, denn der loyale und ehrliche Jacob ist augenscheinlich der besser geeignete Kandidat, als der lügende und dickköpfige MIB. Aber „M“ sucht ihren Nachfolger nach ziemlich menschlichen Gesichtspunkten aus – denn sie wählt denjenigen der Beiden, der ihrer Art des „Beschützens“ am Ähnlichsten ist. Und aus dieser Perspektive konnte sie es sich wahrscheinlich nur schwer vorstellen, dass der ehrliche Jacob zum Beispiel in der Lage gewesen wäre, Claudia zu töten. Aber in der Tat findet Jacob Jahrtausende später seinen eigenen Weg, die Insel zu beschützen und einen Nachfolger zu suchen. Anstatt nämlich ganz gezielt Jemanden herauszupicken, wie „M“ es getan hat, hat Jacob lange Listen von Kandidaten, die quasi untereinander ausmachen sollen, wer sich am Ende durchsetzen wird.

Wenn man jetzt interessanterweise mal die Situation des vermeintlich idealen Kandidaten Jacob und des dickköpfigen MIB auf unsere Kandidaten in der Jetzt-Zeit überträgt, ergibt sich ein hochinteressantes Bild, in dem der vermeintlich ideale Jack möglicherweise doch das Rennen verlieren könnte gegen den dickköpfigen Sawyer. Ich sage nicht, dass es so kommt – aber ich sage, dass „M“ mit Sicherheit Sawyer ausgewählt hätte – und Muttersöhnchen Jacob kommt vielleicht post mortem ihrem Wunsch nach. Es gibt noch einen Hint, dass Sawyer der Kandidat sein könnte, der das Rennen machen wird – denn MIB als Auserwählte war in der Lage, Tote zu sehen. Etwas, was Sawyer konnte (Kiddie-Jacob), ebenso Hurley (und Desmond). Jack jedoch ist nicht in der Lage, Tote zu sehen. Und wo wir schon dabei sind: Jin auch nicht – also war wohl tatsächlich Sun der Kwon-didat.



SOMEWHERE BEYOND THE SEA
„He’s down at the beach, staring out at the ocean.“ Schon seit seiner Kindheit war MIB angetrieben von wissenschaftlich begründeter Neugier. Was liegt hinter dem Sichtbaren? Was befindet sich hinter dieser natürlichen Grenze, auf der anderen Seite vom Meer? Die Gehirnwäsche von „M“, dass es nichts außer der Insel gäbe, mag beim naiven Jacob funktionieren, nicht jedoch beim neugierigen MIB. Sein Leben lang klammert er sich an die wenigen Dinge, die er um sich hat, von denen er weiß, dass sie von außerhalb der Insel stammen. In erster Linie ist das das Spiel, das er am Strand findet. Bis ins Erwachsenenalter war dieses Spiel MIBs Kanalisation seines Wunsches, zu sehen, was sich hinter dem Ozean befindet. Das Spiel, dessen Regeln er instinktiv beherrschte, war für ihn vielleicht die einzig wichtige Sache in seinem Leben. Als das Dorf in Flammen steht, greift er das Einzige, was ihm etwas bedeutet: das Spiel. Und die Spielsteine haben ihn sogar in sein felsiges Grab begleitet. Umso tragischer, dass MIB Jahrtausende lang von Jacob verhöhnt worden ist, indem er ihm die Spielsteine von MIBs einstigem Spiel zuschob, um seinen eigenen Triumph zu feiern. Einen Triumph, den er damit krönt, dass er immer und immer wieder vor MIBs Nase die Insel verlässt und zurückkehrt.

Aber wichtiger noch als das Spiel waren für MIB die anderen Menschen, denen Jacob und MIB zufällig begegnen (BTW – DAS sollen Römer gewesen sein? Höhlenmenschen sahen vielleicht so aus...). Als „M“ ihre „They come, they fight, they destroy, they corrupt“-Rede hält, ist MIB nur an einem Punkt interessiert: „They come? Come from where?“ Während Jacob völlig verängstigt ist, ist MIB neugierig. Und „M“ musste mit Einigem aufwarten, um MIBs Neugier (vorläufig) unterdrückt zu halten – sie musste ihm etwas zeigen, das ihn NOCH neugieriger gemacht hat – und das, obwohl er noch nicht bereit war. Sie musste ihm das gelbe Licht zeigen. Ironischerweise wird das Wissen um dieses Licht MIB erst dazu ermöglichen, seinen Plan zum Verlassen der Insel zu konkretisieren.
Die Vision seiner toten Mutter jedoch war es, die MIB endgültig jeden Zweifel ausräumte und ihm bestätigte, dass es Vieles gab, was sich auf der anderen Seite des Meeres befände. Sie war es, die ihn zu den anderen Überlebenden ihres Schiffes lockte und so erst zu der Möglichkeit, einen realistischen Weg zu finden, die Insel zu verlassen.
Ich muss gerade selber lachen, dass ich das Frozen Donkey Wheel gerade als einen realistischen Fluchtweg bezeichnet habe...



THAT’S WHAT MAKES BEING HUMAN SO DISTINCTLY WONDERFUL
Wir sehen, dass MIB seine Verachtung mit den Menschen mit „M“ teilt. Auch im Erwachsenenalter will oder kann er sich nicht eingestehen, dass es nichts gibt, was diese Menschen von ihm unterscheidet. „They’re greedy, manipulative, untrustworthy and selfish.“ Für MIB waren Menschen immer nur ein Mittel zum Zweck: „They’re a means to an end.“
MIBs Einstellung gegenüber Menschen hat sich im Lauf der Jahrtausende nicht gewandelt. Auch 2000 Jahre später nutzt er die Menschen auf der Insel, um sein Ziel zu erreichen, von eben dieser zu verschwinden. Jacob hingegen entwickelt zunehmend Sympathie für die Menschen. Aber so neugierig und optimistisch Jacob über diese Leute ist, genauso ängstlich ist er ihnen gegenüber. Er unterdrückt seine Neugier und hält an dem Vertrauten fest. Ich gebe zu, dass mir nicht ganz einleuchtet, wieso es Jacob derart wichtig zu sein scheint, MIB später davon zu überzeugen, dass die Menschen nicht so verdorben seien, wie er es annimmt. Der Dialog „Why do you watch us, Jacob?“ - „I watch because I wanna know, if mother’s right“ erscheint in meinen Augen als viel zu schwach, um ein Jahrtausende währendes Spiel zu erklären. Lustig aber fand ich, dass MIB indirekt erwähnt, wie Jacob die Menschen durch seinen Leuchtturm beobachtet: „That’s easy for you to say, looking down on us from above“, womit natürlich im religiösen Sinnbild Lost Jacob ein für alle Mal in die Position Gottes einzementiert ist, der in Seiner Art ebenso die Menschen von „oben“ betrachtet.



YOU SPIN ME ‘ROUND ‘ROUND
Ich hatte also Recht mit meiner Vermutung, dass MIB zu jenen Leuten gehörte, die jene Brunnen auf der Insel mit ihren bloßen Händen gegraben haben. Wir logisch denkende Menschen sollten uns vielleicht fragen, wieso in den 30 Jahren auf der Insel niemand auf die Idee gekommen ist, dass man die Insel auch mit einem Schiff verlassen könnte – in drei Jahrzehnten hätten diese Leute einen kompletten Flugzeugträger bauen können. Stattdessen legen diese Leute ihre Hoffnung, um über das Meer zu kommen, lieber darin, tiefe Brunnenschächte in die Insel zu graben, wo sie dann Holzräder in die Wand einsetzen. Joaa, auch ne Möglichkeit.
Was gibt uns diese ganze Nummer mit dem Donkey Wheel her? In meinen Augen gibt es nur zwei mögliche Erklärungen – und beide sind nicht berauschend.

Der erste Erklärungsansatz: das Rad, was MIB installieren möchte, ist das, was wir später als Frozen Donkey Wheel kennengelernt haben. In dem Fall muss irgendwann später jemand den zugeschütteten Brunnen entdeckt haben, das Rad dort gefunden haben und es in die Wand eingesetzt haben. Das Problem an der ganzen Sache: in der Kammer vom Frozen Donkey Wheel befanden sich ägyptische Hieroglyphen. Da wir uns in Jacob/MIB-Zeit jedoch bereits in der Zeit der Römer befinden, ist es relativ unwahrscheinlich, dass durch einen Zeitsprung oder ähnliches erst danach die Ägypter auf der Insel aufkreuzen.

Der zweite Erklärungsansatz: das Rad, was MIB installieren möchte, ist NICHT das, was wir als Frozen Donkey Wheel kennengelernt haben. Nehmen wir an, dass MIB und seine Buddies im Lauf der Jahrzehnte den ägyptischen Brunnen mitsamt den Hieroglyphen und dem Donkey Wheel entdeckt haben, es jedoch nicht betätigen konnten, da es vereist war und sie dieses Eis (warum auch immer) nicht zum Schmelzen bekommen haben. In dem Fall wäre es denkbar, dass MIB das Prinzip vom Frozen Donkey Wheel lediglich auf diesen zweiten Brunnen überträgt – sprich er sieht das Rad, weiß instinktiv, dass das einen Weg von der Insel darstellt, kann es aber nicht betätigen. Als er dann eine Stelle auf der Insel findet, die die gleichen Voraussetzungen erfüllt, wie beim originalen Frozen Donkey Wheel, kopiert er das originale Rad. Ich weiß, keine sehr gute Antwort. Aber ich fürchte, besser geht es nicht. Denn immerhin wirkte der Schacht in dieser Folge nichtmal ansatzweise so tief wie der vom Frozen Donkey Wheel.



MAN OF SCIENCE, MAN OF TAPESTRY
In dieser Folge kam wieder einmal eines der Ur-Themen von Lost zur Sprache. Glaube gegen Wissenschaft. Und wie in früheren Gegenüberstellungen beider Konzepte in der Serie, ist es auch diesmal so, dass der eine Pol nicht ohne den anderen existieren kann. Jacob mag der Man of Faith sein, dennoch beobachtet und studiert er auf wissenschaftliche Art und Weise seine Testobjekte (Menschen). MIB mag der Man of Science sein, dennoch verbindet er wissenschaftliche Methoden (Magnetismus) mit seinem Glauben, die Insel verlassen zu können (wenn das Frozen Donkey Wheel kein Ausdruck vom blinden Glauben ist, was dann?).
Und auch das zweite Ur-Thema der Serie kam in dieser Folge vor. Bestimmung gegen die freie Entscheidung. Es ist dabei interessant zu sehen, dass tatsächlich sowohl Jacob, als auch MIB auf der Seite der Freien Entscheidung stehen. MIB wählt, die irre Mutti zu verlassen und er wählt, die Insel hinter sich zu lassen. Er gibt sogar Jacob die Wahl, ihm zu folgen. Jacob entscheidet sich, bei seiner Mutter zu bleiben. Und er drückt seinen freien Willen aus, als er sagt, dass er nicht der Hüter des Heiligen Rinnsals werden will. Interessanterweise ist es „M“, die den freien Willen BEIDER ignoriert. Sie hindert MIB daran, die Insel zu verlassen, genauso wie sie Jacob dazu zwingt, die Quelle zu schützen. Vielleicht ist es deshalb im Endeffekt BEIDEN, Jacob UND MIB, so wichtig, dass der freie Wille respektiert wird. Da sie selber das Produkt dessen sind, dass ihnen ihr Wille verwehrt blieb.



RULED OUT
Ich wünschte wirklich, wir hätten etwas über die ominösen Regeln in dieser Folge erfahren. Das, was wir erfahren haben, ist so diffus, dass es schwer ist, sich ein Bild daraus zu machen. Aber ich versuche es trotzdem mal.
MIB sagte zu Jacob, dass er eines Tages sein eigenes Spiel mit seinen eigenen Regeln kreieren könne. Was, also, wenn es wirklich nicht mehr ist, als das? Jacob nennt die Regeln – und alleine dadurch, dass er an diese Regeln glaubt, werden sie wahr. Das wäre nicht das erste Mal, dass wir das bei Lost gesehen hätten – ich erinnere da nur an Hurley, der scheinbar nur durch Gedankenkraft den alten VW-Bus zum Laufen gebracht hat oder an Bens Aussage über die Magic Box. Ich gebe zu, dass das eine noch unzufriedenstellendere Antwort wäre, als die zu Adam & Eve.
Möglicherweise gibt es aber auch gar keine Regeln. Und es ist einfach das blinde Vertrauen, dass Jacob und MIB über die Doktrinierung durch deren Mutter, das sie an diese Regeln glauben lässt. Hat „M“ also Jacob und MIB gegenseitig unangreifbar gemacht, als sie beiden die Hand aufs Gesicht gelegt hat und gesagt hat „I’ve made it, so you can never hurt each other“? Oder ist gar nichts passiert und beide denken lediglich, dass sie jetzt irgendwelchen Regeln unterworfen seien? Es sieht zumindest für mich in gewisser Weise so aus, als Jacob MIB zum gelben Arschloch der Insel schleift und MIB fast störrisch sagt „you can’t kill me, she made it that way.“
Das Problem an der Sache: nichts davon erklärt, wieso MIB nicht die Kandidaten direkt töten kann. Geschweigedenn, wieso Ben Widmore nicht töten konnte. Hach, ist es nicht schön, wie klar uns nach dieser Folge alle Dinge plötzlich sind???...



REDUCTIO AD ABSURDUM
OK, ich akzeptiere, dass wir am Anfang der Folge einen Switch von Latein auf Englisch hatten, damit wir uns nicht über 45 Minuten hinweg das gewöhnungsbedürftige „Latein-amerikanisch“ anhören müssen. Auch, wenn ich denke, dass man diesen Switch in „Solitary“ wesentlich besser hinbekommen hat, als hier. Aber sei es drum. Was ich nicht verstehe: wieso, WIESO um alles in der Welt spricht „M“ dann am Urinstein der Insel ihren Zauberspruch plötzlich in Latein?????? Sollte auf diese Art und Weise eine Aura des Geheimnisvollen entstehen? Sicher ist, dass, das, was damit entstanden ist, so ziemlich die lächerlichste Szene bei Lost überhaupt gewesen sein dürfte. Ich hätte fast damit gerechnet, dass zwischen den Bäumen gleich Aslan hervorspringen wird.
Und nach einigen Quellen, die ich gelesen habe, soll der Spruch wohl unfassbarerweise nichts anderes bedeuten als das, was uns „M“ wenige Minuten später selber sagen wird (Laut einem Lostpedia-Comment bedeutet der Satz: „For we do not accept this just as a common drink, but as if he should be one with me“). Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, sieht Jacob auch noch ziemlich verwirrt aus, als „M“ plötzlich in seiner Muttersprache Latein redet... autsch, Lost-Autoren!!!
Kann man davon ausgehen, dass der Wein Jacob unsterblich gemacht hat? Ich denke schon, denn immerhin hat Alpert auch etwas vom Wein getrunken, als ihm das ewige Leben eingehaucht wurde. Und es könnte eine bitterbös-sarkastische Randbemerkung von Jacob gewesen sein, als er MIB den Wein des ewigen Lebens in die Hand gedrückt hat mit den Worten „Something to pass your time.“ Aber um ganz ehrlich zu sein, wäre es mir fast lieber gewesen, wenn tatsächlich durch den Touch das ewige Leben gegeben worden wäre, als durch so ein albernes Zeremoniell, das selbst von den meisten B-Fantasy-Filmen als zu klischeehaft abgelehnt worden wäre...



HEART OF BRIGHTNESS
Ich weiß nicht, ob es in diesem Recap unterschwellig durchgeklungen ist, wie wenig ich von dieser gelben Lichtquelle halte. Und auch, wenn ich zugebe, dass damit auf sehr bequeme Art und Weise vieles in der Show erklärt werden kann (den Heilbrunnen, die Infektion und die Toten – da die Quelle ja drei Pole bedient: Life, Death, Rebirth) – trotzdem denke ich, dass ich schon lange hätte überlegen müssen, um wir etwas Dümmeres einfallen zu lassen, als eine gelblich schimmernde Höhle.

Was ist aber in dem Moment passiert, in dem Smokey im Klo der Insel runtergespült wurde? Offensichtlich stirbt man erstmal physisch (und die Quelle scheint keinen großen Wert auf die Hülle zu legen) – aber, was mit einem passiert ist „far worse than dying.“ Man wird in meinen Augen zu einem leblosen Wesen – zwar immer noch in gewisser Weise die Person, die man vor dem Tod gewesen ist, aber, weder lebendig, noch tot, sondern permanent – bis in alle Ewigkeit – in dem Dreieck aus Leben, Tod und Wiedergeburt gefangen. Es ist deshalb „far worse than dying“, weil ein Tod passiert nur einmal (oder zweimal, wie bei Sayid), aber in diesem Dreieck gefangen zu sein, bedeutet, dass man permanent stirbt, während man permanent wiedergeboren wird. Kein Wunder, dass „M“, die ja wohl zu einem Teil Smokey war, so dankbar war, als sie ein für alle Mal erlöst worden ist.

Über den Tod von „M“ gibt es etwas Wichtiges festzuhalten: MIB hat zugestochen, bevor sie ein Wort sagen konnte. Es sieht also fast so aus, als wäre diese Methode tatsächlich möglich. Und wenn man Smokey-“M“ töten kann, dann dürfte es auch bei Smokey-MIB funktionieren. Es ist nämlich sicherlich auch kein Zufall, dass MIB uns ins Gesicht sagt: „Everything dies.“

Hier jetzt aber mal eine knifflige Frage: in dem Moment, in dem Smokey aus dem Gulli aufsteigt, sieht es sehr stark danach aus, als sei das Licht im Inneren der Höhle erloschen. Was aber nicht sein dürfte, denn laut „M“: „If the light goes out here, it goes out everywhere.“ Was, wenn in dem Moment, indem MIB das Licht erreicht hat, das Licht irgendwie in ihn gewandert ist, so dass er jetzt das Licht in seinem Inneren trägt? Ich weiß, wie absurd das erstmal klingt – aber die Parallele zwischen den Sätzen, dass, wenn das Licht auf der Insel ausgehe, es dann überall ausgehe, ist nahezu identisch mit den Prognosen, was passieren würde, wenn Smokey die Insel verlassen würde. In dem Fall könnte vielleicht sogar erklärt werden, wieso Locke sagt, er habe ein schönes Licht gesehen, in dem Moment, in dem er mit Smokey aufeinandergestoßen ist. Vielleicht war Locke durch seinen Glauben in der Lage, hinter dem Rauch das strahlende Licht zu sehen.



Q.E.D.
Nach all den Vermutungen und schwammigen Pseudo-Antworten, die wir in dieser Folge erhalten haben, kommen wir nun zur einen, wirklich unmissverständlichen Antwort, die uns diese Folge gegeben hat: der Herkunft von Adam & Eve. Und diese Antwort ist auf vielen Ebenen repräsentativ dafür, weswegen ich diese Folge als katastrophal misslungen ansehe.

Denn, wenn es um offene Fragen bei Lost geht, teile ich diese in der Regel in zwei Kategorien ein. In Nerd-Fragen (Fragen, die nur die Cracks beschäftigen sollen und im Grunde völlig irrelevant sind für die eigentliche Saga) und in Kern-Fragen (Fragen, auf denen das Fundament der gesamten Serie beruht). Eine dieser Nerd-Fragen ist die Herkunft von Adam & Eve. Und diese Folge schafft es meisterhaft, eine Nerd-Frage nach der anderen zu beantworten (Adam & Eve, Frozen Donkey Wheel, die schwarzen und weißen Steine), verpasst aber JEDE Chance, uns Antworten auf die Kern-Fragen der Serie zu geben (z.B. Jacobs Game, wieso unsterbliche Leute Nachfolger brauchen, die eigentliche Entstehung von Smokey). Diese Folge geht sogar soweit, uns die Nerd-Antwort von Adam & Eve noch mithilfe eines völlig unpassenden Flashbacks (oder Flashforwards?) zu geben, da sich eben 90 % der Zuschauer längst nicht mehr an Adam & Eve erinnern dürften (obwohl diese zuletzt in „Lighthouse“ vorkamen). Aus einem mir nicht erfindlichen Grund jedoch haben die Autoren ALLE Antworten, die die Charaktere und das Verhältnis von Jacob und MIB angehen, so verschlüsselt eingebaut, dass sogar Lost-Cracks diese Antworten nur nach mehrfachem Sehen und auch dann nur im direkten Abgleich von Fakten, die wir in vorhergehenden Folgen erhalten haben, verstehen können.

Wieso um alles in der Welt wird so viel Wert darauf gelegt, dass auch der letzte Mongo rafft, wer Adam & Eve sind, während es viel wichtiger wäre, dass es für jeden verständlich gemacht wird, was es mit Jacob und MIB auf sich hat? Und mir ist dabei schon klar, dass die Prods in dieser Folge die Vierte Wand durchbrochen haben, als „M“ uns ins Gesicht sagte „Every question I answer will simply lead to another question“ - aber mal ganz ehrlich: DAS war die EINE Folge, mit der man die Jacob-MIB-Nummer für uns unmissverständlich hätte erklären können – und es wurde im ganz großen Stil vergeigt.

Und trotz des passend zurechtgeschnittenen Flashbacks wissen wir Nerds sowieso ganz genau, dass Jack sagte, dass anhand des Verwitterungszustands der Kleidung die Skelette wohl 50 Jahre lang in der Höhle liegen würden. Und selbst 50 Jahre ist schon eine gewagte Zahl, angesichts der Tatsache, dass selbst in Friedhöfen begrabene Leichen sich nach 30 Jahren in Staub aufgelöst hätten – ganz zu schweigen von Skeletten, die in eine feucht-tropische Höhle gelegt wurden. Nach 2000 Jahren dürfte von Adam und Eve nicht mehr vorhanden sein, als ein weißer und ein schwarzer Stein. Diese Antwort ist auf so vielen verschiedenen Leveln eine Beleidigung der Intelligenz der Zuschauer, dass ich mir so sehr wünschen würde, dass sie diese verschissenen Skelette NIE beantwortet hätten.

Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass die Prods in Staffel 1 meinten, dass man anhand von Adam & Eve sehen solle, dass die Prods alles von Anfang an geplant hatten – was nichtmal im Ansatz zutrifft. Wenn überhaupt, dann war diese Antwort der Beleg dafür, dass die Prods sich 6 Jahre lang die Story aus den Fingern gesaugt haben und uns aus einem sehr guten Grund kaum Antworten geben: weil sie diese selber nicht wissen. Mit dieser einen Szene wurde Lost für mich damit so stark „entzaubert“, dass ich mir fast wünsche, dass Lost nach der 5. Staffel einfach mit einem Reset aufgehört hätte und wir uns die offenen Fragen selber hätten geben müssen – denn eines ist sicher: unsere Antworten wären besser gewesen!



DES-TROYER
Ich bin mir nach dieser Folge ziemlich sicher, dass es Desmonds Aufgabe ist, zum Grund der Eiter-gelben Quelle vorzudringen und dort sein Sacrifice zu vollbringen, von dem Widmore gesprochen hat. Man könnte jetzt darauf tippen, dass es sich um das gleiche Sacrifice handeln könnte, wie einst bei MIB. Sprich: dass Desmond der neue Smokey werden soll. Inwieweit das jedoch MIB aufhalten soll, ist mir schleierhaft. Sicher jedoch ist, dass „M“s Satz „It’s not time yet“ ziemlich exakt einen Satz widerspiegelt, dem Desmond (allerdings in der ALT-Zeit) gesagt wurde: „You’re not ready yet.“
Auf der anderen Seite ist es Widmore ja so unfassbar wichtig, dass Desmond seinen Magnet-Ausflug auch überleben wird. Soll Desmond also womöglich das Licht ausknipsen oder dieses irgendwie in sich aufnehmen (wenn es denn noch leuchtet)? All meine Gedankengänge dazu sind momentan derart kompliziert, dass ich nicht glaube, dass sie stimmen – aber Desmond, Pissbecken und Sacrifice gehören bestimmt irgendwie zusammen – nur, dass ich noch nicht sehe, wie.



DO YOU HAVE ANY IDEA HOW BADLY I WANT SOME ANSWERS?
Vor dieser Folge habe ich darauf gehofft, dass im Endeffekt Vieles von der Jacob-MIB-Nummer geklärt werden würde. Leider vergebens. Alles, was ich hier geschrieben habe, sind letztlich nur Interpretationsversuche. Im Grunde genommen jedoch hat diese Folge überhaupt nichts geklärt.
Hier mal einige Dinge, die nichtmal ansatzweise angeschnitten worden sind:

Zu Smokey – Wieso „haust“ er unter dem Tempel? Was hat es mit diesem komischen Löcher-Mechanismus auf sich, aus dem Smokey rausgekommen ist? Was hat es mit Bens Stöpsel auf sich, mit dem er Smokey rufen konnte? Wieso hat Smokey eine Aversion gegen Asche? Was hat es mit der Hütte auf sich, mit der Asche um die Hütte und der Tatsache, dass die Hütte sich bewegen konnte? Wieso haben Ilana & Co. den toten Locke zu dieser Hütte gebracht? Wieso mag Smokey keine Sonarzäune? Wieso hat MIB den Wunsch, die Insel zu verlassen, wenn er doch überhaupt nichts von den Menschen hält? Wieso war MIB die Rekrutierung von Richard derart wichtig? Wieso hängt MIB nach Jacobs Tod in Lockes Gestalt fest? Wieso sind die Leichen, derer sich MIB bedient, manchmal verschwunden und manchmal nicht?

Zu Jacob – Wieso lebt er unter der Statue? Wie konnte er permanent die Insel verlassen? Nach welchen Kriterien sucht er seine Kandidaten aus? Wieso holt Jacob andauernd neue Leute, mit denen er MIB erst zu einem Loophole verhelfen kann? Wieso erscheint Ghost Jacob häufig als Kind und nicht in dem Alter, in dem er gestorben ist? Was hatte es mit seiner „Tochter“ Ilana auf sich? Wieso brauchten Unsterbliche einen Nachfolger?

Und richtig stört mich nach dieser Folge, wie gönnerisch Jacob die ganze Zeit mit MIB geredet hat, wieso er ihn als das pure Böse bezeichnet etc. Im Endeffekt ist ER doch verantwortlich dafür, was mit MIB passiert ist.
Aber ich glaube, was mich an der Folge am meisten stört, ist, dass auch Jacob und MIB im Endeffekt KEINE AHNUNG haben, was auf der Insel vor sich geht. Wie oft dachten wir schon – ah, jetzt haben wir die und die Person und die kann uns alles über die Insel erklären, was wir wissen müssen. Wir dachten es über Rousseau, Kelvin Inman, Ben, Juliet, Alpert, Widmore, Faraday, Chang, Goodspeed, Dogen und schließlich Jacob/MIB. Nur um jetzt zu erfahren: auch diese sind nur Figuren in diesem Spiel. Und wenn uns nichtmal Jacob darüber aufklären kann, was eigentlich die Relevanz des Ganzen ist, stellt sich die berechtigte Frage, worauf Lost eigentlich hinaus will.
Denn bringen wir es mal auf den Punkt – die Insel kann ja nur gefunden werden, wenn man jemanden dorthin bringt. Wenn also niemand dorthin gebracht werden würde, gäbe es auch Niemandem, vor dem man die Insel schützen müsse. Was ist also die Quintessenz des Ganzen? Ich versteh es einfach nicht.

Und über den unfassbar dumm gewählten Zeitpunkt, wann man uns diese Folge präsentiert hat, habe ich mich ja bereits zur Genüge ausgelassen. Denn diese Folge hat nicht nur das Momentum der letzten Folge komplett zerstört, welches uns in ein bombastisches Finale hätte führen können, sondern sie hat auch noch den Tod von 3 Haupt-Charakteren einfach ignoriert und es wird dementsprechend unfassbar befremdlich auf uns wirken, wenn wir erst in der nächsten Folge die Losties um ihre toten Freunde trauern werden. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Lost jetzt mit der nächsten Folge den Spannungsbogen wieder bei 0 aufnehmen darf.

Abschließen möchte ich diesen langen Recap mit einem Zitat von Maureen Ryan der Chicago Tribune, die die Folge und „M“s Rolle mal aus weiblicher Perspektive zusammenfasst (ein Perspektivwechsel, den ich als Mann sehr interessant finde, und so wahrscheinlich nie direkt gesehen hätte):

„After watching "Across the Sea" twice, it sure seemed to me that if it hadn't been for "Eve's" mistakes, perhaps the garden of Eden and the Source wouldn't have been ruined or endangered, and perhaps her sons wouldn't have gone to war. She tempted them with the knowledge of the Cave of Mystical Glowy Secrets, and an endless battle for supremacy began. As I said, we don't even know if she was well-intentioned or not, though it's clear that she didn't want her sons to suffer. But the fact is, a woman is at the heart of what first went wrong on the island. After years of putting up with lame Kate episodes, loony or smothering mothers and the killing off of great female characters like Juliet, the reward we get for our patience is ... this? To say it was demoralizing is putting it mildly.“

Und noch ein nettes Sinnbild zum Schluss (ebenfalls von Maureen Ryan):
„So the mother guards the Mystical Glowy Cave, which is full of secrets and pleasures and pains that the boys should not touch. Paging Dr. Freud!“ ;)



DID YOU NOTICE?
  • Senet ist das wohl älteste Brettspiel der Welt und wurde von den Alten Ägyptern auch häufig als Grabbeigabe benutzt (Augenzwinkern an den schwarzen und weißen Stein bei Adam & Eve). Wie ein altägyptisches Brettspiel in der Zeit der Römer an der Insel angespült wird? Kein Plan.
  • Das Zitat von „M“ „Just be grateful, you’re alive“ ist exakt das, was Ben Rousseau gesagt hat, als er Alex mitgenommen hat
  • Am Strand beobachtet MIB eine große Schildkröte – dies dürfte ein Inside Joke sein auf den Scherz der Prods, dass die Insel in Wirklichkeit lediglich der Panzer einer großen Schildkröte sei
  • Der Dolch von MIB, mit dem er seine Mutter getötet hat, scheint der gleiche Dolch zu sein, den er später Alpert gab, um Jacob zu töten und den später dann Dogen Sayid gab, um MIB zu töten. What goes around, comes around...
  • Ich habe keine Ahnung warum, aber MIB kann man sehr häufig in Verbindung mit roten Blumen sehen. Als er Eko gerichtet hat, war es in einem Feld mit roten Blumen; rote Blumen waren mehrfach in den Locke-Szenen sichtbar (u.a. als er Sun holen wollte); und auch in dieser Folge sieht man rote Blumen hinter dem jungen MIB am Plutonium-Reservoir der Insel (zumindest ist das die einzige Szene, in der sie mir aufgefallen sind).
  • Locke sagte in der 1. Staffel: „I’ve looked into the eye of this island, and what I saw was beautiful.“ Auch, wenn er sicherlich nicht die Pisshöhle gemeint hat, ist es doch interessant, dass MIB über eben diese Höhle sagt: „It’s beautiful.“


DEATH WATCH „WHAT THEY DIED FOR“

Das große Abmetzeln geht weiter (wenn nicht hier, dann spätestens im Finale)
Stark gefährdet – Zoe, Widmore, Kate, Miles, Cindy (falls sie noch lebt)
Leicht gefährdet – Ben, Richard, Claire


FAZIT
Epic Failure.

Montag, 10. Mai 2010

6/14 – THE CANDIDATE (Samir)

I could kill you, Jack. Right here, right now.
And I could kill every single one of your friends.
And there is not a thing that you could do to stop me.
Time to let go. In den Sideflashes rät Jack Locke, seine Selbstbestrafung wegen Cooper aufzugeben. Auf der Insel müssen Jack & Co von mehreren liebgewonnenen Charakteren Abschied nehmen. Claire muss vorläufig von einer Chance der Rettung Abschied nehmen. Und wir Zuschauer müssen uns langsam aber sicher damit anfreunden, dass unsere Lieblingsserie dem Ende entgegensteuert. Auch wenn es an dieser Folge nicht unfassbar viel zu diskutieren gibt, sollten wir sie vielleicht nicht einfach nur als Action-Shootout abtun, sondern etwas hinter die Fassade blicken – Let’s Go Back!


WELCOME TO HYDRA ISLAND, HOME OF THE CLUELESS
Wenn es bis zu dieser Folge noch Zweifel am durchschnittlichen Intelligenzquotienten im Team Widmore gab, dürften spätestens jetzt alle Zweifel ausgeräumt sein. So leicht wie Doughboy Seamus kann man nicht mal einem 5jährigen Mädchen mit einem Eis in der anderen Hand eine Waffe abnehmen. Und dann sehen wir es tatsächlich wieder bei Lost. Ausgerechnet von Widmores Leuten. Wir sehen wieder, wie Jemand mit einer Waffe auf ein Rauchmonster schießt. Irgendwie hatte ich gehofft, dass „Charles-ich-pack-einen-mobilen-Sonarzaun-in-mein-Spielzeug-U-Boot-Widmore“ noch ein, zwei andere Abwehrstrategien gegen MIB in der Hinterhand haben würde. Schließlich war Widmore lange Zeit Anführer der Others. Auf der anderen Seite: wieviel kann man von einer Crew erwarten, die zwar einen Sonarzaun haben, um die Kandidaten zu schützen, dann jedoch dummerweise vergessen, den Generator für diesen Zaun irgendwie zu sichern... Auch die Tatsache, dass Widmore fein säuberlich alle Kandidaten in eine Zelle zusammengepackt hat, zeugt nicht gerade von Weitsichtigkeit. Dementsprechend hatte jedes weitere tote Mitglied dieser Moron-Crew von mir einen weiteren Aufschrei der Freude zur Folge. Und: jap – den Tod von Seamus habe ich mir 5mal hintereinander, mit einem fetten Dauergrinsen im Gesicht, angekuckt. Und ich freue mich bereits jetzt darauf, was passiert, wenn MIB Zoe wieder begegnet ;)



JACK LIES IN THE SHADOW OF THE STATUE
Viele haben es ja schon lange vermutet und die Anderen haben es befürchtet. Aber mit dieser Folge scheint es besiegelt, dass Jack der Kandidat sein wird, der sich am Ende gegen die Mitkandidaten Hurley, Sawyer (und Kate) durchsetzen wird. Die Hints in dieser Folge waren einfach zu massiv, als dass man sie übersehen könnte. Nicht nur, dass eine Jack-Folge den unmissverständlichen Titel „The Candidate“ trägt, sondern vor allem die gefühlten 2.000 Mal, die Jack in dieser Folge erwähnt, dass er die Insel nicht verlassen werde. Und noch weitere Hints pflastern den Weg dieser Episode. Jack, der als Einziger der Kandidaten versteht, wie das Verhältnis von MIB und Jacob zueinander zu bewerten ist, und dieses Verhältnis auf die Kandidaten überträgt. Sayid, der Jack sagt: „It’s going to be you“ (womit zwar die Aufgabe des Desmond-Retters gemeint war, aber wir alle wissen, dass dieser Satz mehr als eine Ebene hat). Auch Jacks Satz über Smokey „I’m with him“ kann man auf einer zweiten Ebene deuten – nämlich, dass Jack derjenige ist, der sich um Smokey „kümmert“. Auch die Tatsache, dass Jack die Schlüssel von Doughboy Seamus greift und damit das Gefängnis öffnet, kann symbolisch zu verstehen sein, dass Jack als neuer Jacob womöglich die Schlüssel zur ALT-Zeit in der Hand hält, mit der er die Losties aus ihrem momentanen Gefängnis herausführen wird. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben: achtet darauf, dass in dem Moment, in dem Locke in der ALT-Zeit ganz am Anfang der Folge Jack erblickt, es so klingt, als würde man einen Engelschor hören.
Auch, wenn es so klingt, als wäre ich euphorisch, was Jack als Auserwählten angeht – ich bin es nicht. Ich habe mir immer gewünscht, dass Hurley endlich eine entscheidendere Rolle spielen wird. Aber so wie es aussieht, wird es wohl doch Jack werden. D’Oh!!!



AUSTEN, YOU HAVE A PROBLEM
Habt ihr gesehen, wie traurig Kate gekuckt hat, als Sawyer ihr gesagt hat, dass ihr Name nicht mehr an der Höhlenwand steht? Ich hatte fast damit gerechnet, dass sie bockig mit dem Fuß aufstampft und quängelt, dass sie aber auch gerne mitspielen möchte. Zugegeben, Sawyer war nicht im Leuchtturm, wo ihr Name kryptischerweise noch steht. Es ist also nach wie vor immer noch möglich, dass Kate Jacobs Ass im Ärmel ist, von dem weder Ilana noch Widmore etwas wissen.
Denn es ist für Lost etwas zu direkt, uns im einen Moment zu erklären, wie entbehrlich doch Kate sei, bevor sie, wenige Szenen später angeschossen wird – um dem Ganzen die Krone aufzusetzen: tatsächlich die allererste Verletzung von Kate auf der Insel seit dem Pilotfilm!
Wird Kate also von der Schusswunde sterben? Nicht die geringste Chance. Nicht nur, dass in dem Fall (neben Claire) die einzige noch verbliebene Frau bei Lost sterben würde (nein, Zoe ist keine Frau!), sondern vor allem entspricht es doch exakt Jacobs Motto („I want them to help themselves. It’s all meaningless, if I have to force them to do anything.“), dass Kate selber herausfinden muss, was ihre Bestimmung ist, ähnlich wie Jack es tun musste. Vor allem jedoch ist es etwas offensichtlich, dass Kate – obwohl die Insel anscheinend schon lange mit ihr fertig sein solle, sie in dieser Folge das allererste Mal einen Kratzer abbekommt und sich nicht schon längst im Ilana-Stil verabschiedet hat.
Nur um Missverständnisse zu vermeiden, denke ich (wie wohl Jeder nach dieser Folge), dass Jack der Auserwählte ist – aber ich denke nach wie vor, dass Kate als Geheim-Kandidat der letzte Sargnagel für MIBs Fluchtplan sein könnte. Denn während er wahrscheinlich bereits elaborate Todespläne für Jack, Sawyer und Hurley ausgetüftelt hat, dürfte er Kate einfach kalt machen, sobald er sie das nächste Mal sieht. Und damit hätte er in dem Moment einen Kandidaten getötet und gegen die Regeln verstoßen.



I’M GOING TO FIND A LOOPHOLE... AGAIN
Es ist interessant zu sehen, dass MIB den Losties ins Gesicht sagt, wie er plant, sie zu töten. Indem er sie alle in einen engen Raum zusammentreibt, aus dem sie nicht entkommen können. Und er zeigt den Losties sogar, womit er sie töten wird, als er den Block C4 aus dem Rucksack holt.
Wer das C4 im Ajira-Flugzeug platziert hat, ist nicht so leicht zu beantworten. Es könnte Team Widmore gewesen sein (Widmore hat ja eine Affinität zu C4) – die genaue Zielsetzung davon, wäre mir aber unklar. Es könnte MIB selbst gewesen sein, der kurzfristig seinen Plan geändert hat, und lieber das U-Boot auswählt, um Jack dort noch hineinködern zu können (woher er jedoch C4 haben soll, erschließt sich mir nicht – außerdem hätte er wohl kaum den Drähten folgen müssen, um das C4 zu entdecken). Es könnte auch Team Alpert gewesen sein (diese hätten das C4 aber umgehend detoniert). Ich sage der Logik halber, dass das C4 vom Team Widmore dort platziert wurde.

Es ist aber interessant zu sehen, dass MIB anscheinend über Dinge Bescheid weiß, die noch nicht passiert sind. Denn er nimmt dem Wid-Moron am Flugzeug die Armbanduhr ab, BEVOR er das C4 im Flugzeug entdeckt. Und MIB weiß am Ende der Folge, dass das U-Boot gesunken ist, dabei jedoch nicht alle der Kandidaten gestorben sind. Und selbst, wenn man argumentiert, dass er weiß, dass sein Plan nicht funktioniert haben kann, da er immer noch nicht in der Lage ist, die Insel zu verlassen – es gibt keine Erklärung, woher er wissen kann, dass EIN TEIL der Kandidaten gestorben sind und das U-Boot gesunken ist. Wenn MIB tatsächlich über ungeschehene Dinge Bescheid weiß, könnte sich so zumindest erklären, wie er genau wusste, wann Locke an der Beechcraft aus dem Nichts auftauchen würde oder wie er in der Lage war, zu wissen, dass, wenn Locke außerhalb der Insel sterben würde, er wieder dorthin zurückgebracht werden würde. Es würde leider nicht erklären, wieso er in den letzten Folgen häufig recht ahnungslos wirkte, aber Antworten bei Lost sind ja eh nicht wasserdicht... Apropos Wasser: wir haben in dieser Folge gesehen, dass MIB und Wasser einander wohl doch nicht so sehr abstoßen, wie es uns bislang weisgemacht worden ist. Möglicherweise kann MIB also tatsächlich für die Christian-Erscheinungen auf dem Frachter und in L.A. verantwortlich gemacht werden – in dem Fall wäre sein Plan, „die Insel zu verlassen“ vielleicht nur symbolisch gemeint – und könnte bedeuten, dass er die Realität verlassen will, in der die Insel überhaupt jemals existiert hat.

Es ist zweifellos, dass wir in dieser Folge sehen sollten, wie böse MIB ist. Aber um ehrlich zu sein, hatte die Folge für mich eher den gegenteiligen Effekt. MIB, der völlig unbeeindruckt Feuersalven entgegengelaufen ist, ist nur noch zu toppen mit Jacks Ego-Shooter-Gesichtsausdruck, mit dem er in Staffel 5 die Dharma-Leute weggepustet hat. Wenn überhaupt, dann habe ich in dieser Folge sogar noch Sympathie mit MIB (Sympathy for the devil – hehe), denn er hat Seamus gekillt, er hat uns von den Kwons befreit und dank ihm hat Kate eine langverdiente Kugel abgekriegt.



THE UNTOUCHABLES
Wir wissen jetzt definitiv, dass MIB die Insel nicht verlassen kann, indem er mit den Kandidaten zusammen abhaut, sondern, dass er sie nur verlassen kann, wenn diese tot sind. Und wir wissen jetzt, dass MIB die Kandidaten nicht selber töten kann, sondern diese sich gegenseitig töten müssen. Wir halten also fest: MIB kann den Kandidaten direkt nichts anhaben. Die Erklärung dafür, dass MIB die Kandidaten nicht einen nach dem anderen gekillt hat, ist recht simpel: sein Mantra, dass man ihm vertrauen könne, wäre mit dem ersten gekillten Kandidaten, bedeutungslos geworden. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er sich für jeden einzelnen Kandidaten ein neues Loophole hätte ausdenken müssen.

Der Faktor Selbstmord dürfte jedoch eigentlich auch ausgeschlossen sein, wenn wir uns an die Szene in der Black Rock mit Richard Alpert erinnern. In dem Fall hätte rein theoretisch also weder Jin noch Sayid etwas passieren dürfen, denn diese haben sich ja bewusst für den Tod entschieden. Es sei denn, dass der Selbstmord-Plan in der Black Rock gescheitert ist, aufgrund von Richards Unsterblichkeit. Denn zwei Selbstmorde in dieser Folge sprechen schon eine deutliche Sprache. Also halten wir weiterhin fest: Selbstmord ist durchaus eine Option, um die Kandidaten zu entsorgen (und zweifelt jetzt eigentlich noch Jemand daran, dass Dave in Staffel 2 eine Inkarnation von MIB gewesen ist?).

Und, dass die Kandidaten einander gegenseitig töten können, scheint ebenso möglich zu sein. Denn ansonsten wäre MIBs Mini-Loophole ja völlig sinnlos gewesen. Dummerweise hinkt auch diese Antwort wieder ein Wenig, denn, zum Beispiel war Michael in Staffel 4 keineswegs in der Lage, Selbstmord zu begehen (sofern er denn ein Kandidat war). Und wieso Ben in Staffel 4 Widmore nicht töten konnte, erschließt sich nicht mal ansatzweise. Ich glaube aber, dass das einzig Wichtige, dass wir wissen müssen, die Tatsache ist, dass MIB die Kandidaten nicht direkt töten kann.

Wie also will er die letzten verbliebenen Kandidaten aus dem Weg räumen? Auftritt Claire! MIB hat sich in dieser Folge wieder sehr besorgt um Claire gezeigt („You don’t wanna be on that sub“) und auch früher hat er ihr permanent gut zugeredet – was, wenn Claire diejenige sein wird, die mit Gewehr im Anschlag auf Kandidaten-Jagd gehen wird? Wütend genug dürfte sie auf jeden Fall jetzt sein, nachdem die Losties sie erneut zurückgelassen haben.



IT’S A KWONDERFUL WORLD
Ganz im Ernst – als Sun eingekeilt im U-Boot lag, das sich dramaturgisch perfekt, ganz langsam mit Wasser füllte, hab ich nur Eines gedacht: kannst du nicht endlich sterben? Wer hätte gedacht, dass mein Wunsch schon so kurz darauf erfüllt werden würde. Ich gebe zu, dass BEIDE Kwons in einem Atemzug sterben, hätte ich nicht kommen sehen. Und auch wenn das Ganze etwas zu „titanic-ig“ auf mich wirkte, wie die beiden langsam die Hände losgelassen haben (nur Celine Dions Geplärre fehlt in dieser Szene), in gewisser Weise bin ich froh darüber, dass beide Kwons jetzt weg sind. Denn andernfalls hätte uns der verbliebene Jin die letzten Folgen mit einem permanenten „I miss Sun“ genervt – oder noch schlimmer: „I have to find Ji Yeon.“ Lustig übrigens, dass im Moment ihres Todes weder Sun noch Jin an ihre Tochter denken. Ihr Schicksal ist besiegelt – sie wird als Waise mit den Paiks aufwachsen (mit den PAIKS!!!). Diese ganze Szene war für mich aber auch schmerzhaft, denn ich habe erst hier realisiert, wie sehr ich die beiden mittlerweile hasse – und dass von zwei Charakteren, die während den ersten 3 Staffeln zu meinen Favoriten gehört haben. Aber jetzt, nach 2 ganzen Staffeln „I have to find Jin“ ist die Luft bei den Beiden endgültig raus. Ihre Reunion in der Vorfolge war genauso nutzlos wie Suns vorübergehender Englisch-Verlust. Sagen wir es, wie es ist: beide hätten schon vor 2 Staffeln sterben müssen, denn ihre Charaktere gaben schon lange nichts mehr her.



SAVE THE CHEST FOR LAST
Frank lieferte uns mit seinem Ausbruchsversuch aus dem Hydra-Käfig eine der ironischsten Gegenüberstellungen der Folge: denn während er hier noch verzweifelt versucht, eine Tür zu öffnen, wird er sich wenig später auf dem U-Boot wünschen, dass eine andere Tür geschlossen geblieben wäre.
Während es wohl keinen Zweifel am Tod von Sun, Jin und Sayid geben dürfte, sieht die Situation bei Frank schon etwas anders aus. Ob er es geschafft hat, sich aus dem U-Boot zu befreien, steht in den Sternen. Und auch, wenn ich zugebe, dass die Chancen dafür, dass er sich retten konnte, ziemlich gering sind, bin ich doch der Meinung, dass er überlebt hat. Immerhin haben wir Charaktere schon implodierende Magnetstationen überleben sehen – wieso also nicht auch ein sinkendes U-Boot? Und um es mit den Worten von Tom zu sagen: „the island isn’t done with you“ ist die beste Lebensversicherung, die man bei Lost haben kann. Denn seit fast einer ganzen Staffel wurde uns erklärt, dass Frank noch eine Aufgabe zu erfüllen habe. Ilana sagte „We might need him“, und dass, obwohl sie ganz genau wusste, dass er keiner der Kandidaten war. Und auch Bens Satz an Frank „The island’s got you in the end“ sagt klar und deutlich, dass Frank aus einem bestimmten Grund auf der Insel ist. Und sofern Franks Aufgabe nicht darin bestand, mit aufgeknöpftem Hemd coole Einzeiler von sich zu geben, haben wir Franks Bestimmung bislang definitiv noch nicht gesehen. Sprich: sie muss noch kommen. Auch die Tatsache, dass es bei Lost bislang immer so war, dass von einem toten Charakter die Leiche als Beweis in die Kamera gezeigt wurde – was bei Frank nicht passiert ist – spricht dafür, dass Frank überlebt haben könnte.

Sollte ich mich aber irren und Frank ist tatsächlich im U-Boot gestorben, dann hat er nicht nur den unwürdigsten Tod eines Lost-Charakters aller Zeiten bekommen, sondern darüberhinaus waren alle Szenen mit ihm seit der Landung von Ajira 316 pures Eierschaukeln, ohne, dass die Autoren eine wirkliche Ahnung hatten, ob sie Frank noch sinnvoll in die Story integrieren können oder nicht. Und DAS wäre für mich wesentlich schwerer plausibel zu erklären, als die Frage, wie sich Frank aus dem U-Boot hätte befreien können.



THE GREATER GOOD
Es war gut zu sehen, dass der „echte“ Sayid nochmal kurzzeitig zurückgekehrt ist, bevor er endgültig von uns gegangen ist. Von all den Toten in dieser Folge werde ich ihn mit Sicherheit am meisten vermissen. Denn er war von Anbeginn einer meiner absoluten Lieblings-Charaktere. Um so glücklicher bin ich, dass er mit seinem Tod die Möglichkeit hatte, sich reinzuwaschen – etwas, was sehr wichtig ist im Lost-Universum, bei dem ein Tod nahezu immer einhergeht mit einem reinen Gewissen oder einer Selbstaufopferung (denkt ihr jetzt auch daran, dass Widmore Desmond nach einem „Sacrifice“ gefragt hat?). Auch, wenn ich nicht genau weiß, wie politisch korrekt es ist, einen irakischen Moslem zu zeigen, der mit einer Bombe Selbstmord begeht (insbesondere dann, wenn dieser Selbstmord hier tatsächlich mit einem höheren Ziel verknüpft ist), bin ich doch froh, dass die Lost-Autoren einen Weg gefunden haben, ihn auf eine „versöhnliche“ Art und Weise sterben zu lassen. Als den guten, alten Sayid – und nicht als das Zombie-Monster der letzten Folgen.



THE CRYING GAME
Come on, Losties. So bewegend die Abschlussszene der Folge auch war, in der Hurley, Kate und Jack sich ein Heul-Battle abliefern – aber musste dieser Satz sein: „Where’s Jin and Sun“? Jin und Sun? Räusper – war da nicht noch ein gewisser Pilot mit am Bord vom U-Boot? Von Hurley, der sogar bei Nikki und Paulos Beerdigung wehmütig wurde, ist das einfach zu wenig. Selbst, wenn Frank möglicherweise gar nicht tot ist – eine simple Erwähnung seines Namens wäre ja wohl echt das Mindeste gewesen...



THREE PLAYERS, THREE SIDES. ONE IS LIGHT, ONE IS DARK, ONE IS WIDMORE
OK, so wie es aussieht, können wir nach dieser Folge klar sagen, wer die 6 Kandidaten sind (oder besser gesagt waren): Shephard, Ford, Reyes, Jarrah (trotz des Todes) und BEIDE Kwons (da nicht klar war, welcher der Kwons gemeint war). Es gibt aber einiges, was mich an Widmores Listen-Wissen stört. Zum Einen wird dadurch Ilanas Mission noch sinnloser, wenn man bedenkt, dass das eigentliche Rettungsteam mit Desmond im Schlepptau von Widmore angeführt wurde. Zweitens stört mich, dass die Wid-Morons Sawyer als Kandidaten, den sie hätten schützen müssen, nicht einfach auf der Insel behalten haben, als er dort aufgekreuzt ist. Drittens stört mich, dass Widmore bei seiner Ankunft mit dem U-Boot völlig ignoriert hat, dass sich Leute auf der Hauptinsel befanden. Und in Staffel 5 hat uns Bram noch eindrucksvoll erklärt, dass Widmore „im falschen Team spiele“, das Team Ilana jedoch das Team sei, das gewinnen werde (yeah!). Und plötzlich scheinen Widmore und Ilana also auf der gleichen Seite zu stehen?
Hat er also mitten im Spiel die Seiten gewechselt? Oder hat Widmore vielleicht nur ein Interesse an der Sicherheit der Kandidaten, um ein völlig anderes Ziel zu erreichen? Möchte er sich vielleicht mithilfe des neu gekrönten Inselhäuptlings wieder zur Nummer 2 ernennen lassen? Wenn ja, wie passt dann Desmond da hinein? Das Ganze ergibt für mich momentan nicht wirklich viel Sinn.
Und woher hat Widmore überhaupt die Liste? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Jacob auch Widmore mal kurz besucht hat. Viel wahrscheinlicher halte ich es da, dass Widmore die Liste in Ilanas Gepäck gefunden hat – immerhin HAT Widmore das Gepäck vom Ajira-Flieger durchsucht, und dass, mit Sicherheit nicht, um die Kamera der Kwons zu finden... Fragen über Fragen, auf die wir vielleicht niemals Antworten erhalten werden. Seufz.



MEMORIES OF THE ONES WE LEFT BEHIND
Die Sideflashes in dieser Folge waren vielleicht besser als alle Sideflashes, die wir in den vorhergehenden Folgen zusammen erhalten haben. Und das, obwohl wir keinen Creepy-Desmond-Moment hatten. Im Gegenteil: trotz all der Hints, die Jack und Locke in der ALT-Zeit erhalten, irgendwie sehen sie nicht, was sie umgibt. Das Gespräch der Beiden, wer zuerst „loslässt“ hat damit vielleicht noch eine zweite Bedeutung. Nämlich, wer von Beiden sich als Erster eingesteht, dass mit der ALT-Zeit etwas nicht stimmt und eine andere Realität dieser ALT-Zeit voranstand.

Jack kriegt Hints über Hints, aber er rafft es nicht. Sein Aufeinandertreffen mit Desmond in 815; seine Blinddarm-Narben-Erinnerung in „Lighthouse“; der Spiegel-Moment in der letzten Folge (als er „I think I know this guy“ gesagt hat, hat er lediglich das Aufeinandertreffen mit Locke in „LA_X“ gemeint, wie er in dieser Folge bestätigt hat); der Spiegel-Moment mit Claire; Bernards kryptische Kommentare („Maybe you’re on to something here“) etc. etc.

Auch Locke kann die Hints nicht deuten. In seinen Träumen ist er eindeutig auf der Insel, denn im Schlaf redet er unentwegt Dinge, die Insel-relevant waren („Push the button“, „I wish you had believed me“). Auch sein seltsamer Blick, als Jin an ihm vorbeiläuft, scheint etwas anzudeuten. Jacks Satz „I wish you had believed me“ scheint fast eine Erinnerung bei ihm bewirkt zu haben, doch auch er sträubt sich anscheinend, die Wahrheit hinter der ALT-Zeit zu sehen.

Anscheinend muss Desmond zu NOCH drastischeren Mitteln greifen ;)



KARMA COMA
Was habe ich abgefeiert, als ich gesehen habe, dass Anthony Cooper in der ALT-Zeit das bekommen hat, was das Karma ihm vorgesehen hat – nämlich als Gemüse in einem Dämmerzustand vor sich hin zu vegetieren. Diese Szene der kosmischen Gerechtigkeit (It’ll come back around!) hat mich so erfreut, dass ich mich nicht mal gefragt habe, wieso Jack Anthony Cooper innerhalb weniger Stunden ausfindig macht, während es für Top-Cop Sawyer eine unlösbare Aufgabe ist. Aber Sawyers Rachepläne an Cooper dürften mit dem Anblick des sabbernden Anthony definitiv vom Tisch sein.
Und die ALT-Zeit ist sogar noch ironischer, als ich es je vermutet habe – denn, während Locke in der Original-Zeit durch einen Flugzeug-Absturz vom Rollstuhl befreit wurde, war es in der ALT-Zeit ein Flugzeug-Absturz, der ihn überhaupt erst dort hineingebracht hat. Sein verzweifeltes „I don’t remember what I did wrong“ ist dann auch eine nahezu perfekte Gegenüberstellung zu seinen letzten Gedanken in der originalen Zeit: „I don’t understand.“
Noch einen interessanten Hint hält die ALT-Zeit parat, den wahrscheinlich die Meisten übersehen haben. Claire sagt über Christian: „I never even met this man“ - da sie Christian in der originalen Zeit nur durch das Koma ihrer Mutter kennengelernt hat, stellt sich also die berechtigte Frage, ob Claires Mutter in der ALT-Zeit überhaupt im Koma liegt. Und irgendetwas sagt mir auch, dass die Music Box, die Christian Claire vermacht hat, noch von gewisser Wichtigkeit für die fortschreitende Handlung sein wird...



DID YOU NOTICE?
  • Jack fragt im U-Boot nach einem Erste-Hilfe-Kasten. Hurley kann keinen finden. Hinter Frank jedoch steht groß und deutlich ein Erste-Hilfe-Kasten im Regal
  • Die Tage auf der Insel scheinen immer kürzer zu werden, angesichts des rapiden Tag-Nacht-Wechsels in den letzten Folgen. Da allerdings keiner der Charaktere bislang irgendetwas dazu gesagt hat, gehe ich mal davon aus, dass hier wieder mal die Continuity-Error-Gnome am Werk waren...
  • Die Music Box, die Christian Claire vererbt, ist eine Parallele zur Music Box von Rousseau – eine weitere Parallele zwischen Claire und Rousseau.

DEATH WATCH „ACROSS THE SEA“
Nach dem Over-Kill in dieser Folge dürfte es eine Woche Auszeit im Death Watch geben. Deshalb kuck ich mal lieber nach, wie meine Vorhersage für „The Candidate“ eingetreten ist:
Seamus, Sayid und Frank hab ich letzte Woche als gefährdet eingestuft. Die angeschossene Kate auch. Unfassbarerweise hab ich tatsächlich in einer Woche mal die Kwons vom Death Watch ausgenommen – und prompt sterben sie...

FAZIT
Wow!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sonntag, 9. Mai 2010

6/14 The Candidate (Maike)

1. In der alternativen Realität wacht John Locke im Krankenhaus auf, wo Jack an seinem Bett schon darauf wartet. Locke bemerkt sofort, dass er Jack kennt (aus dem Flugzeug oder gar von der Insel?). Daraufhin erzählt Jack ihm von dem Unfall und dass er ihn erfolgreich operieren konnte. Er ist also soweit okay und mehr noch, Jack hält ihn für einen geeigneten Kandidaten für eine OP. Darum will er wissen, wie es zu der Verletzung der Wirbelsäule kam, die Locke in den Rollstuhl brachte, damit er ihn erfolgreich operieren kann: "I think I can fix you.".
Locke lehnt ab, er will keine Operation, da erscheint Helen, die überwältigt ist, dass John lebt und es ihm gut geht.

Um Näheres über den Unfall vor drei Jahren zu erfahren, besucht Jack Bernard, der damals Locke in einer Notoperation behandelte. Interessanterweise war auch Bernard im Oceanic-Flugzeug: "it´s pretty weired, hm?". Die ganze Zeit kommt es so rüber, als hätte Bernard nach der Landung in L.A. nur darauf gewartet, dass Jack zu ihm kommt und die beiden sich unterhalten. Genauso seltsam ist es, dass sich Bernard genau an diesen Unfall von Locke so gut erinnern kann und Jack den Namen des Mannes gibt, der auch an dem Unfall beteiligt war: Anthony Cooper.
"I hope you find what you´re looking for." sagt Bernard zu Jack, als sich die beiden voneinander verabschieden.

So besucht Jack das Pflegeheim, um Anthony Cooper kennenzulernen. Zufälligerweise will Helen auch gerade zu ihm. Sie bestätigt noch einmal, dass Locke die Operation nicht will, was Jack aber nicht einfach so akzeptiert. Das Treffen mit Anthony Cooper hat sich Jack sicherlich anders vorgestellt, denn der sitzt völlig apathisch im Rollstuhl und nimmt von seiner Umgebung nichts wahr.

Wieder im Krankenhaus würde Jack am liebsten sofort noch einmal mit Locke über eine mögliche Operation sprechen, doch der Patient schläft und träumt von der Swan-Station: "Push the button!", "I wish you hadn´t believe me.". Durch seine Nahtoderfahrungen kommen langsam unterbewusst auch bei Locke die Erinnerungen an die Insel zum Vorschein.
Das Gespräch zwischen den beiden muss aber noch warten, Claire ist auch im Krankenhaus. Sie hat Jack gesucht, weil sie sich mit ihm unterhalten möchte. Den angebotenen Apollo-Riegel lehnt sie ab (schönes Spiegelbild zur Jacob-Jack-Szene in "the Incident"), zeigt ihrem Halbbruder lieber die Spieluhr, die Christian ihr hinterließ. Weder Claire noch Jack können etwas mit ihr anfangen. Christian ist genau wie in der Insel-Realität gestorben und genau wie dort ist seine Leiche auch in der alternativen Realität immer noch verschwunden. Durch das Gespräch hat Jack die nächste Person gefunden, die den Flug 815 genommen hat. Beide schauen sich die Spieluhr nun etwas genauer an und blicken zeitgleich in den dazugehörigen Spiegel. Zuletzt bietet Jack Claire noch an, dass sie bei ihm wohnen kann, so lange sie in L.A. ist: "We´re strangers." meint Claire daraufhin, doch Jack widerspricht: "We´re a family!".

Locke wird entlassen. Auf dem Weg hinaus sieht er Jin im Krankenhausflur und einen kurzen Moment scheint es, als würde eine Erinnerung/eine Erkennung bei Locke aufflackern.
Als wenn das nicht schon genug seltsame Begegnung für einen Tag wäre, fängt Jack ihn noch ab und gibt vor, sich bei ihm verabschieden zu wollen. Doch viel mehr möchte er ihm erzählen, dass er Anthony besucht hat, weil er wissen wollte, was für eine Art Unfall Locke wiederfahren ist.
Es war ein Flugzeugabsturz bei seinem ersten Flug als privater Pilot. "I don´t remember what I did wrong.", Locke kann es sich nicht erklären, macht sich dennoch selber Vorwürfe und will deswegen keine OP. Er habe sie nicht verdient. Jack rät ihm loszulassen, genau wie er loslassen musste, als sein Vater gestorben ist: "Your father is gone, too, John. You have to let him go.". Er weiß zwar selber nicht genau, wie man am besten etwas gehen lassen soll, deswegen hat er gehofft, Locke könnte es zuerst tun.
John will davon nichts weiter hören und verabschiedet sich und in bester Staffel-1-Locke-Manier ruft Jack ihm hinterher: "I can help you, John. I wish you believed me!". Das lässt Locke stocken. Die Erinnerung scheint immer mehr durchzudringen, diese Worte lassen ihn nicht kalt.

2. Wie Locke im Krankenhaus in der alternativen Realität, wacht Jack im Boot auf der Hydra-Insel auf. Er wurde von Flocke und Sayid dorthin gebracht, nachdem Flocke ihn gerettet hat, als Widmores Leute den Strand der Main-island angriffen. Es sind nur noch die drei übrig, alle anderen von Flockes Gruppe starben oder liefen davon.
Flocke kommt hinzu und berichtet, dass sie den anderen Losties helfen müssen, weil sie gefangen genommen wurden. Er lässt die Situatiuon extra so darstellen, dass es so aussieht, als würde Widmore keine guten Absichten hegen und deshalb auch nicht mit sich reden lassen würde.
Flocke will die Losties so schnell wie möglich befreien, zum Flugzeug marschieren und fliehen, ohne dass Widmore etwas bemerkt. Jack hingegen möchte die Insel gar nicht verlassen und sieht die anderen auch nicht (mehr) als seine Leute an. Natürlich hofft Flocke, dass Jack ihm trotzdem hilft bzw. seine Meinung ändert, denn er könnte Jack, genau wie dessen Freunde, hier und jetzt einfach töten, wenn er wollte und Jack könnte nichts dagegen tun. Er hat Jack nicht getötet und möchte die anderen retten, deswegen soll Jack ihm vertrauen.

3. Währenddessen bauen Widmores Leute den Mini-Sonarzaun bei den Käfigen auf, in die Hurley und Co. eingesperrt werden. Auch wenn Sawyer versucht sich zu wehren, Widmore selbst bringt sie dazu hineinzugehen, denn Kate steht nicht auf seiner Liste und wird umgebracht, wenn sie nicht tun, was er will. Für Widmore ist es unwichtig, ob Kate lebt oder nicht. Angeblich macht Widmore das alles nur zum Schutz der Kandidaten, denn "he´s coming".

Sawyer kommt es wie ein Kreislauf vor, wieder mit Kate in den Käfigen. Er erzählt Kate von ihrem durchgestrichenen Namen in der Höhle: "He doesn´t need you, Kate.".
Das Ehepaar Kwon kann sich endlich über ihre kleine Tochter austauschen und Sun gibt Jin seinen Ehering wieder.
Plötzlich fällt der Strom aus und Smokeygeräusche lassen ahnen, was als nächstes passiert. Eine Menge Widmorons (ich liebe diesen Ausdruck!!! :D ) werden getötet, allen voran Seamus, bei dem man schon viel zu lange darauf gewartet hat.
Es ist Zeit zu handeln. Frank versucht die Käfigtür aufzutreten und Kate an die Schlüssel von Seamus zu gelangen, die Jack jedoch zuerst erreicht. Er holt alle aus ihrem Gefängnis.

Mittlerweile ist es morgen, nach erfolgreicher Flucht aus den Käfigen sind die Losties auf dem Weg zum Ajira-Flugzeug, das Jack immer noch nicht betreten will. Sayid stößt zur Gruppe dazu und will sie weiterführen.

4. Ganz alleine hat Flocke endlich Zeit seinen Plan weiter auszuführen. Er erreicht das Ajira-Flugzeug und lässt sich dort erstmal von ein paar Kugeln massieren, ehe er spielerisch die dort stationierten Wachen erledigt.
Entweder hat er zudem hellseherische Kräfte, oder ihm kam das Flugzeug zu leicht bewacht vor, sodass er sich erst eine Armbanduhr schnappt und danach erst das C4 im Flugzeug aufspürt und entfernt.
Nun kommen auch die Losties beim Flugzeug an. Frank will gleich loslegen, um das Flugzeug starten zu können. Flocke zeigt sich und behauptet das Flugzeug sei eine Falle, damit sie alle darin sterben. In einem Punkt stimme ich Flocke zu, es war viel zu leicht bewacht, wenn Widmore den Flug verhindern wollte, hätte er seinen Sonarzaun dort aufgestellt.
Jetzt verrät Flocke seinen Plan, stellt ihn aber als Widmores dar (oder haben beide sogar denselben Plan nur mit leichten Änderungen gehabt?). Widmore will also alle zusammen an einem Ort haben, damit alle Arztmäßig in die Luft gehen und sterben. Er zeigt dabei sogar das C4 und behält es auch gleich bei sich. Dann sollten sie lieber der neuen, genialen Idee folgen, wenn sie nicht wegfliegen könnnen, müssen sie halt das U-Boot nehmen.
Hurley kommen nun berechtigte Zweifel, weil Flocke nicht die Insel verlassen sollte, Richard sagte das schließlich auch. Doch Sawyer unterbricht ihn sofort. Er lässt Flocke in dem Glauben, dass er sich in ihm geirrt hat. Auch Claire entschuldigt sich bei Flocke, aber im Gegensatz zu Sawyer meint sie es ernst und Flocke weiß das. Dies ist wohl der Grund, warum er Claire "verschont" und nicht aufs U-Boot lässt.
Sawyer wiederum verlangt in einem kurzen Augenblick unter vier Augen einen letzten Gefallen von Jack. Er vertraut Flocke kein Stück und möchte ihn nicht mit im U-Boot haben. Deswegen soll Jack Flocke ins Wasser stoßen.

5. Die Gruppe beobachtet das U-Boot. Sawyer, Hurley, Frank, Jin und Sun stürmen als erstes los, die anderen sollen einen Moment warten und dann folgen.
Im U-Boot schaffen Sawyer und Frank schnell und geschickt die Besatzung unter Kontrolle zu bringen. Die zweite Gruppe um Jack geht los und Flocke schafft es die Rucksäcke zu vertauschen. Er fragt Jack extra erneut, ob er wirklich nicht mitgehen möchte, denn derjenige, der behauptete, dass er bleiben muss, hat keine Ahnung gehabt, wovon er redet. "John Locke told me I needed to stay!" anwortet Jack und schubst Flocke von dem Steg.
Sogleich wird Kate angeschossen, Widmores Leute sind da und leisten sich einen Schusswechsel mit den Losties. Um Kate zu retten geht Jack mit ins U-Boot.
Flocke mag wohl gar kein Wasser, so kann er anscheinend nicht zu Smokey werden. Er muss zur guten alten Handfeuerwaffe greifen um gegen Widmores Leute anzugehen.
Die einzige, die im U-Boot noch fehlt, ist Claire. Für Sawyer kein Grund nicht abzuhauen, denn lieber Claire zurücklassen, als Flocke mitzunehmen. Das U-Boot soll tauchen auch ohne sie: "Trust me. You don´t wanna be on that sub.", beruhigt sie Flocke. Sein Plan ist aufgegangen, alle Kandidaten sind zusammen an einem Ort, von dem sie nicht fliehen können.

Hurley kann kein Erste-Hilfe-Kasten für Kate finden, auch in Jacks Rucksack ist keins, nur die Bombe von Flocke. Der neue Man of Faith ist dabei der einzige, der den Plan durchschaut hat: "We did exactly what he want!".
Sie müssen schnellstmöglich an die Oberfläche um die Bombe loszuwerden. Es entsteht Ratlosigkeit, schließlich wollte Flocke die Insel mit ihnen verlassen, warum dann also eine Bombe? Sawyer will gar nicht weiter darüber nachdenken, er will sie entschärfen, obwohl Jack ihn versucht aufzuhalten: "Nothing´s gonna happen.", Sawyer soll einfach nichts tun: "Locke can´t kill us.".
Flocke will, dass sie sich gegenseitig umbringen, indem jemand (=Sawyer, der beste Kandidat dafür) die Bombe entschärfen will. Er sagte zwar, dass er die Insel nicht ohne sie verlassen kann, doch das Gegenteil ist der Fall: Flocke kann erst die Insel verlassen, wenn alle Kandidaten tot sind. "He´s not allowed to", er kann die Kandidaten nicht selber töten.
Doch Sawyer vertraut Jack nicht, seine Everyman for himself-Aktion mit dem Ziehen der Zündschnur bringt sie in eine noch schlimmere Lage, sodass Sayid nur noch schnell letzte Anweisungen auf den Weg gibt, damit Jack Desmond aus dem Brunnen rettet. Er wird es tun müssen "because it´s gonna be be you, Jack!". Dann rennt er mit der Bombe durch den Gang und explodiert mit ihr.

6. Nach der Erschütterung durch die Explosion versucht Frank zu den anderen zu gelangen, als er eine Tür und Wassermassen abbekommt.
Auch bei den anderen gibt es Probleme, Sun ist eingeklemmt. Hurley soll Kate hinaus bringen, während die verbliebenen drei Männer versuchen Sun zu befreien, wobei Sawyer am Kopf verletzt wird. Jin will, dass Jack Sawyer rettet, der dafür auch gleich die letzte Sauerstoffflasche nehmen muss.
Die Situation ist ausweglos, die Befreiung klappt einfach nicht. Sun fleht ihren Mann an, dass er geht, doch er will sie nicht zurücklassen. In den letzten Minuten verabschieden sie sich voneinander und da liegt auch gleich der große Minuspunkt. Sie erwähnen nicht ein einziges Mal ihre Tochter, sehr traurig! So ertrinken die beiden im untergehenden U-Boot.

7. Jack und Sawyer werden auf der Hauptinsel angespült, wo Hurley und Kate sie finden. Nur noch die vier sind übrig, Jin und Sun (sowie eventuell Frank) haben es nicht geschafft. Die Gefühle der vier Losties brechen aus, sie haben wieder Freunde verloren.

8. Noch auf der Hydra-Insel weiß Flocke, dass das U-Boot untergegangen ist. Er unterrichtet Claire darüber, sie ist schockiert, alle sind tot. "Not all of them.", sagt Flocke beim Aufbruch, er will losziehen: "Finish what I started."

Theorien


Jacob, bitte melde dich

Auffallend, dass Hurley schon sehr lange nicht mehr von Jacob aufgesucht wurde. Nachdem er am Anfang der Staffel eigentlich schon dauerhaft an seiner Seite war, scheint es, als hätte sich Jacob nun aus den Ereignissen zurückgezogen. Liegt wohl an seiner Art, sich nicht einmischen zu wollen. Hurley hat deutlich falsch entschieden, als er Flocke treffen wollte und alle dorthin brachte. Aus diesem Grund zeigt sich Jacob nicht, er will niemanden beeinflußen, auch wenn die Entscheidung falsch ist. Oder aber, die Gefahr ist zu groß gewesen, dass Hurley durch ein Auftauchen von Jacob etwas angetan wird, solange er sich noch in Flockes Nähe aufhält. Vielleicht gibt es ja in der nächsten Folge endlich ein Wiedersehen mit ihm, am besten in Verbindung mit Desmonds Rettung aus dem Brunnen. :)

Wärst du mal lieber weggerannt Kate!

Schon anfangs in Flockes Gruppe, als Crazy-Claire auf sie losging, hätte Kate die Entscheidung treffen müssen, die sie sonst immer trifft und abhauen sollen. Nach all den Ereignissen und jetzt sogar einer Verletzung ist für sie wohl die Erkenntnis am schlimmsten, dass sie keine Kandidatin ist und für niemanden mehr eine besondere Rolle spielt. Natürlich hat sie andere Sorgen, aber das nächste Aufeinandertreffen mit Claire wird wohl nicht so glimpflich ausgehen, wie die letzten zwei. Andererseits könnte sie ab jetzt noch unberechenbarer sein, für Flocke, Widmore oder sonst wen. Auf ihr liegt nicht die Last ein Kandidat zu sein, aber sie könnte dabei helfen, die restlichen drei zu schützen.

Manchmal sind sich Insel-Realität und Alternativ-Realität sehr ähnlich

In dieser Folge ist mir eine Parallele zwischen alternativer und originaler Realität aufgefallen. Genau wie Locke im Krankenhaus, wacht Jack auf der Hydra-Insel auf.
Bei beiden ist jemand, der auf das Aufwachen wartet, bei Locke ist es Jack und bei Jack ist es Sayid.
Sowohl Jack in der AT, als auch Sayid in der OT wollen im Endeffekt den Aufwachenden von einem bestimmten Weg überzeugen. Jack möchte gerne Locke in der AT operieren, um ihm ein besseren Leben zu ermöglichen. Sayid ist derjenige, der Jack am Ende klar macht, was er als nächstes tun soll (=Desmond befreien) und ihm dadurch auch sagt, dass er derjenige ist, an dem es liegt: "Because it´s gonna be you, Jack!".

Fazit:
Atemberaubend schnell geht diese Folge voran. Drei Maincharaktere sterben, ein belieber Charakter scheint die Explosion auch nicht überlebt zu haben. Die Losties müssen diesen Rückschlag hinnehmen, auch wenn es schwer fällt. Durch Sayids letzte Anweisungen haben sie eine nächste Aufgabe vor ihnen und Flocke sitzt ihnen schon im Nacken. Die Weichen fürs Finale sind fast gestellt, aber was ist eigentlich aus Ben, Richard und Miles geworden? Sowohl die Flashes, als auch die Inselereignisse waren spannend und bringen die Story weiter. Top-Vorbereitungsfolge!